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Neurodermitis – Mehr als nur ein Hautausschlag

Die Haut ist ungewöhnlich trocken, gerötet und bildet in schweren Fällen sogar nässende, blutige Stellen. Hinzu kommt ein ständiger Juckreiz, der schlaflose Nächte bereitet. Der Übeltäter: eine chronisch-entzündliche Erkrankung, die sich Neurodermitis nennt.

Eine Frau mit schmerzverzerrtem Blick kratzt sich am geröteten Unterarm

Als Systemerkrankung betrifft Neurodermitis den gesamten Körper und nicht nur die Haut. Allein in Österreich leiden rund 2-5% aller Erwachsenen an Neurodermitis, betroffen sind aber auch Kinder. Damit Neurodermitis für Betroffene nicht zum lebenslangen Begleiter wird, zielen modernste Therapiemöglichkeiten darauf ab, den Juckreiz rasch zu lindern und das Hautbild nachhaltig zu verbessern. Auch wenn Neurodermitis bei weitem keine seltene Erkrankung ist, wissen viele Menschen leider häufig zu wenig über die Krankheit.

Dr. Tamara Arnoldner, Hautärztin der Dermatologischen Abteilung an der Medizinischen Universität Wien, beantwortet deshalb die wichtigsten Fragen rund um Neurodermitis und klärt über Therapiemöglichkeiten auf.

Was ist Neurodermitis?
Dr. Arnoldner: Neurodermitis ist eine chronisch-entzündliche Erkrankung, die nicht ansteckend und oftmals familiär bedingt ist. Im Fachmedizinischen wird Neurodermitis auch als atopische Dermatitis bezeichnet, wobei "atopisch" so viel wie Überempfindlichkeit bedeutet und "Dermitis" für die Entzündung der Haut steht. Somit handelt es sich bei einer Neurodermitis um eine Systemerkrankung, die den gesamten Körper, sprich ein gesamtes Organsystem, betrifft und nicht nur auf eine einzige Körperregion beschränkt bleibt. Die Erkrankung steht deshalb auch oft mit anderen Begleiterscheinungen in Verbindung, bspw. Asthma oder Heuschnupfen.

Was sind die Ursachen für Neurodermitis?
Zunächst muss angemerkt werden, dass man Ursachen ganz klar von Auslösern (sogenannten Triggern) unterscheiden muss. Bei den Ursachen gibt es drei wesentliche Säulen, die sich gegenseitig beeinflussen:

  • Eine immunologische Verschiebung, die zu viele entzündungsfördernde Botenstoffe ausschüttet und somit für den Juckreiz und allergische Reaktionen verantwortlich ist.
  • Eine Hautbarrierestörung, die entweder genetisch bedingt sein kann oder spontan im Krankheitsverlauf durch die immunologische Verschiebung entsteht. Durch diese Störung wird die Haut trocken und empfindlich.
  • Ein gestörtes Mikrobiom, wodurch es zu einer Überwucherung von Bakterien kommt, die das Immunsystem aktivieren und die Entzündung weiter anheizen.

Zu den Auslösern gehören wiederum bestimmte Umwelteinflüsse (sogenannte Stressoren), wie bspw. eine Veränderung des PH-Wertes durch die häufige Anwendung von Seifen, geringe Luftfeuchtigkeit oder erhöhter psychischer Stress. Es gibt aber auch Patient*innen, die eine Sensibilisierung auf Gräserpollen haben, weshalb es bei erhöhtem Pollenflug zu einer Verschlechterung der Haut kommen kann.

Eine Frau sitzt in einem Labor in einer Besprechung mit einem Mann, der mit dem Rücken zur Kamera sitzt

Welche Therapiemöglichkeiten haben Neurodermitis-Betroffene?
Grundsätzlich ist zu sagen, dass es unterschiedliche Schweregrade gibt, die unterschiedliche Therapien benötigen. Die sogenannte Basispflege ist jedoch für alle Patient*innen – von leichter, über moderater bis schwerer Neurodermitis – wesentlich für die Behandlung der Krankheit. Das heißt, dass Neurodermitis-Betroffene ihre Haut regelmäßig mit einer rückfettenden, pflegenden Salbe oder Lotion eincremen sollten.

Bei leichten Formen, bei denen Patient*innen nur vereinzelte Ekzeme haben, reicht eine konsequente Basistherapie mit wirkstofffreier Pflege. Tritt bei leichten Formen akut ein Schub auf, können kortisonhaltige Cremes helfen. Bei mittelschwerer bis schwerer Neurodermitis kommt es meist zu sehr starkem Juckreiz, weshalb man sich hier schon im Bereich der Systemtherapien befindet, was bedeutet, dass Medikamente von innen wirken. Hierbei gibt es die Möglichkeit einer Lichttherapie sowie klassische Immunsuppressiva oder auch moderne Therapien.

Was versteht man unter modernen Therapien?
Es gibt zwei Systemtherapien, die als modern bezeichnet werden. Modern deshalb, da sie nicht immunsupprimierend wirken. Das heißt, sie senken das Immunsystem nicht komplett, wie es "ältere" Behandlungsformen machen.
Das sind einerseits Biologika, die in Spritzenform verabreicht werden. Diese bremsen das Immunsystem gezielt, indem sie Entzündungssignale blockieren. Andererseits gibt es kleine Moleküle (Januskinase-Hemmer), die in Tablettenform eingenommen werden. Diese hemmen die Entzündung ebenfalls sehr gezielt, wirken jedoch grundsätzlich breiter als Biologika, weshalb Patient*innen ein schnelleres Ansprechen haben. Wenn auch die Wirkung bei dieser Variante schnell eintritt, so lässt sie aber auch schnell wieder nach. Daher ist es umso wichtiger, die Tablette jeden Tag einzunehmen.

Wie weiß ich als Betroffene*r, welche Therapie für mich die beste ist?'
Neurodermitis hat einen unvorhersehbaren, chronischen Verlauf, weshalb es regelmäßiger Kontrollen bedarf. In leichten Fällen reicht oft schon die tägliche Basistherapie und die konsequente Anwendung einer wirkstofffreien Pflege. Bei moderaten bis schweren Verläufen sollten Patient*innen aber definitiv eine*n Dermatolog*in aufsuchen oder in einer Neurodermitis-Spezialambulanz vorstellig werden. Deshalb mein Tipp: Wenden Sie sich an die*den Ärzt*in Ihres Vertrauens! Das gilt sowohl für bereits Diagnostizierte als auch für jene, die an ihrem Körper erste Hautveränderungen wie Ekzeme oder Juckreiz wahrnehmen.

Eine Frau hält einen Laptop am Schoß und besucht die Website neurodermitis-online.at

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