Nichts als Leere

Depressionen sind tabu. Auch wenn sie auf dem besten Weg sind zur neuen Volkskrankheit zu werden.

Depressiv oder bloß verstimmt: Der Weg in die Krankheit ist schleichend

Text: Katja Fleischmann

Das Leben besteht nicht nur aus Sonnenschein und guter Laune. Zu dieser Erkenntnis verhilft uns nicht nur der Blick auf den Jahreskalender, sondern auch unsere innere Stimme. Wir alle kennen die Tage, an denen unsere Stimmung im Keller ist und wir uns am liebsten unter der Bettdecke verkriechen würden. Die Gefühle schwanken, Traurigkeit kommt auf und irgendwann ist das Empfinden am Endpunkt angelangt: Nichts als Leere.

Der Weg in die Krankheit ist schleichend, aus "normalen" Tiefs werden immer größere Löcher und wenn man endlich die Alarmsignale ortet ist man oft schon mittendrinn in der Depression.

Volkskrankheit
Nach Angaben der WHO leiden in Österreich ca. 800.000 Menschen an Depressionen oder depressiven Verstimmungen. Diese alarmierende Zahl gibt Grund zur Besorgnis: Laut Wissenschaftlern werden Depressionen in Zukunft zur häufigsten Erkrankung nach Krebs und Herz-Kreislauf-Problemen zählen. Besonders davon betroffen sind Frauen.

Verstummte Betroffene
Depressionen sind nach wie vor ein gesellschaftliches Tabu. Viele Betroffene scheuen nicht nur den Weg an die Öffentlichkeit, sondern auch den Besuch beim Arzt. Sie versuchen - oft aus Angst vor Ausgrenzung - nach Außen ihre "heile Welt" aufrecht zu erhalten, während sie innerlich immer tiefer in die Aussichtslosigkeit schlittern.

Für viele Menschen bedeutet die Depression nach wie vor ein persönliches Versagen, obwohl Forscher mittlerweile herausgefunden haben, dass die Krankheit auch ohne äußere Umstände auftreten kann.

Ursachen und Symptome


 

Aktuell