Online-Petition für Psychotherapie auf Krankenschein

Psychische Krankheiten sollten von den österreichischen Krankenkassen endlich so behandelt werden wie physische.

Unter dem Titel „Psychotherapie auf Krankenschein für alle - jetzt!" haben die Grüne Nationalratsabgeordnete sowie Psychotherapeutin und Klinische und Gesundheitspsychologin Eva Mückstein und die Grünen-Chefin Eva Glawischnig eine Online-Petition im Parlament eingereicht, die Psychotherapie auf Krankenschein für alle, die es brauchen, fordert. HIER kann man die Petition online unterzeichnen.

"Psychische Krankheiten sind genauso normal wie physische"


Auf change.org wurde die Petition von Gabriel Walter bereits von 3.700 Menschen unterschrieben.

Psychische Krankheiten sollten von den österreichischen Krankenkassen endlich so behandelt werden wie physische, heißt es im Text zur Petition. Dies sei momentan nicht der Fall. Psychisch kranke Menschen müssen für ihre Behandlung bei PsychotherapeutInnen oftmals zwischen 200€ und 400€ pro Monat ausgeben, von denen ihnen jedes Mal nur rund 90€ zurückerstattet werden, kritisiert der Initiator.

"Die Tatsache, dass Betroffene zusätzlich einem wesentlich höheren Armuts- und Arbeitslosigkeitsrisiko ausgesetzt sind und sich viele die Behandlung nicht einmal leisten können, ist dabei nur die Spitze des Eisbergs", schreibt er. Die Petition fordert deshalb: Psychotherapie auf Krankenschein für alle, die es brauchen. Und bis zur Umsetzung dessen eine inflationsbedingte Anpassung der momentanen Zuschüsse, die seit 1992 nicht erhöht wurden.

Diese Maßnahmen müssten umgesetzt werden


Was dazu nötig ist? Ein bundesweit einheitlicher, vernünftiger Rahmenvertrag zur kassenfinanzierten
Psychotherapie zwischen dem Hauptverband der Sozialversicherungsträger (HVB) und dem Österreichischen Bundesverband für Psychotherapie (ÖBVP). Dieser Rahmenvertrag ist bereits
seit 1991 im Allgemeinen Sozialversicherungsgesetz (ASVG) für die Psychotherapie vorgesehen. Damals wurden sogar für genau diesen Zweck die Sozialversicherungsbeiträge erhöht, trotzdem
verweigern bis heute die Krankenkassen die Umsetzung dieses Patientlnnen-Rechts.

Der Hintergrund der Petition


Der 21-jährige Initiator leidet selbst an wiederkehrenden Depressionen, wie er schreibt. "Ich schaffte die Matura, ein Studium musste ich aufgrund einer akuten Depression abbrechen. Es folgte ein halbes Jahr Psychiatrie. Heute bin ich in guter einzeltherapeutischer Betreuung, die ich mir jedoch auch selbst finanzieren muss - und das mit einem Lehrlingsgehalt bzw. der aufgestockten Mindestsicherung."

Eva Mückstein, Gesundheitssprecherin der Grünen, sagt: "Wartezeiten auf eine Kassenplatz in den Instituten bis zu einem Jahr und im niedergelassenen Bereich bis zu 7 Monaten sind unerträglich und benachteiligen und diskriminieren eine PatientInnen-Gruppe, die sich besonders schwer zu Wort melden kann. Wer so schwere Panikattacken hat, dass er nicht aus dem Haus gehen kann oder so depressiv ist, dass jede Handlung zur Überwindung wird, tut sich auch schwer, die eigenen Rechte einzufordern. Die Krankenkassen nützen es, dass psychisch Kranke keine starke Lobby haben. Das ist zutiefst unsozial und sollte von den Regierungsparteien nicht länger geduldet werden."

 

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