OTTO Österreich

Umwelt- und Sozialpolitik als Teil der Unternehmensstrategie.

Im vergangenen Jahr feierte OTTO Österreich sein 20-jähriges Jubiläum. Gefeiert wurde das, indem der Versandhändler über einen Zeitraum von 18 Monaten pro verkauftes Kleidungsstück aus seiner ECO-Kollektion 50 Cent an ein Schulprojekt in Burkina-Faso spendete. Hinter der Aktion stecken zwei Ideen. Zum einen soll damit das Bewusstsein für nachhaltige Baumwollprodukte geschärft werden, zum anderen soll etwas gegen den Analphabetismus in den Produktionsländern auf dem afrikanischen Kontinent getan werden. Beides ist jedoch von großer Bedeutung für Kleinbauern und ihre Familien, um sich nachhaltig sozial und ökonomisch weiterentwickelt zu können.

Ökologisches und soziales Gewissen

OTTO Österreich stellt sich der sozialen und ökonomischen Verantwortung, der sich das Unternehmen gegenüber sieht. Dazu gehört auch, dass das Mutterunternehmen, die Otto Group aus Hamburg, eine Stiftung gegründet hat, unter deren Dach verschiedene Initiativen in Entwicklungsländern Hilfe zu Selbsthilfe anbietet. Eine der wichtigsten Initiativen in diesem Bereich ist Cotton made in Africa (CmiA), welche sich um den nachhaltigen Anbau von Baumwolle bemüht. Neben Burkina Faso agiert CmiA in 6 weiteren Sub-Sahara-Ländern: Sambia, Benin, Malawi, Côte d’Ivoire, Mosambik und Simbabwe. Ziel dieser Initiative ist es, den örtlichen Baumwollkleinbauern nachhaltigen Baumwollanbau beizubringen. Durch Schulungen und Weiterbildungen soll sich neben der Anbaukultur auch die soziale und finanzielle Lage der Familien verbessern. OTTO setzt sich bereits seit mehreren Jahren für die nachhaltige Herstellung von Textilien ein, die der Versandhändler unter seiner Eigenmarke ECO vertreibt. Denn Qualität steckt nicht nur in Aussehen und Verarbeitung der Produkte, auch die unsichtbare Qualität muss stimmen. Je weniger negative Auswirkungen ein Produkt auf Mensch und Umwelt hat, desto wertvoller ist es.

Cotton made in Africa

Hinter Cotton made in Africa steckt der Gedanke, durch Training der Baumwollkleinbauern Wasser zu sparen und die Treibhausgasemissionen des Anbaus zu reduzieren. Konventionell angebaute Baumwolle hat eine erschreckende Ökobilanz. Runter gerechnet kostet die Produktion eines einzigen Baumwollshirts 2.000 Liter Wasser. Die nachhaltige Baumwolle von CmiA wird allein im Regenwasserverfahren angebaut, das bedeutet, die Pflanzen werden nicht künstlich bewässert. Das bedeutet, beim nachhaltigen Anbau werden null Kubikmeter Frischwasser verbraucht – in den wasserarmen Ländern der Sub-Sahara ein ökologisch und ökonomisch wichtiger Punkt. Neben dem Sparen von Wasser ist es ein weiteres Kriterium von CmiA, dass die Baumwolle von Hand gepflückt wird. Dadurch wird sie bei der Ernte weniger verunreinigt als bei der maschinellen Ernte. Dadurch ist sinkt auch dir Treibhausgasemission und der ökologische Fußabdruck ist kleiner als bei konventioneller Baumwolle.

OTTO im Kampf gegen Analphabetismus

Allein in Burkina Faso betrifft Analphabetismus rund 78 Prozent der erwachsenen Bevölkerung des Landes. Sie können weder lesen und schreiben. Seit Herbst 2009 unterstützt OTTO das Alphabetisierungsprojekt für Baumwollbauern in der Interventionszone des Baumwollgesellschaft Faso Cotton, um die sozialen Chancen der Bauernfamilien vor Ort zu verbessern. Bis Juni 2013 läuft die Kooperation zwischen OTTO Österreich und dem Projekt noch, eine weitere Zusammenarbeit über diesen Zeitpunkt hinaus ist nicht ausgeschlossen. Die hohe Analphabetenrate ist insofern für die Baumwollkleinbauern problematisch, als dass die Trainingsmaßnahmen der Baumwollgesellschaften von den Bauern die Lerninhalte nur schwer lernen und memorieren können und damit der Wissenstransfer stark eingeschränkt ist. Deshalb heißt es in Burkina Faso für knapp 5.000 Männer und Frauen abends nach der Feldarbeit: lesen und schreiben lernen. Bisher haben etwas mehr als 4.000 Projektteilnehmer diesen Alphabetisierungskurs mit dem Abschluss einer staatlichen Prüfung bestanden und gelten seitdem als alphabetisiert. Das verbesserte Bildungsniveau eröffnet den Familien ganz andere Möglichkeiten und Chancen für die Zukunft. Allein deshalb lohnt sich die Unterstützung, aber auch der Umweltschutzaspekt ist ein hervorragendes Argument für die ECO-Kollektion von OTTO.

Bis zum Jahr 2020 will OTTO alle Baumwollteile seiner Eigenmarken aus nachhaltig produzierter Baumwolle herstellen. Das entspricht dem Prinzip des nachhaltigen Wirtschaftens, dass seit Jahren fester Bestandteil der Unternehmensziele ist. Obwohl das Ziel durchaus ambitioniert ist, befindet sich der Textilhändler auf einem guten Weg, denn schon im letzten Jahr waren knapp 15 Prozent der Baumwolle aus nachhaltigem Anbau.

 

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