ÖVP/Grüne wollen "Tamponsteuer" senken

Frauenorganisationen fordern es seit langem, jetzt wurde es im Regierungsprogramm von Schwarz-Grün festgesetzt: Die Senkung der Steuer auf Menstruationsartikel.

Es steht schwarz auf weiß im gestern vorgestellten Regierungsprogramm der ÖVP und der Grünen: Die "Umsatzsteuer auf Damenhygieneartikel" soll gesenkt werden. Bisher betrug die Steuer auf die für Menstruierende unumgänglichen Produkte 20 Prozent. Im Vergleich: Schnittblumen werden mit 13 Prozent besteuert. Wie hoch der neue Steuersatz sein wird, ist im Programm nicht näher festgelegt.

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Tamponsteuer: In Australien und Großbritannien bereits abgeschafft

Von Frauenrechtsorganisationen auf der ganzen Welt schon lange kritisiert, schaffte Australien die Steuer auf Binden, Tampons und Co. im Jahr 2018 ab, Frankreich senkte die Steuern 2015, Großbritannien folgte ein Jahr später. Auch in New York wurde die Tamponsteuer gekippt.

tampon tax

Erst kürzlich hatte es eine Petition in Deutschland geschafft, die Senkung der Steuer dort durchzusetzen. Ähnliches fordern das Unternehmen Erdbeerwoche, das Frauen*Volksbegehren und die Initiative #aufstehn auch in Österreich schon seit 2016 (zum WIENERIN-Artikel).
Auch die Bundesjugendvertretung fordert seit geraumer Zeit eine Senkung der Steuer. "Eine Frau braucht durchschnittlich zwischen 10.000 und 17.000 Tampons oder Binden in ihrem Leben. Und wird dabei quasi doppelt zur Kassa gebeten", kritisierte 2018 die damalige Vorsitzende Martina Tiwald.

 

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