Nie wieder Fehlgeburten? Das sagt eine neue Studie

Britische ForscherInnen haben zum ersten Mal herausgefunden, was mehrfache Fehlgeburten verursacht.

Wiederholte Fehlgeburten bedeuten für betroffene Frauen große psychische Belastungen. Jetzt ist es britischen ForscherInnen der University of Warwick gelungen, eine mögliche Ursache für wiederkehrende Fehlgeburten auszumachen.

Die bahnbrechende Erkenntnis: es könnte ein bestimmter Defekt in der Gebärmutterschleimhaut dahinterstecken. Bereits in fünf Jahren könnte dieses Problem medikamentös behoben werden.

Zu wenige Stammzellen sind Ursache


Eine von fünf Schwangerschaften endet mit einer Fehlgeburt, eine von 100 Frauen erleidet sogar mehrere Fehlgeburten hintereinander (drei oder mehr in Folge).

Um diesem Phänomen auf den Grund zu gehen, analysierten die ForscherInnen Proben der Gebärmutterschleimhaut von 183 Patientinnen, die bereits drei oder mehr Fehlgeburten erlitten hatten. Dabei fiel auf: Verglichen mit einer Kontrollgruppe wiesen die Proben dieser Frauen weniger Stammzellen auf. Stammzellen sind notwendig, damit sich die Gebärmutterschleimhaut immer wieder erneuern kann. Wenn es zu wenige gibt, altert die Gebärmutterschleimhaut schneller und eine erfolgreiche Schwangerschaft wird unwahrscheinlicher.

Therapie in greifbarere Nähe


Das ForscherInnenteam arbeitet bereits an Therapieformen. „Im Frühling 2016 werden wir anfangen, neue Methoden zu testen, die die Gebärmutterschleimhaut verbessern. Erstens wollen wir die Diagnose bei Frauen mit wiederkehrenden Fehlgeburten verbessern, indem wir neue Tests entwickeln. Zweitens gibt es eine Reihe von Medikamenten und Eingriffen, die das Potenzial haben, die Anzahl der Stammzellen in der Gebärmutterschleimhaut zu erhöhen", so die Studienautorin Siobhan Quenby.

Dennoch ließen sich Fehlgeburten damit nicht ganz verhindern, so die ExpertInnen. Denn es gäbe nach wie vor viele andere Ursachen für Fehlgeburten. Ein besonders häufiger Auslöser für Fehlgeburten in der Frühschwangerschaft sind etwa genetische Defekte im Erbgut des Embryos.

 

Aktuell