Orgasmus-Mythen, die du nicht mehr glauben solltest

Weil der Höhepunkt auch für Frauen keine Seltenheit sein sollte.

Über kaum eine andere Sache gibt es so viele Mythen und Unwahrheiten wie über den weiblichen Orgasmus. Dass Frauen nicht kommen, wenn man es mit plumpen Rein-Raus-Bewegungen probiert, dürfte (hoffentlich) schon bei jedem angekommen sein. Doch andere Dinge bedürfen noch einiger Aufklärung.

Mythos 1: Es braucht nicht mehr als Penetration

Um ein für alle Mal damit aufzuräumen, wiederholen wir es jetzt aber trotzdem: Orgasmen durch alleinige vaginale Penetration gibt es nur bei den allerwenigsten Frauen. Die klitorale Stimulation ist essenziell, damit die Mehrheit aller Frauen zum Höhepunkt kommen kann. Und hier sind alle Hilfsmittel recht - ja, auch Sextoys.

Mythos 2: Squirting gibt es nicht

Auch da müssen wir einhaken: Squirting existiert. Und ist real. Aber glaubt nicht, dass es aussieht wie in einem Porno: denn dort werden andere Tricks benutzt, damit so viel wie möglich hinausgespritzt wird. Meistens ist es einfach weniger Flüssigkeit - aber der Mythos ist trotzdem falsch. Es ist zwar nicht klar, warum diese Flüssigkeit bei manchen austritt und bei anderen nicht – eine Erklärung ist aber, dass die Beckenboden-Kontraktionen von Frau zu Frau unterschiedlich sein können.

Mythos 3: Masturbation ruiniert Sex mit einem Partner

Frauen, die während oder nach dem Sex masturbieren, sind für manche Männer noch immer ein Zeichen dafür, dass sie etwas "nicht hingekriegt" haben. Doch stattdessen ist Masturbation während des Geschlechtsverkehrs ultimativ wichtig und ein gutes Zeichen: schließlich gehört nach wie vor eine Menge Vertrauen dazu, diese intime Solo-Angelegenheit vor jemandem anderen zu machen. Und je besser frau ihren eigenen Körper kennt, desto eher wird sie auch mit anderen zum Orgasmus kommen. Und je aufmerksamer mann dabei zusieht, desto schneller wird er lernen.

Mythos 4: Sex geht nur mit Orgasmus

Auch das stimmt nicht. Guter Sex muss nicht in einem Orgasmus enden. Das Vorspiel, die Stimmung, die Verbindung zum Partner sind oft einfach die wichtigeren Komponenten, um Sex großartig zu machen. Studien sagen auch: Die einzige Zutat für guten Sex ist das eigene Selbstbewusstsein. Wer sich wohl in seinem Körper fühlt, wird auch die Intimität stärker genießen können. Klar ist trotzdem: dein Orgasmus ist genauso wichtig wie der deines Partners. Aber wenn du oder dein Partner keinen hast/hat, heißt das nicht automatisch, dass ihr keinen guten Sex hattet. Je weniger Druck da ist, umso besser - und auch wahrscheinlicher, dass es doch zu einem Höhepunkt kommt.

Mythos 5: Frauen müssen den Orgasmus vortäuschen, um den anderen glücklich zu machen

Bitte, bitte, hört auf damit, Orgasmen vorzutäuschen. Eure Partner werden für immer im Glauben sein, dass sie sowieso alles richtig machen, wenn sie ein bisschen rubbeln. Und damit wird (auch für weitere Frauen) sehr viel Schaden angerichtet. Das sexuelle Selbstbewusstsein des Mannes ist einfach nicht wichtiger als das eigene Vergnügen. Wer Orgasmen vortäuscht, ignoriert seine eigenen Bedürfnisse.

 

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