Neue Studie: Gewalt gegen Frauen

Europäische Grundrechtsagentur führte bisher größte repräsentative Studie durch. Ergebnis: Jede dritte Frau wird Opfer von Gewalt.

Der Verein AÖF und die Wiener Interventionsstelle präsentierten am 6. März gemeinsam mit der europäischen Grundrechtsagentur die Ergebnisse der neuen EU-Studie zu Gewalt gegen Frauen im Haus der Europäischen Union.

Die gute Nachricht: Vergleich schneidet Österreich unter den 28 EU-Staaten relativ positiv ab. Die schlechte: Bei genauerer Betrachtung zeigt sich, dass auch in Österreich noch vieles für einen besseren Schutz von Frauen vor Gewalt getan werden muss.

  • 20 Prozent der Frauen haben seit ihrem 15. Lebensjahr körperliche und/oder sexuelle Gewalt erfahren.
  • 15 Prozent der Frauen haben seit ihrem 15. Lebensjahr Stalking erlebt.
  • 35 Prozent der Frauen haben seit ihrem 15. Lebensjahr eine Form der sexuellen Belästigung erlebt.



Mehr aktive Hilfe

Laut EU-Studie weiß in Österreich nur jede fünfte Frau, wo sie nach einem Gewalterlebnis Hilfe findet. Diese Zahl ist alarmierend und zeigt die Wichtigkeit der besseren Bekanntmachung von Hilfseinrichtungen wie der kostenlosen Frauenhelpline 0800/222 555. Gleichzeitig muss das Vertrauen der Opfer in die Einrichtungen gestärkt werden und mehr aktive Hilfe angeboten werden.

Konkretes Ansprechen im Gesundheitsbereich

Interessante Ergebnisse zeigen sich auch im Gesundheitsbereich: 82 Prozent der Frauen in Österreich wünschen sich, dass Ärztinnen und Ärzte einen Verdacht auf Gewaltbetroffenheit adäquat ansprechen.

Zu wenig Hilfe für Kinder

Betroffen macht auch das Ergebnis, dass 75 Prozent der Kinder die Gewalt miterleben müssen. „Nur ein Bruchteil der Kinder bekommt Hilfe. In der Interventionsstelle haben wir keine Ressourcen, um die Kinder zu betreuen. Das sind etwa 3.000 Kinder und Jugendliche im Jahr!", berichtet Rosa Logar, Geschäftsführerin der Wiener Interventionsstelle. Um die Spirale der Gewalt zu durchbrechen, ist die Betreuung der Kinder jedoch unerlässlich. Um die Situation der Kinder zu verbessern, will Logar auch an die neue Familienministerin herantreten.

 

Aktuell