Paare, die Sex einplanen, haben ein besseres Liebesleben

Sex nach Plan? Laut einer aktuellen Studie soll es bei gut organisierten Menschen, die Sex bewusst im Kalender eintragen, im Bett besser laufen.

„Wann hättest du denn diese Woche Zeit für Sex? Mittwoch?“ – „Hmm, Mittwoch geht bei mir gar nicht, sorry! Donnerstag könnte eventuell machbar sein.“ Zugegeben, Gespräche wie diese klingen unromantisch und alles andere als sexy, aber „Scheduled Sex“, also eingeplanter Sex soll die Zufriedenheit mit dem Liebesleben von (vor allem langjährigen) Paaren extrem steigern – so eine aktuelle Studie der Universität Bochum.

Sex einplanen

Lust nach Terminplan?

Im Rahmen der Studie, die erstmals im Journal of Sex Research erschien, wurden 964 Paare deutschlandweit zu ihrem Sexleben, sowie zur Einschätzung ihrer Persönlichkeit in den Bereichen Offenheit für neue Erfahrungen, Geselligkeit, Rücksichtnahme, emotionale Stabilität und Gewissenhaftigkeit befragt. Das Ergebnis zeigt klar: Die StudienteilnehmerInnen, die sich als sehr gewissenhaft einschätzten, sind signifikant zufriedener mit ihrem Liebesleben. Damit hatten die ForscherInnen nicht gerechnet, vor allem die Psychologin des Lehrstuhls Dr. Julia Velten zeigt sich überrascht: „Sexuelle Zufriedenheit in der Partnerschaft ist, anders als häufig angenommen, nicht nur davon abhängig, ob jemand besonders experimentierfreudig und leidenschaftlich ist.“ Nicht erfasst seien in der Studie allerdings jene Personen, die keinen Sex wollen und somit ohne Sexleben eine hohe Zufriedenheit äußern – aber für alle, die sich mehr Sex wünschen kann es laut Dr. Julia Velten „helfen, Sex zu planen, um das Liebesleben auch in längeren Partnerschaften nicht schleifen zu lassen.“

12:30 Uhr Lunch, 16:30 Uhr Yoga, 19:45 Uhr leidenschaftlicher Sex

Indem Paare Zeit für Sex bewusst einplanen, würden sie sich damit gegenseitig eine wichtige Botschaft senden: Du bist mir wichtig, unser Sexleben ist mir wichtig. Das sei besonders in Zeiten von Stress und Hektik in einer leistungsorientierten Gesellschaft wichtig. Wer nach einem stressigen Tag im Job erschöpft nach Hause kommt und dann erwartet, noch spontan Sex zu haben, würde vermutlich wenig Sex haben. Zudem würden auch zu hohe Ansprüche – also die Annahme, dass man nur Sex hat, wenn man gerade extreme Lust empfindet – dazu führen, dass Paare weniger oft miteinander schlafen. Um überdurchschnittlich tollen Sex zu haben, müsste man eben hin und wieder auch durchschnittlichen Sex haben.

Zeit für Zärtlichkeiten

Auch wenn geplanter Sex unromantisch und trocken (pun intended, höhö) klingt, kann damit ein aktiver Beitrag zu mehr Romantik und Zweisamkeit geleistet werden – und diese drei Steps sollen die Planung so wenig unangenehm wie möglich machen:

1. Datum festlegen: Legt euch auf einen Abend fest, der ganz sicher nur euch gehört. Spontanes Spritzertrinken mit der besten Freundin ist an diesem Tag tabu – stattdessen nimmst du dir mit deinem/r PartnerIn bewusst etwas Schönes vor.

2. Bereitet euch vor: Darunter fällt sowohl körperliche, als auch geistige Vorbereitung; der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt – ganz egal, ob ihr euch mit einem Einkauf fürs gemeinsame Kochen, Gedankenspielen oder tagsüber verschickten Nachrichten auf euren Abend freut.

3. Macht es zur Gewohnheit: Laut StudienautorInnen kann es helfen, Zweisamkeit gleich auf längere Sicht zu planen. Eine Date Night habe langfristig wenig Einfluss auf unsere Zufriedenheit, daher sei es sinnvoll die Sexplanung ernst zu nehmen und am besten gleich für die nächsten Monate festzulegen. Nichtsdestotrotz solle man nicht das gesamte Sexleben durchgeplanen. „Scheduled Sex“ sei sinnvoll, um die offene Kommunikation und Zweisamkeit nicht aus den Augen zu verlieren, ein bisschen Platz für Romantik und Raum für Spontanität sollte trotzdem bleiben.

 

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