Nierengesundheit

Viele Menschen achten auf Herz, Lunge und Magen, doch die Nieren werden vergessen! Und das, obwohl Nieren- und Blasenprobleme zu den häufigsten Krankheiten zählen. Warum und vor allem wie Sie für gesunde Nieren sorgen, haben wir für Sie zusammengefasst.

Niere: Die wichtigste Filteranlage des Körpers

Ein durchschnittlicher Mensch hat etwa sechs Liter Blut im Körper, das etwa 300 Mal täglich durch beide Nieren transportiert wird.

Nierenerkrankungen sind in ihrem Verlauf problematisch:

Lange bleiben sie unbemerkt, die Entwicklung von Schäden bis hin zum Nierenversagen verläuft meist schleichend.

Etwa zehn Prozent der erwachsenen Allgemeinbevölkerung in Österreich weisen eine eingeschränkte Funktion der Niere auf, zirka die Hälfte davon wird in der Medizin als signifikant eingeschränkt bezeichnet, das heißt mit einer Nierenfunktionsfähigkeit unter 60 Prozent. Erste Anzeichen für eine Nierenfunktionseinschränkung, die von den Betroffenen oft nicht bemerkt wird, aber gefährlich ist, sind Müdigkeit und Leistungsschwäche.

Im fortgeschrittenen Stadium kommt es zu geringerer Harnausscheidung, Ödemen (Wassereinlagerungen im Gewebe), arterieller Hypertonie (Bluthochdruck), Anämie (Blutarmut), Muskelschwäche und Appetitlosigkeit. Wird die Nierenfunktion nicht rechtzeitig verbessert, entwickelt sich in vielen Fällen eine terminale Niereninsuffizienz, die in Folge eine Dialyse oder eine Nierentransplantation notwendig macht.
von Dr. Christian Moser, GFÖ Vorstand und FA für innere Medizin und Nephrologie

Niereninsuffizienz - Was ist das?

Bei einer Niereninsuffizienz handelt es sich um eine Unterfunktion einer oder im schlimmsten Fall auch beider Nieren. Das bedeutet, dass die Nieren nicht mehr oder in eingeschränkter Weise fähig sind, die Schadstoffe aus dem Blutkreislauf zu filtern. Die Folge: mehr Harnstoff, Harnsäure und Kreatinin im Blutkreislauf.

Wie es zur Niereneinschränkung kommt und was Sie tun können, lesen Sie auf Seite 2...

1.) viel Sport, Bewegung, Fitness
2.) regelmäßige Kontrolle des Blutzuckers
3.) Kontrolle und Monitoring des Blutdrucks
4.) Gesunde Ernährung und ausreichende Flüssigkeitszufuhr
5.) Rauchverbot (da Rauchen Durchblutungsstörungen verursacht und das Risiko für Nierenkrebs auf 55% steigt.
6.) Nierenfunktionsüberprüfung und regelmäßige Untersuchung der Nieren von einem Facharzt.

Wie kommt es zur Einschränkung der Nierenfunktion?

Die Ursachen können vielschichtig sein. Zu den Hauptrisikofaktoren zählen die arterielle Hypertonie (Bluthochdruck) ebenso wie Diabetes mellitus. Nikotinabhängigkeit und auch der Altersfaktor spielen gleichsam eine Rolle.

Grundsätzlich ist zu beachten, dass verschiedenste Krankheiten zur Nierenschädigung führen können, wie beispielsweise Nierensteine, chronische Nierenentzündungen, Nierenkrebs, Nierenbeckenentzündungen oder auch die unsachgemäße Einnahme von Schmerzmitteln.

Therapie und Vorsorge

Es gibt verschiedene Therapiemöglichkeiten:

  • Blutwäsche (Hämodialyse), bei der Patienten dreimal wöchentlich mehrere Stunden auf einer Dialysestation verbringen muss. Hier wird das Blut durch spezielle Filter, außerhalb des Körpers gereinigt und anschließend wieder in den Blutkreislauf rückgeführt.
  • Nierentransplantation
  • Bauchfell- oder Peritonealdialyse, bei der das eigene Bauchfell als Filtermembran verwendet wird.
  • Hybrid-Gefäßprothesen: eine neue Behandlungsmöglichkeit in der Dialysechirurgie. Sie bestehen aus einem Kunststoffrohr und einem eingebauten Stent. Derartige Prothesen werden mit geringem Gewebsverlust implantiert.
 

Aktuell