Obsorge neu

Wenn Eltern sich trennen, ist das für Kinder immer ein einschneidendes Erlebnis. Um auf die Ängste und Bedürfnisse ihrer Kinder bestmöglich reagieren zu können, sollen sich Eltern, nach einer Gesetzesänderung, künftig vor einer Scheidung informieren.

Wie gut Kinder lernen, mit dieser Situation umzugehen, und wie schnell sie sich in diesem neuen Lebensabschnitt zurechtfinden, hängt nicht zuletzt vom Verhalten der Eltern und von ihrem Umgang miteinander, aber auch mit dem Kind ab. Denn jedes Kind reagiert anders auf eine Trennung - aber jedes Kind reagiert.

Hier setzt die Beratung von RAINBOWS gezielt an, denn hier passieren die häufigsten Missverständnisse und Fehldeutungen.


So hat ein Kind, das nach einer Scheidung immer stiller, braver und angepasster wird, die Trennung zumeist nicht - wie Eltern dies annehmen - besonders gut, sondern vielleicht noch gar nicht verarbeitet. Es steckt noch mitten drinnen in seinen Ängsten, dass vielleicht auch die Mama geht, wenn es nicht „brav" ist. Oder das Kind, das nach der Trennung laut und aggressiv wird - weil es extrem verunsichert ist, weil ihm niemand klar sagt, was als nächstes passiert, und wie es mit ihm weitergeht. Dieses Kind macht verzweifelt auf sich aufmerksam, um seinen Eltern zu sagen: Beachtet mich, redet Klartext mit mir, ich brauche einen Plan.

Eltern vor der Scheidung

Eltern übertragen nach der Trennung ihre Enttäuschung, ihre erlebten Kränkungen und ihre Unsicherheit oft auf die Kinder. Oder sie versuchen, sie möglichst aus allem herauszuhalten. Beides kann Kinder sehr verwirren. Bei den RAINBOWS Impulsvorträgen, Seminaren und auf Wunsch auch Einzel- und Paarberatungen steht das Kind im Fokus. Eltern werden darauf vorbereitet wie Kinder reagieren können. Und wie sie selbst reagieren sollten, wenn vom Kind keine Reaktion kommt. Hier wird besprochen, was ein Kind vor, während und nach einer Trennung der Eltern am meisten braucht. Betroffene Eltern bekommen Tipps, was sie dazu beitragen können, dass ihr Kind in dieser emotionalen Situation bestmöglich aufgefangen wird. Und es werden bereits im Vorfeld mögliche Hilfestellungen vorgestellt, die Eltern und Kinder in Anspruch nehmen können.

Kindern in stürmische Zeiten

Seit 1991 unterstützt RAINBOWS Kinder- und Jugendliche und deren Eltern in der schwierigen Lebensphase nach Trennung oder Scheidung. RAINBOWS ist damit die einzige Organisation in Österreich, die auf über 20 Jahre Erfahrung in diesem Bereich verweisen kann.


In den RAINBOWS-Gruppen treffen die betroffenen Kinder und Jugendlichen (zwischen 4 und 17 Jahren) auf Gleichaltrige, die genau wissen wie sie sich gerade fühlen. Denn Wut, Angst, Selbstzweifel und Schuldgefühle sind die ständigen Begleiter von Trennungskindern. In der Gruppe verstehen alle, warum sie traurig oder zornig sind.

In 14 wöchentlichen Gruppentreffen unter der Leitung einer qualifizierten RAINBOWS-Gruppenleiterin werden nach einem bewährten Konzept wichtige Themen in Zusammenhang mit Trennung oder Scheidung altersgerecht und kreativ bearbeitet. Die Kinder erhalten Anregungen, ihre Gefühle auf verschiedene Arten zum Ausdruck zu bringen und lernen, mit der neuen Familiensituation besser zu Recht zu kommen.

Drei begleitende Gespräche mit den Eltern bzw. Elternteilen runden das gruppenpädagogische Angebot ab. In der RAINBOWS-Gruppe wird Ihnen auch vermittelt, dass das Leben weitergeht. Vielleicht ganz anders als zuvor, aber nicht unbedingt schlechter, vielleicht sogar besser.


Neue RAINBOWS-Gruppen für Kinder und Jugendliche zwischen 4 und 17 Jahren, deren Eltern sich getrennt haben, starten im Februar/März an vielen Orten in Österreich!


Auch die Beratungen nach einer einvernehmlichen Scheidung lt §95 werden in vielen Regionen Österreichs angeboten!


Nähere Informationen und Anmeldung unter: www.rainbows.at

Bei unverheirateten Paaren stand bisher die Obsorge alleine der Mutter zu. Nun können auch ledige Väter die gemeinsame oder die alleinige Obsorge (auch gegen den Willen der Mutter) beantragen, die Entscheidung liegt beim Richter. Vor einvernehmlichen Scheidungen muss der Besuch einer Elternberatung nachgewiesen werden. Im Fokus stehen dabei die Kinder.

Bei strittigen Sorgerechtsfällen ist künftig die Familiengerichtshilfe dabei behilflich, einvernehmliche Lösungen zu finden. Das Besuchsrecht wird zum Kontaktrecht. Besuchsmittler unterstützen dabei, dass es eingehalten wird, indem sie mit den Eltern die Themen bearbeiten, die es ihnen schwer machen, das Kontaktrecht zuzulassen.
Das Gericht kann bei Streitfällen eine „Phase der vorläufigen elterlichen Verantwortung“ von einem halben Jahr verordnen. In dieser Zeit bleibt die bisherige Obsorgeregelung aufrecht. Es muss festgelegt werden, wer die hauptsächliche Betreuung des Kindes hat, Kontaktrecht und Unterhalt müssen geregelt werden. Erst danach fällt eine endgültige Entscheidung.
 

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