Neue Studie mit "Pille für den Mann"- und die Ergebnisse lassen hoffen

Es ist nicht der erste Versuch, eine hormonelle Verhütungsmethode für Männer auf den Markt zu bringen. Bisherige Versuche scheiterten allerdings - bis jetzt?

Pille für den Mann

Depressionen, Akne, Lustlosigkeit - die Forschungen für die Pille für den Mann sind schon weit gekommen und scheiterten schließlich doch immer wieder. Grund dafür waren Nebenwirkungen, die nach der Pilleneinnahme auftraten. Nebenwirkungen, die Frauen nur allzu gut kennen, die man aber bei der Neuzulassung einer hormonellen Verhütungsmethode für Männer nicht hinnehmen wollte.

Deswegen wurde in den letzten Jahren weitergeforscht, mit - derzeit - vorsichtig optimistischen Ergebnissen, wie das TIME Magazine berichtet. Erste Untersuchungen unter 30 männlichen Probanden, die von der University of Washington und der LA BioMed durchgeführt wurden, zeigten gute Resultate. Die Männer-Pille hätte bereits vorläufige Tests bestanden, müsse aber noch bei der FDA (amerikanische Zulassungsbehörde, Food and Drug Administration) eingereicht werden. Neben der Pille gibt es aktuell auch Forschungen rund um ein Verhütungsgel, das äußerlich aufgetragen wird. Das Gel, das von den Männern auf Schultern und Arme geschmiert wird, ist sogar noch weiter fortgeschritten als die Pille, sagen ForscherInnen.

Wie funktioniert die Pille für den Mann?

Für die neue Studie haben bisher 30 Männer zwischen 18 und 50 die Pille, die aus einer Mischung aus Testosteron und Progestin (die synthetische Version des weiblichen Progesteron-Hormons) besteht, eingenommen. Die ForscherInnen haben bisher durchwegs gute Ergebnisse unter den Testern beobachten können, nur wenig Männer zeigten leichte Anzeichen von Nebenwirkungen, darunter Müdigkeit, Akne, leichte Erektionsstörungen und abfallende sexuelle Lust. Probleme, die Frauen aktuell nur zu gut kennen - und die glücklicherweise weit weniger schlimm sind als bei den bisherigen Präparaten.

Um die Verhütung zu ermöglichen wird durch die Einnahme der Pille die Produktion von Testosteron und Spermien gehemmt. Männer sollten sich über zu negative Nebenwirkungen von fehlendem Testosteron aber keine Sorgen machen, erklärt Christina Wang, Studienleiterin an der LA BioMed. "Obwohl die Produktion von Testosteron im Körper sinkt, wird das Präparat den Körper bei sexueller Leistung, Aufbau von Muskelmasse und anderen guten Dingen, die das männliche Hormon für den Körper macht, unterstützen", versichert die Ärztin. Ähnlich wie bei der Pille für Frauen wird auch hier mit verschiedene Hormonen in einer Pille gearbeitet, im Gegensatz zu Frauen, die eine (derzeitig umstrittene) Pause für die Menstruation machen, müssen die Männer die Pille aber immer durchnehmen. Nur so kann garantiert werden, dass die Spermien nicht wieder ausschwärmen.

Zulassung wird noch dauern

Bisher wurde nur die Reaktion der Probanden auf die Pille untersucht, als tatsächliche Verhütungsmethode wurde sie -noch- nicht eingesetzt. Es gibt allerdings schon jetzt einen Haken: Trotz der zuversichtlichen Ergebnisse der Studie dürfte es noch Jahre (sogar ein Jahrzehnt!) dauern, bis die Pille für den Markt tatsächlich auf den Markt kommt.

Wang sieht der Zukunft trotzdem optimistisch entgegen. Die Pille für den Mann könnte nämlich nicht nur endlich mehr Gleichberechtigung in Sachen Verhütung bringen, sondern auch zu besserer gesundheitlicher Versorgung von Männern führen. Müssten diese sich aufgrund der Pilleneinnahme öfter einem gesundheitlichen Check unterziehen, könnte dadurch auf die Vorsorge besser gewährleistet werden.

 

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