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Neurodermitis? Nur nicht aufgeben!

Was eine erfahrene Dermatologin Betroffenen rät.

Gerötete, entzündete und schuppige Haut und ein oft unerträglicher (und ununterdrückbarer) Juckreiz – bis zu 20 % der Kinder und immerhin noch 2,2 % der Erwachsenen leiden in Österreich unter Neurodermitis (atopischer Dermatitis). Grund genug, uns näher mit der häufigsten chronisch-entzündlichen Hauterkrankung zu beschäftigen.

Anfang Dezember sprachen wir in einem Expertentalk powered by Sanofimit OÄ Dr. med. Christine Bangert (das Video davon gibt‘s hier zum Nachschauen) über Symptome, Behandlungs- und Linderungsmöglichkeiten. Wir haben die wichtigsten Tipps zusammengefasst:

Juckreiz lindern

Neurodermitis verläuft meist in Schüben. Phasen, in denen es den Patienten gut geht, wechseln mit solchen, in denen der Juckreiz wieder besonders schlimm wird. Nicht zu kratzen fällt zwar schwer, durchbricht aber einen Teufelskreis: Denn bei Menschen mit Neurodermitis ist die oberste Hautschicht geschwächt, wodurch Bakterien, Viren und Allergene leichter eindringen können. Die Haut gerät dadurch in Alarmbereitschaft und Entzündungszellen werden aktiviert. Die entzündlichen Botenstoffe, die dadurch ausgeschüttet werden und die mit den Nerven in der Haut reagieren, führen zum Juckreiz. Wird der nun aber durch Kratzen gestillt, wird die Haut nur weiter beschädigt und der Juckreiz dadurch umso schlimmer.

Dr. Bangert rät zu kühlenden Umschlägen, um den Juckreiz zu lindern. Die Pflegecreme vor dem Auftragen in den Kühlschrank zu legen, kann ebenfalls helfen.
Zusätzlich können Patienten versuchen, sich durch einfach anzueignende Meditationstechniken oder der Progressiven Muskelentspannungstechnik nach Jacobson aus der momentan belastenden Situation herauszunehmen.

Schwarz-Weiß Aufnahme der Haut am Hals und im Gesicht einer Frau

Schübe managen

Schübe verlaufen nicht bei allen Neurodermitis-Patienten nach demselben Muster. Betroffene wissen meist selbst am besten, wodurch sie ausgelöst werden. Dr. Christine Bangert teilt aber ein paar allgemeine Tipps, die Schübe verhindern können:

Der wichtigste Faktor ist die Stressvermeidung. Wie auch bei gesunden Menschen kann Sport hier hilfreich sein. Sich so richtig auszupowern und den Kopf frei zu bekommen lenkt ab und stärkt Körper und Geist. Wichtig dabei ist aber, Funktionswäsche zu tragen, die den Schweiß von der Haut weglenkt. Nach dem Sport sollte gleich geduscht und die Haut eingecremt werden.

Cremen, cremen, cremen

Hautpflege ist ohnehin das A und O im Umgang mit Neurodermitis. Betroffene sollten ihre Haut täglich behandeln und darauf achten, keine Produkte mit Duft- oder Konservierungsstoffen verwenden. Vorsicht ist laut Dr. Bangert bei den momentan sehr beliebten pflanzlichen und naturkosmetischen Produkten ist für Neurodermitis-Patienten Vorsicht geboten – darin enthaltene Stoffe können allergenisierend wirken.

Achtsame Ernährung

Oft werden Ernährungsratschläge erteilt und Betroffenen von Neurodermitis geraten, bestimmte Nahrungsgruppen zu meiden. Sollten bekannte Allergien, etwa gegen Erdnüsse oder Milchprodukte bestehen, sollten diese laut Dr. Christine Bangert natürlich gemieden werden. Generell muss aber immer individuell geprüft werden, was Neurodermitis-Patienten gut tut und was sie weniger gut vertragen – eine Allergietestung bringt hier Klarheit.

Aber Achtung: Lebensmitteln, die viel Säure (etwa Zitrusfrüchte) enthalten belasten die empfindliche Haut von Neurodermitis-Patienten. Hier muss geprüft werden, in welchen Mengen diese verträglich wären.

Hilfe suchen

Im Gespräch mit der Dermatologin/dem Dermatologen können Betroffene von Neurodermitis je nach Schweregrad der Erkrankung entscheiden, ob eine Cremetherapie ausreicht, eine Sonnenlichttherapie mit UVB-Strahlen oder Kur bzw. Klimatherapie überlegt werden sollte, oder ob eine systemische Therapie mit bekannten oder neuen modernen Produkten begonnen werden sollte. Ziel ist in jedem Fall, Schübe zu bekämpfen bzw. zu reduzieren.

Denn das wichtigste ist, dran zu bleiben und nicht aufzugeben!

 

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