Nix mehr mit "Noch wach?"-SMS: Dating in Zeiten von Corona

Gmiatliches Spritzertrinken zum Kennenlernen (oder unkomplizierte Sex-Dates, no judging!) verschieben sich durch Covid-19 gerade ein wenig nach hinten. Stattdessen gibt’s ganz viel Hin-und-her-schreiben, Videotelefonieren und vielleicht ein bisserl Sexting.

Corona Dating

Es ist ja so: Das anfängliche Anbandeln ist beim Dating ja grundsätzlich das Schönste. Dieses Hin-und-Her-Schreiben, wo man noch bei jeder eingehenden Nachricht einen kurzen innerlichen Freudentanz macht oder ein erstes Treffen, bei dem man einen Spritzer nach dem anderen bestellt und irgendwann die Zeit übersieht (weil man im besten Fall mit ganz viel Schmusen beschäftigt ist).

Wieder mehr Romantik, bitte!

Okay, das ist jetzt vielleicht sehr romantisiert, aber so in etwa wär’s doch schön. In Zeiten von Dating-Apps, "Noch wach?"-SMS und Booty-Calls um drei Uhr morgens scheint diese Erste-Date-Romantik aber ohnehin abhanden gekommen zu sein (sagen zumindest Boomer in Kolumnen und ein bisserl stimmt’s ja, wenn wir ehrlich sind).

Corona erinnert uns aktuell alle daran, wieder mehr miteinander zu reden bevor’s (körperlich) ans Eingemachte geht. (Und ja, das erinnert alles sehr an Netflix‘ Love Is Blind. Lasst uns einfach alle hoffen, dass uns die Barnetts erspart bleiben und bitte seid keine Jessica, okay?)

Dating-Expertin Maria Sullivan von der Plattform dating.com ist davon überzeugt, dass Covid-19 der Romantik ganz gut tut. "So bekommen Singles die Möglichkeit, sich nur durch Fragen über sich, ihre Familien und ihre Hobbies kennen lernen", so Sullivan gegenüber Cosmopolitan. Dies würde es beiden Parteien ermöglichen, sich aufgrund von Ähnlichkeiten näher zu kommen und nicht aufgrund von körperlichem Aussehen oder Lust.

Mehr reden, weniger schmusen

Dass sich danach viele sehnen, zeigen die Zahlen: Nahezu alle Dating-Apps verzeichnen aktuell ein deutliches Mehr an Matches als noch vor Corona – im Schnitt sind es laut dating.com rund 82 Prozent mehr.

Auch Bumble überlegt aktuell, wie man auf die Situation reagieren kann, damit aus Social Distancing nicht Einsamkeit wird. Das Videochat-Feature der App laufe aktuell auf Hochtouren.

Darüber hinaus sei die aktuelle Pandemie auch eine großartige Möglichkeit, um zu sehen, wie sich potenzielle Partner*innen in Stresssituationen verhalten, so Nancy Ruth Deen, Trennungscoach bei Hellobreakup gegenüber Cosmopolitan. Corona hat selbstverständlich nichts Positives, für viele Menschen geht es ums Überleben und kein vermeintlich positiver Nebeneffekt kann das wegargumentieren. "Aber wenn man gleich zu Beginn einer blühenden Romanze sieht, wie jemand unter diesen Umständen agiert, kann man gut abschätzen, wie Menschen mit Veränderungen im Leben umgehen."

 

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