Nur Ja heißt Ja: Dänemark will Zustimmung zu Sex im Gesetz verankern

Nach Schweden will nun auch Dänemark ein neues Vergewaltigungsgesetz erlassen.

Gesetzeshammer

In Zukunft muss in Dänemark ausdrücklicher Konsens bei sexuellen Handlungen bestehen, um sich nicht strafbar zu machen. Das erklärte die dänische Regierung in einer Mitteilung am Dienstag. Statt "Nein heißt Nein" gilt künftig also das "Ja heißt Ja"-Prinzip. Schweden hat ein ähnliches Gesetz bereits 2018 erlassen und gilt hier als Vorbild.

"Verständnis von Vergewaltigung ändern"

"Wir müssen das gesellschaftliche Verständnis von Vergewaltigung ändern, und eine neue einwilligungsbasierte Vergewaltigungsbestimmung ist ein Meilenstein in diesen Bemühungen", so Justizminister Nick Hækkerup in der Mitteilung. Der Gesetzesvorschlag soll bereits im Oktober ins Parlament eingebracht werden.

Was gilt als Zustimmung?

Wie die Nachrichtenagentur Ritzau berichtet, ist es mit der Definition von Zustimmung nun doch nicht ganz so simpel, denn auch Geräusche, Berührungen oder Handlungen wie Küsse können als Ausdruck der Einwilligung gelten. Passivität soll jedenfalls nicht mehr als stilles Einverständnis interpretiert werden können.

Bislang eine Verurteilung in Schweden

Die Einführung des schwedischen Vergewaltigungsgesetzes im Juli 2018 sorgte für viele Diskussionen - insbesondere darüber, was denn nun als verbale oder nonverbale Zustimmung gelte. Bislang kam es zu einer Verurteilung wegen "unachtsamer Vergewaltigung" aufgrund der neuen Gesetzeslage: Ein Mann hatte eine junge Frau zu sexuellen Handlungen genötigt, welche sie ausdrücklich verweigert hatte.

Die schwedische Regierung hatte das neue Gesetz nach der #MeToo-Debatte 2017 vorangetrieben. In dem skandinavischen Land, das für seine Gleichberechtigung bekannt ist, hatte die Debatte besonders hohe Wellen geschlagen.

 

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