Opfer von Zwangsprostitution wegen Mord an Peiniger zu lebenslang verurteilt

Mit 16 wurde sie unter Drogen gesetzt und an Männer verkauft. Für den Mord an einem ihrer Peiniger muss Cyntoia Brown nun lebenslang in Haft. Unter dem Hashtag #FreeCyntoiaBrown zeigen auch Promis ihre Empörung über das Urteil.

Prominente wie Kim Kardashian, Rihanna oder Cara Delevigne fordern Gerechtigkeit für Cyntoia Brown, ein heute 29-jähriges Opfer von Menschenhandel und Prostitution. 2004 erschoss sie einen Mann, der sie tagelang unter Drogen gesetzt, vergewaltigt und mit einer Waffe bedroht hatte.

Seit über 13 Jahren in Haft

2004 wurde die damals 16-Jährige für den Mord am 43-jährigen Johnny Allen verhaftet. Cyntoia Brown lebte zu diesem Zeitpunkt mit einem 24 Jahre alten Mann namens "Cut Throat", der sie in die Prostitution gezwungen hatte und sie als ihr Zuhälter an Männer verkaufte. Auch an Allen, der sich Aussagen zufolge Brown gegenüber unberechenbar und angsteinflössend verhielt.

Brown hatte Angst um ihr Leben und erschoss Allen mit einer Waffe, die sie in ihrer Handtasche trug. Nach 13 Jahren, die sie bereits in Haft verbracht hat, wurde im Mordprozess gegen Cyntoia Brown nun das Urteil verkündet: 51 Jahre, also lebenslänglich. Brown, die zum Tatzeitpunkt vor dem Gesetz noch ein Kind war, das sexuellen und körperlichen Missbrauch erlebte, wird also frühestens mit 67 Jahren aus dem Gefängnis entlassen werden.

#FreeCyntoiaBrown: Große Empörung über das Urteil

Das Urteil erhitzt die Gemüter, sowohl bei BürgerInneninitiativen als auch bei prominenten Persönlichkeiten:

"Haben wir irgendwo auf dem Weg die Definition von 'Gerechtigkeit' geändert?? Denn .... etwas läuft verdammt falsch, wenn unser System die Vergewaltiger schützt und das Leben des Opfers einfach weggeworfen wird!" postete Rihanna unter dem Hashtag #freecyntoiabrown auf Instagram.

Kim Kardashian West tweetete, dass sie sogar ihre Anwälte eingeschalten hätte, um zu sehen, was man für Cyntoia tun könne.

Dokumentation über Cyntoias Fall

Filmemacher Dan Birman hat Cyntoias Gerichtsverfahren ab 2004 sieben Jahre lang begleitet und schildert in "Me Facing Life: Cyntoia's Story" auch, wie die junge Frau während des Prozesses behandelt wurde, geschlagen, gewürgt, weggezerrt. Birmans Dokumentation führte letztlich dazu, dass der US-Bundesstaat Tennesse seine Gesetze zum Schutz von Minderjährigen verschärfte - für Cyntoia kam die Änderung jedoch zu spät.

Die mittlerweile 29-Jährige hat in der Haft ein Studium abgeschlossen und arbeitet mit Institutionen zusammen, die sich um jugendliche StraftäterInnen kümmern.

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