Niki Osl stellt ihr erstes Buch vor

Designerin Niki Osl hat nicht Size Zero und es echt satt, dass Frauen sich so mit Figur und Kilos beschäftigen. Ihr erstes Buch "Die Gräfin in mir" handelt folglich von einer Frau, die nicht dem Ideal entspricht. Ein WIENERIN-Gespräch über Ideale, Feminismus und ihren Nachbarn - Alexander Van der Bellen.

Bekannt ist Hutdesignerin Niki Osl durch ihre Blumenkränze geworden. Ihr Lable Miss Lillys Hats ist auf internationalen Modeschauen vertreten, Lena Hoschek mag sie sehr und sogar US-PopröhreLana del Ray hat die romantischen Blumenkränze schon stolz getragen. Am Mittwoch präsentierte sie im Wiener MAK Salon Plafond ihr erstes literarisches Werk: "Die Gräfin in mir" heißt ihr Debutroman, den sie "nebenbei in drei Monaten" geschrieben hat. Reingelesen wurde bei der Präsentation von der deutschen Moderatorin Enie van de Meiklojes.
Die WIENERIN bat Niki davor noch zum Interview.

WIENERIN: "Die Gräfin in mir" - handelt von einer Frau, die nicht den sogenannten Idealmaßen entspricht: Wer ist denn die Gräfin in Ihnen?

Niki Osl: Auch die Frau, die nicht den Idealmaßen entspricht und ich hab auch eine Zeit gebraucht, um mich damit anzufreunden, dass ich eben nicht so bin, wie die Frauen in den Magazinen und wie die Modewelt uns allen das vorgibt. Also das Buch hat mich in der Frage schon auch näher zu mir gebracht.

Wie groß ist denn der Druck aus der Modewelt?

Für mich ist es jetzt nicht mehr so schlimm, aber ich sehe es an meinen Freundinnen: Es gibt kaum eine, die sagt, sie ist zufrieden mit sich. Und zwar egal, wie schlank sie ist. Jede hat was auszusetzen und ich finde das wahnsinnig schade, denn jeder und jede ist doch so schön wie er oder sie ist.

Der Magerwahn ist ein Dauerthema, auf Instagram gibt es unter jungen Mädchen haufenweise neue, kranke Magertrends und es gibt auch wieder die Diskussion, ob man ein Gesetz gegen Magermodels auf den Laufstegen machen sollte (wie in Frankreich seit 2015 umgesetzt). Würden Sie so etwas unterstützen?

Osl: Absolut. Ich hab ja früher in der Werbung gearbeitet und wollte bei Kampagnen immer Models mit Größe 38 haben, aber das ist ja schon Plus Size - die gibt es in den Agenturen praktisch nicht. Das hat mich immer gestört. Nicht, weil ich was gegen dünne Mädchen habe, aber nicht jede ist schön so. Manchen passt es einfach besser, wenn sie Größe 38 oder 40 haben. Dass es so wenig Vielfalt hier gibt, finde ich wirklich schade.

Ich hab keine Idealmaße und es trotzdem weit gebracht

Was ist denn Ihre Botschaft an junge Mädchen, die gerade auf dem Weg sind eine Frau zu werden?

Osl: Was ich Mädchen mitgeben kann: Ich hab nicht diese Idealmaße und bin sehr glücklich damit und ich glaube, ich habe es sehr weit gebracht, in dem was ich tue. Jede Frau hat so eine Gräfin in sich, die man nur erwecken muss.

Was hat denn der ganze Feminismus gebracht?

Wenn Sie sehen, dass junge Mädchen hungern oder sich in Klums Castingshow auf ihre Figur reduzieren lassen: Was geht der Feministin Niki Osl da durch den Kopf?

Osl: Ich finde das wirklich traurig, denn ich frage mich: Was hat der ganze Feminismus gebracht, wenn sich junge Frauen heute nur darüber definieren, dass sie Models und dünne Menschen sein wollen, die dafür auch noch berühmt werden? Sich über Schlankheits- oder auch den Jugendwahn zu definieren, ist doch ein Wahnsinn für den Feminismus. Wir werden nämlich alle älter und auch jene, die heute so zynisch alle aussortieren, werden irgendwann einmal älter. Und dann?

Noch was Politisches: Sie haben auf Facebook ganz klar eine Wahlempfehlung für Alexander Van der Bellen ausgesprochen. Warum?

Osl: Weil ich ein absoluter Gegner der FPÖ bin. Diese Partei hat sich so viel geleistet, hat auch so viel kaputt gemacht, als sie in der Regierung war - das ist jetzt scheinbar vergessen. Von dem Rechtsruck ganz abgesehen. Und als jemand, der in der Öffentlichkeit steht, möchte ich mich hier positionieren und Farbe bekennen: Diese Farbe ist grün.

Van der Bellen ist mein Nachbar

Haben Sie auch ein Argument für Alexander Van der Bellen oder ist er nur ein Argument gegen Norbert Hofer?

Osl: Ja, ich finde, dass er ein wahnsinnig gebildeter Mensch ist. Ich möchte, dass genau so jemand Österreich nach außen vertritt. Er hat das Herz am rechten Fleck er ist dazu auch noch mein Nachbar....

..ach wirklich?

Osl: Ja, ist er. Und er liebt Hunde - obwohl das eher nicht wahlentscheidend sein wird, denke ich. Aber er hat einfach die richtige Einstellung.

"Die Gräfin in mir" ist bei hockebooks erschienen.
E-Book unter www.hockebooks.de

 

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