Orangenmond

Übers Essen sprechen? Heute schreibt man darüber! Foodblogs liegen auch in Österreichs längst im Trend. Wir haben mit Bloggerin Janneke (orangenmond.at) zum Interview gebeten.

Deine Kindheitserinnerung in Sachen kochen?
Kindheitserinnerung in dem Sinn eigentlich nicht. Ich hab mit meiner Uroma immer sehr viel gebacken und gekocht. Die Wuchteln waren vor allem unser gemeinsames Projekt und mittlerweile bin ich da die Expertin in unserer Familie (grinst). Dann hab ich irrsinnig lang nicht gekocht und hab dann aber angefangen Blogs zu lesen, hab dann diese tollen Cupcakes gesehen und mir sofort gedacht, dass ich das ausprobieren muss. Das hat mich in den Fingern gejuckt. Das war dann das erste was ich gemacht hab und es hat funktioniert. Und ich hab dann immer mehr gesehen und wollte immer mehr ausprobieren und dann eben auch Lust bekommen auch eigene Rezepte zu wagen und aufzuschreiben.

Hast du ein Vorbild?
Beim Kochen selber hab ich kein Vorbild, beim Bloggen aber beneide ich immer die anderen Blogger um ihre schönen Fotos die sie machen. Beim Kochen mach ich aber eher mein eigenes Ding.

Warum kochst du bevorzugt Süßes?
Weil´s für mich eindeutig Hobby ist. Das „normale" Kochen ist, weil ich was essen muss! Und das ist dann auch so schnell wieder weg und so... (lacht)

Foodblogger Orangenmond

Ist dir Abwechslung wichtig oder kochst du öfters das gleiche?
Ja schon, das einzige was ich öfters gemacht hab sind meine Brownies. Weil die wirklich super sind, wenn ich was mit Schokolade haben will. Ansonsten liebe ich die Herausforderung. Ich könnte ständig was neues probieren, ich mag das einfach.

Es darf also ruhig mal komplizierter sein, wenn du experimentierst?
Ja. Ich fürchte mich da nicht davor, im Gegenteil! Demnächst will ich unbedingt wiedermal eine gute Torte ausprobieren, aber da muss ich erst Gäste dafür einladen. Gehört ja auch alles aufgegessen! (lacht) Ist aber immer auch ein Zeitfaktor.

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Was ist das typische Orangenmond-Gericht?
Mhm. Was ich mal für Freunde ausprobiert habe, waren Austrian Brownies. Da hab ich viel probiert, bis ich das Beste gefunden habe. Da hab ich einfach als Topping fein geriebene Äpfel darauf gegeben - dieses säuerliche mit der Browniemasse schmeckt einfach wunderbar.

Wie stehst du so zu Fertigessen?
Früher gab's das zugegeben, schon ab und zu. Jetzt hab ich gerne Bio-Produkte und viel Gemüse. Ich verwende schon auch Tiefkühlgemüse, weil‘s einfach oft schnell gehen muss, aber sonst mag ich‘s gerne frisch. Mir ist es auch wichtig, dass ich weiß woher alles kommt.
Wenn‘s schnell gehen muss nehme ich Sojabohnen, Linsen und Nudeln, gebe das in die Pfanne und Sojasoße darüber -fertig.

Was möchtest du bald mal ausprobieren?
Okraschoten reizen mich irgendwie, aber noch weiß ich nicht ob ich mich trauen soll. (grinst)

Was magst du gar nicht?
Ich bin ein irrsinnig heikler Mensch. Ich esse prinzipiell kein Fleisch und keinen Fisch, weil‘s mir nicht schmeckt. Und sonst: Melanzani sind mein Feind! Da mag ich die Konsistenz einfach nicht, da hungere ich lieber.

Was hast du immer zu Hause?
Mehl, Kristallzucker, Puderzucker und Eier sind meistens daheim. Butter genauso. Nudeln, Reis, Erdäpfel, Sellerie, Tomaten, Sojabohnen im TK, Linsen, Brokoli, Tofu...
Spontane Besuche wären also gar kein so großes Problem! (lacht)

Koch-Tipps für vorsichtige Anfänger?
Einfach ausprobieren! Einfach schauen, was mag ich gerne essen und wie kann ich das kombinieren...Es geht sehr selten schief, man kann‘s immer essen. Es ist mir sicher auch schon öfters passiert, das es nicht ganz so super geschmeckt hat, aber hungrig war ich danach noch nie (lacht)


Apropos, schon mal was schiefgegangen?
So richtig noch nicht wirklich. Ich wollte letztes Silvester unbedingt Knödel machen, hab die vorher probiert und sie sind super gelungen. Und natürlich sind sie dann nix geworden - aber das passiert eben! Nur nicht verkrampft an die Sache herangehen, das kann ja gar keinen Spaß machen, oder?

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Warum hast du zu bloggen begonnen?
Zum einen weil ich darüber gelesen hab und zum anderen weil mich das Technische interessiert hat. Ich war auf einer HTL und hab‘s etwas gelernt. Aber auch wegen dem Studium, weil ich nicht genau wusste ob Journalismus was für mich ist. Hab mich gefragt, wie es denn so ist, wenn man ständig Content produzieren muss. Schaff ich das überhaupt, kann ich das überhaupt...und es ist wirklich überraschend - auch für mich - dass immer wieder was Neues nachkommt. Und wenn man mal kreativ ist, dann geht's ganz von alleine. Das ist für mich eine irrsinnig spannende Erkenntnis aus dem Ganzen. Irgendwann war‘s eben ein Hobby das ich lieb gewonnen hab und der Kontakt mit den Lesern ist so super. Das liebe Feedback usw.


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Dein Anspruch an deinen Blog?
Ich versuche schon regelmäßig zu bloggen, aber manchmal schaffe ich es zeitlich ganz einfach nicht. Aber einmal in der Woche meist schon. Und da ich ja vorwiegend Süßes blogge und koche, ist die Planung nicht ganz so einfach. Weil ich ja nicht an einem Wochenende drei Torten machen kann. Aber manchmal hab ich eben Lust auf ganz was anderes und dann bastle ich zum Beispiel was und berichte darüber. Es findet sich immer irgendwas für Orangenmond.
Der Blog soll schon privat bleiben und mein Hobby, weil ich es sehr schätze, dass ich über das schreiben kann was ich möchte. Ich weiß von der beruflichen Seite, dass es nicht immer so funktioniert. Und der Blog ist eben mein Reich, ich kann schreiben was ich will und muss mir um niemanden Gedanken machen. Aber ich hoffe schon, dass er mich beruflich vielleicht auch weiterbringt. Das sich vielleicht auch mal eine berufliche Chance ergibt. Einfach das in der Kreativität bleiben ist auch gut, so komme ich oft auf Ideen für meinen Job.
Was ich mit dem Blog schon alles erlebt hat, finde ich auch super. Ich gehe jetzt mehr in neue Lokale, lerne viele neue Leute kennen und das bereichert mein Leben auch.


Wie war das mit der Blog-Namensgebung?
Das war Zufall. Ich hab schon in der Schulzeit immer Projekte programmiert und denen eben immer den Namen Orangenmond gegeben. Orangenmond deswegen, weil ich von meiner Tante einen kleinen Schlüsselanhänger - einen orangen Mond - geschenkt bekommen hab. Mein Vater ist Niederländer und daher hat es ganz gut gepasst und eben auch für dieses Projekt!


Wie misst du Erfolg?
Ich freu mich immer sehr über Mails von Bloglesern, wenn die mir über ihre Erfahrungen mit meinem Rezept berichten. Und zum anderen, wenn ich dann eine Torte auf den Tisch stelle und alle: "wow" machen! Zu Halloween hab ich Kürbis-Spice-Cookies zu einer Party mitgebracht und die waren so schnell weg, weil sie alle geliebt haben. Zwei Wochen später hab ich SMS mit Rezeptfragen bekommen und das ist das Schönste an dem Ganzen!

 

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