"Nicht die Regel": Dieser Film über Endometriose kann Frauenleben verändern

Acht von Endometriose betroffene Frauen drehen einen Film zur Aufklärung über die immer noch viel zu lange unentdeckte Krankheit. Auf Startnext kann man das Projekt unterstützen.

nicht die regel - Ein Dokumentarfilm über Endometriose

Endometriose ist eine gutartige, aber chronische Erkrankung bei ­Frauen im fortpflanzungsfähigen Alter. Endometriose bildet im Körper sogenannte Herde aus gebärmutterschleimhautähnlichen Zellen. Diese werden von Hormonen gesteuert, unterliegen dem Zyklus und lösen Blutungen aus. Da das Blut nicht abfließen kann, bilden sich Zysten, Verwachsungen, Entzündungen und Vernarbungen, die zu sehr starken Schmerzen führen können. In schweren Fällen sind auch andere Organe wie Harnblase, Darm oder Lunge betroffen. Frauen mit Endometriose haben während ihrer Menstruation so starke Schmerzen, dass sie sich übergeben müssen, in Ohnmacht fallen oder trotz Schmerzmitteln tagelang ausfallen. Das bedeutet auch ein Leben mit enormer psychischer Belastung. Ein leben, das von der Periode bestimmt wird. Eine Woche im Monat, in der man nicht einsatzfähig ist, weil bei jedem Schritt der Kreislauf versagt. Schmerzen bis zur Bewusstlosigkeit, ein massiv gestörtes Sexualleben bis hin zu einem vielleicht jahrelang unerfüllten Kinderwunsch.

Obwohl jede 10. Frau in Österreich betroffen ist, erkennen Ärzt*innen die Krankheit oft gar nicht oder sehr spät. Frauen müssen sich Sätze wie "Schmerzen während der Regel sind normal" anhören und werden mit ihren Beschwerden nicht ernst genommen. Im Schnitt dauert es bis zu 10 Jahre, bis die Krankheit richtig diagnostiziert wird und Frauen Hilfe bekommen. Acht Frauen, die selbst an der Krankheit leiden, wollen das jetzt mit dem Dokumentarfilm "nicht die regel" ändern.

Crowdfunding für mehr Aufklärung

"nicht die regel" wird der erste deutschsprachige Dokumentarfilm zum Thema Endometriose sein. "Nach meiner Diagnose habe ich sehr viel recherchiert, aber einfach keinen abendfüllenden Dokumentarfilm über Endometriose gefunden", sagt Ranya Schauenstein. Die 30-jährige Video-Journalistin ist selbst von der Krankheit betroffen und produziert nun den Dokumentarfilm "nicht die regel". Gemeinsam mit ihrer Freundin Dina Tasic hat sie nach weiteren betroffenen Frauen gesucht und schnell ein achtköpfiges Filmteam aus Frauen aufgebaut, die selbst Betroffene sind und ihre eigene Geschichte über Diagnoseweg und Symptome zu erzählen haben.In dem Dokumentarfilm bringt Ranya Schauenstein drei Frauen vor die Kamera, die ihre Erfahrungen mit der Krankheit teilen, angefangen von den ersten Beschwerden über die langen Diagnosewege bis hin zu Therapien und Operationen. Hochkarätige ExpertInnen, u. a. MMag. Dr. Nadja Fritzer, Univ.-Doz. Dr. Gernot Hudelist, Prim.Univ.-Prof. Dr. Jörg Keckstein, Dr. Monika Matal und Prof. René Wenzel räumen mit Mythen – etwa Endometriose bedeute automatisch Unfruchtbarkeit oder sei eine Autoimmunerkrankung – auf.

Filmemacherin Ranya Schauenstein: "DasSchmerzempfinden bei Frauen wird oft nicht ernst genommen, es wird die Pille oder Medikamente verschrieben. Deswegen braucht es mehr Bewusstsein für Endometriose, damit Frauen besser informiert sind und für ihren eigenen Körper handeln können."

Um das Projekt umsetzen zu können, läuft auf Startnext gerade eine Crowdfundingkampagne. Wer bei der Grundfinanzierung des Projektes helfen möchte, kann bis 8.12. unterstützen und spenden.

 

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