Oralsex mit Betrunkener ist in Oklahoma keine Vergewaltigung

Ein schockierendes Urteil eines US-Gerichts zeigt wieder einmal, wie weit Vergewaltigungskultur gehen kann.

Dieses Gerichtsurteil lässt viele ratlos zurück: ein Gericht in Oklahoma hat einen 17-Jährigen freigesprochen, der eine 16-Jährige zu Oralsex genötigt haben soll, während sie betrunken war.

Er habe die 16-Jährige nicht vergewaltigt, heißt es jedoch in der Urteilsverkündung. Der junge Mann habe die 16-Jährige nach einem Abend im Park nach Hause bringen wollen, berichtet der Guardian. Zuvor hatten sie mit Freunden Alkohol getrunken.

"Keine Vergewaltigung, wenn bewusstlos"


Nachdem die 16-Jährige in diesem Zustand zuhause abgeliefert worden war, wurde sie schließlich ins Krankenhaus gebracht. Dort stellte man einen Blutalkoholspiegel von 3,4 Promille fest. Außerdem wurden DNA-Spuren des 17-Jährigen auf ihrem Mund und an ihrem Bein gefunden.

Es könne nicht von erzwungenen sexuellen Handlungen gesprochen werden, wenn das Opfer so betrunken ist, dass es beim Oralsex vollständig bewusstlos ist, lautete schließlich das Gerichtsurteil. Der Anwalt des Beschuldigten sagte gegenüber dem "Guardian" sogar: "Es gibt absolut keine Hinweise darauf, dass er sie gezwungen haben soll. Außer, dass sie zu betrunken war, um ihr Einverständnis zu geben."

KritikerInnen des Urteils sehen darin eine höchst problematische Argumentation, die Gewalt gegen Frauen verschleiere.

 

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