Öko-Test: 12 von 18 Puppen sind nicht sicher für Kleinkinder

Sicherheitsmängel aufgedeckt: Stoffpuppen fallen ebenso durch wie Modelle aus Kunststoff.

Wer Kindern Puppen zu Weihnachten schenken möchte, sollte aufpassen und genau hinsehen. Das Magazin "Öko-Test" hat Puppen für Kinder unter drei Jahren getestet: insgesamt 18 Stück, davon zehn Stoffpuppen und acht mit Plastikanteilen wurden genauer unter die Lupe genommen. Das Ergebnis fällt nicht gut aus.

Kleinkind mit Puppe

"Wir ließen die Puppen umfassend auf Schadstoffe und Praxistauglichkeit prüfen. Besonders interessierte uns, ob sie den Sicherheitsanforderungen der Spielzeugnorm genügen. Zudem haben wir mehrere Labore nach versteckten Schadstoffen fahnden lassen", so Öko-Test in der aktuellen Ausgabe (12/2018). 

Zunächst die gute Nachricht: Immerhin fünf Puppen sind mit „gut“ oder sogar „sehr gut“ ausgezeichnet worden. Doch der Großteil der Puppen fiel durch. 

Schadstoffe und Sicherheitsmängel bei Puppen

Zwölf Puppen haben den Test nicht bestanden. "Wir beurteilen sie nur mit 'mangelhaft' oder 'ungenügend'. Das liegt vor allem an der schwachen Verarbeitung oder gefährlichen Accessoires. Solche Mängel haben sowohl Stoff- als auch Kunststoffpuppen", so Öko-Test. An vielen Puppen lösen sich Kleinteile, die Kinder verschlucken können. Auch Nähte gehen oft sehr leicht auf und geben die Füllung frei. Wenn sich Kinder diese in den Mund stopfen, können sie daran ersticken. Die Puppen erfüllen in diesen Fällen nicht mehr die europäische Spielzeugnorm EN 71, erklärt Öko-Test. Unter anderem sind diese Puppen als „nicht verkehrsfähig“ durchgefallen:

  • Toys“R“Us: Bei der Puppe You & Me Neugeborenes Baby löst sich der Klettverschluss, kritisiert Öko-Test. Außerdem enthält sie Bisphenol A, ein besorgniserregender Schadstoff, der die Fruchtbarkeit beeinträchtigen kann. Auch halogenorganische Verbindungen, PVC und Ersatzweicher fand Öko-Test. Der Hersteller hat die Puppe jetzt aus dem Verkauf genommen.
  • Nanchen: Die Puppe Ronja hat ein rotes Kleid, das abfärbt. Außerdem löst sich die Naht und gibt die Füllung frei. Der Hersteller bietet Kunden an, die Puppe umzutauschen.
  • Heidi Hilscher: Die Puppe Dida verfügt über ein langes Haarband, das sich löst und an dem sich Kinder strangulieren können. Der Hersteller will hier nachbessern.

"Zwei Puppen im Test tragen ein zu weites beziehungsweise zu langes Haarband. Damit könnten sich Kinder schlimmstenfalls strangulieren. Das gilt auch für einen zu langen Wollfaden, der einen Puppenzopf im Test zusammenhielt. Er ließ sich zu leicht lösen", schriebt Öko-Test außerdem. 

Generell warnt die Zeitschrift vor Kunststoffpuppen: "Alle Kunststoffpuppen enthalten chlorierte Verbindungen und Ersatzweichmacher. Die erste Stoffgruppe ist ein Umweltproblem und verursacht in der Müllverbrennung gesundheitsschädliche Dioxine. Die zweite Gruppe kommt anstelle der gesundheitsschädlichen Phthalatweichmacher zum Einsatz. Doch über die Wirkungen der Ersatzweichmacher ist noch zu wenig bekannt."

Alle Ergebnisse kannst du im E-Paper von Öko-Test nachlesen.

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