Österreich beim Trinken Spitzenreiter

Der neue Bericht der Weltgesundheitsorganisation (WHO) stellt Österreich kein gutes Zeugnis aus: beim Alkohol sind wir Spitzenreiter und Übergewichtige gibt es auch zu viele.

Alkoholkonsum, Übergewicht und Tabak bleiben ein großes Problem in den 53 Staaten, die die WHO anlässlich der Gesundheitsentwicklung bis 2020 untersuchte. Das zeigt der "Europäische Gesundheitsbericht 2015".

2013 einigten sich die Mitgliedstaaten dazu, folgende Gesundheitsziele bis 2020 zu erreichen:

  • Senkung der vorzeitigen Mortalität
  • Erhöhung der Lebenserwartung
  • Abbau gesundheitlicher Ungleichgewichte
  • Förderung des Wohlergehens der Bevölkerung
  • Allmähliche Verwirklichung einer allgemeinen Gesundheitsversorgung.
  • Aufstellung nationaler Zielvorgaben in den Mitgliedstaaten

"Obwohl die Europäische Region auf Kurs ist, um das Dachziel von „Gesundheit 2020“ in Bezug auf die Senkung der vorzeitigen Mortalität zu erreichen, kann zur Verringerung von Hauptrisikofaktoren viel mehr getan werden", heißt es im Bericht.

Die Raten von Alkohol- und Tabakkonsum sowie Übergewicht und Adipositas, die zu den Hauptrisikofaktoren für vorzeitige Mortalität zählen, würden alarmierend hoch bleiben. Europa ist beim Alkohol- und Tabakkonsum sogar im Spitzenfeld und liegt nur geringfügig hinter Amerika.

Durchschnittlich trinkt jeder Mensch in der Europäischen WHO-Region pro Jahr elf Liter reinen Alkohol. 59 Prozent der Menschen sind übergewichtig oder adipös, 30 Prozent konsumieren Tabak. Weltweit werden im Durchschnitt pro Person und Jahr 6,2 Liter Alkohol getrunken, in Nord- und Südamerika sind es 8,4 Liter, in Afrika sechs, in den Staaten östlich des Mittelmeers nur 0,7 Liter.

Die ÖsterreicherInnen trinken zu viel

Im Jahr 2010 wurden im Schnitt 12,1 Liter Alkohol pro Jahr von den ÖsterreicherInnen ab 15 Jahren konsumiert. Spitzenreiter ist hier Weißrussland, wo 14,4 Liter pro Kopf getrunken wurden. Zum Vergleich: in der Türkei sind es nur 1,4 Liter pro Person und Jahr.

In Sachen Übergewicht kann Österreich ebenso nicht glänzen. 53,1 Prozent der Bevölkerung haben einen BMI-Wert über 25. Damit liegen wir aber noch im Mittelfeld. Den schlechtesten Wert erzielt Turkmenistan mit einer Übergewichtigen-Rate von 66,3 Prozent.

"Trotz dieser günstigen Trends bleiben die absoluten Unterschiede zwischen den Ländern beträchtlich. Dies gilt nicht nur für die Säuglingssterblichkeit und die Lebenserwartung, sondern auch für die anderen mit sozialen Determinanten von Gesundheit verknüpften Indikatoren", konkludiert die WHO.

 

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