Nie mehr Flugangst

Über den Wolken fühlt sich nicht jeder ohne Ängste und Sorgen. Für jene, die unter Flugangst leiden, bedeutet dies: Anspannung pur. Muss es aber nicht, sie können die Angst wieder "verlernen".

1. Check-in


„Flugangst ist eine erlernte Angst, die man wieder verlernen kann", sagt die Flugbegleiterin und Psychologin Karin Bonner. Und zeigt, wie man mit ein bisschen Vorbereitung der Angst davonfliegen kann.

Informationen sammeln:

Horrorgedanken (z.B. Angst vor dem Absturz beim Start) lassen sich durch Fakten eindämmen. Dafür muss man nicht Flugzeugtechnik studieren, sondern kann sich etwa unter www.flugingenieur.de informieren. Hier bekommt man Antworten auf viele Fragen, z.B.: „Wie gefährlich ist ein Gewitter? Warum rumpelt es immer nach dem Start?"

Sitzplatzreservierungen:

Diese rechtzeitig vornehmen und überlegen: Wo sitze ich gerne? Am Gang oder am Fenster? Tipp: Über den Tragflächen spürt man Start und Landung am wenigsten. Und beim Einsteigen dem Personal mitteilen, dass Sie unter Flugangst leiden und wo Sie sitzen. Dann wird man Sie auch informieren, wenn eine Wetterzone durchflogen wird und das Flugzeug wackeln könnte.

2. Boarding


Wenn länger nicht geflogen wurde und die Angst davor sehr groß ist; hier einige Vorbereitungshilfen zum langsamen Annähern:

Zum Hören:

Eine CD, auf der ein Flugverlauf mit Geräuschen erklärt wird. Inklusive Antworten darauf, warum kurz nach dem Start das Triebwerkgeräusch leiser wird, etc. (CD-Tipp: Fliegen - Hören und Verstehen. Entspannung für Körper und Seele, zu bestellen unter www.entspannungsmusik.net)

Zum Erleben:

Eine Hilfe zur Angstmilderung kann ein Flughafenbesuch einige Tage vor dem Abflug sein. Oder der Besuch eines Seminars (Seminar für stressfreies Fliegen, Termine unter www.flugangst.at).

Zum Lesen:

Nie mehr Flugangst: Ein Selbsthilfeprogramm in 6 Schritten, Verlag Patmos, € 15,40.

Flugbegleiter:

Mit an Bord sollte neben bequemer Kleidung auch ein SOS-Kit für die Nerven sein: homöopathische Mittel, Baldrian oder Rescue-Tropfen von Bachblüten. Keine Begleiter über den Wolken sollten dagegen Alkohol und Kaffee sein. Denn die können die Angstsymptome verstärken (abgesehen von der Thrombosegefahr).

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3. Emergency-Exit


Folgende Methoden für Körper und Geist sind bei Flugangst besonders wirksam. Und jederzeit anwendbar. Ob noch zu Hause, in der Wartehalle oder während des Flugs:


Muskelentspannung:


Legen Sie die Hände im Schoß ineinander und pressen Sie diese fest zusammen. Gleichzeitig die Gesäßmuskeln anspannen und die Fußsohlen kräftig in den Boden drücken. Diese Spannung fünf Sekunden halten und loslassen. Zwanzig Sekunden entspannen und innerlich zu sich sagen: „Ganz ruhig." Dies mehrmals wiederholen (besonders gut vor dem Start).


Atemübung:


Atmen Sie tief in den Bauch ein und in einem Zug wieder aus. Danach eine Atempause von 3-6 Sekunden einlegen.
Dies so oft wiederholen, bis Sie sich entspannter fühlen.


Horrorgedanken-Stopp:


Aufkommende Angstgedanken und Horrorfilme im Kopf lassen sich mit Hilfe der STOPP-Technik unterbrechen.
Erstens: Stellen Sie sich eine rote Ampel oder ein Stopp-Schild vor, sagen Sie zu sich „ STOPP", um sich aus den Gedanken zu reißen.

Zweitens: Schalten Sie bewusst auf angenehme Gedanken um. Über-legen Sie sich einen Schlüsselsatz (ggf. notieren), der die eigenen Katastrophenszenarien bändigt. Beispiel: „Turbulenzen sind unangenehm, aber für das Flugzeug vollkommen ungefährlich." (Wenn man das nachgelesen hat, kann man mit diesem Satz mehr anfangen.)
Drittens: Konzentrieren Sie sich auf ein schönes Bild, um sich abzulenken. Etwa, wie es am Reiseziel aussehen wird, wie Sie im Liegestuhl liegen, das Meer rauschen hören.

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