Olivia Peter: Platt, platter, Platten

Als September-Geborene besitzt WIENERIN-Kolumnistin Olivia Peter ein T-Shirt, auf dem steht: "September girls are sunshine with a little hurricane." Sie findet, das trifft ihr Leben ziemlich gut.

Olivia Peter Kolumne Feb.

Das Auto muss zum Service. Großes Service. Das bedeutet: große Rechnung. Es ist einiges hin. Bremsen. Scheibenwischblätter. Kupplung. Die Elektronik vom Kofferraum. Ich lasse alles reparieren . Was bleibt mir auch für eine Wahl?

PANNE EINS. Es passiert, was in solchen Fällen meistens passiert. Die Elektronik ist verwirrt und zeigt an, dass der Kofferraum nicht schließt. Netterweise erst, als ich das Auto am Parkplatz meiner Arbeitsstätte abstelle. Problem: Ich bin in Wien. Die Werkstatt ist in Korneuburg. Also bleibt das Auto, wo es ist. Kaputt am Parkplatz. Dort steht es auch noch wenige Stunden später, als ich gestresst einsteige. Zu Hause wartet Besuch. Ich starte. Das Auto startet. Wir beide stottern. Das Auto, weil die Parkbremse aktiviert ist. Ich, weil ich sie nicht lösen kann. Das Ding ist nämlich folgendes: Wenn die Elektronik des Autos erkennt, dass eine Tür offen ist, fährt es nicht los. An sich eine kluge Erfindung. Nicht aber, wenn man weiß, dass der Kofferraum eh zu ist, aber halt angezeigt wird, er sei offen. Ich mache, was souveräne Frauen in solchen Momenten machen: Ich dreh durch! So richtig!

Am nächsten Tag: Anruf beim Pannendienst. Rede lang und umständlich und mindestens fünf Minuten auf den armen Helfer ein. Elektronik! Parkbremse! Katastrophe! Und überhaupt! Der Mitarbeiter besieht sich das Problem. Schmunzelt. Fischt eine Schraube aus dem Kofferraum, die sich zwischen Kofferraumdeckel und Verschluss verklemmt hat. Sagt: "Erledigt!" Gefühlte Dauer der Reparatur: zwischen drei und fünf Sekunden. Selten war mir was so peinlich!! Ich hab's einfach nicht gesehen. Wenigstens startet das Auto dann nicht. Weil der Kofferraum ja die ganze Nacht "offen" war, hat sich die Batterie entladen. Ich bin fast dankbar, dass ich jetzt Starthilfe brauche und meinem Auftritt dadurch etwas von seiner Peinlichkeit genommen wird.

PANNE ZWEI. Aber der Tag soll noch nicht zu Ende sein für mich. Denn als ich wenige Stunden später meine Arbeit (mit nun funktionierendem Auto) verlasse, übersehe ich eine Straßenbahnrampe. Rumple voll drüber. Das Auto fährt noch heiße drei Meter und bleibt dann mit aufgeschlitztem Reifen liegen. Was soll ich sagen? Jetzt brauche ich vier neue Winterreifen. Die Elektronik meines Kofferraums muss repariert werden, weil die verklemmte Schraube doch mehr Schaden angerichtet hat als gedacht. Aber weil ich eine unverbesserliche Optimistin bin, sehe ich das Gute in der Situation: Ich kann den Rechnungsbetrag nicht lesen, den mir die Werkstätte ausstellen wird -weil irgendwo zwischen Panneneinsatz eins und zwei habe ich meine Brille ausgestreut. Und damit bin ich blind für weitere Probleme!

 

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