Nur 4,5 Jahre Haft für Trainer, der Mädchen jahrelang missbrauchte

Ein 61-Jähriger soll über Jahre mehrere Mädchen missbraucht haben. Dafür gibt es viereinhalb Jahre Haft.

Ein Wiener Volleyballtrainer, der von 2000 bis 2016 sechs Mädchen missbraucht hat, ist am Mittwoch am Wiener Landesgericht zu einer viereinhalbjährigen Freiheitsstrafe verurteilt worden, wie "Der Standard" berichtet. Zusätzlich muss er drei Opfern 3.000 Euro zahlen.

Die Kinder waren meist zwischen neun und elf Jahre alt, als er sie sexuell missbrauchte und ihre Geschlechtsteile fotografierte. "Ich habe mir das gerne angesehen, es macht mich glücklich", hatte er damals über seine kinderpornografischen Bilder laut "Standard" gesagt. Allein 42 Fotos zeigen seine damals sechsjährige Enkelin. Die anderen Opfer stammen aus der Volleyballmannschaft, auch ein Nachbarsmädchen ist darunter.

"Wenn Sie nicht umfassend geständig gewesen wären, wäre die Strafe höher ausgefallen", betonte Richterin Sonja Höpler-Salat in der Urteilsbegründung. Dem Angeklagten wurde zugutegehalten, "dass Sie nicht bis zum Äußersten gegangen sind. Es ist zu keinem Geschlechtsverkehr gekommen, was wir hier leider immer wieder erleben". Dessen ungeachtet sei "klar, dass Sie diesen Mädchen übel mitgespielt haben. Man kann nur hoffen, dass sie diesen Rucksack nicht ewig mit sich herumtragen müssen", sagte Höpler-Salat laut den "Oberösterreichischen Nachrichten".

"Leiden jahrelang unter Folgen"

Der 61-Jährige war mit dem Urteil einverstanden. Der Staatsanwältin war die Strafe bei einem Strafrahmen von einem bis zu zehn Jahren jedoch zu gering. Sie meldete Berufung an. Das Urteil ist nicht rechtskräftig.

Lian Kanzler, der drei Mädchen vertrat, betonte noch laut wien.orf.at: "Er hat seine Opfer gezielt ausgesucht und zu ihnen eine emotionale Bindung aufgebaut. Er hat sie zu seinen Lieblingskindern gemacht und ihnen das Gefühl gegeben, etwas Besonderes zu sein.“ Die Mädchen und jungen Frauen würden noch Jahre nach dem Erlebten unter den psychischen Folgen der Übergriffe leiden. Der Österreichische Volleyballverband (ÖVV) reagierte mit einer Anlaufstelle für Betroffene.

 

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