Neu im Kino: To The Wonder

Ist Liebe Schicksal? Wenn ja, sind wir bereit, uns darauf einzulassen? Terrence Malicks Leinwandpoesie ist eine Star besetzte (Ben Affleck, Olga Kurylenko, Rachel McAdams, Javier Bardem) Meditation über das wichtigste aller Gefühle.

Alte Welt, neue Liebe. Der amerikanische Tourist Neil (Ben Affleck) trifft in Paris auf die wunderschöne Marina (Olga Kurylenko). Leichtfüßig tanzt sie durchs Leben wie eine Ballerina. Bereit für den Sprung ins große Glück. Ist es Schicksal? Die Französin mit den ukrainischen Wurzeln und der Ingenieur verlieben sich unsterblich ineinander. Ein romantischer Ausflug auf die Felseninsel Mont Saint Michel nährt die Illusion der Turteltauben. Hier in der berühmten Pilgerstätte, wo einst der Erzengel Michael dem Bischof mit einem göttlichen Fingerzeig den rechten Weg gewiesen hat, finden beide den Glauben an eine gemeinsame Zukunft.

Das Benediktinerkloster Mont Saint Michel nennt man in Frankreich schließlich nicht umsonst „Merveille", Wunder. Ebenso wunderbar finden Marina und ihre 10 jährige Tochter Tatiana Neils Einladung, ihm in die USA zu folgen.

To The Wonder

Vor Ort aber, in Neils Heimat, dem schnöden *Bartlesville in Oklahoma welken die frischen, französischen Triebe schneller als die Grashalme auf Neils vertrocknetem Rasen. Noch bevor alle Nachbarn sich an die exzentrische Patchwork-Familie gewöhnt hat beherrschen Langeweile und Sprachlosigkeit den Alltag. Als ihr Visum abläuft, packt Marina ihre Koffer und verlässt Neil und die USA in hysterischer Hast.

To The Wonder

Ein Schritt, den sie bitter bereut. Während Neil sich schon bald mit seiner Jugendliebe Jane (Rachel McAdams) tröstet, scheint auch Marinas einzige spirituelle Stütze, der katholische Geistliche Pater Quintana (Javier Bardem) vom „rechten Weg" abgekommen zu sein. Gibt ihnen das Schicksal noch eine Chance?

7 Wochen Drehzeit, unkonventionelle Arbeitsweise, massenhaft künstlerische Freiräume und *Bartlesville, ein exotischer Drehort, an dem sicher vorher noch NIE ein so berühmtes Team verirrt hatte.
Regisseur Terrence Malick (The Tree of Life) verzichtete beim Dreh auf ein Drehbuch und ließ die Schauspieler in ihren diversen Landessprachen (englisch, französisch, russisch, spanisch, italienisch) frei improvisieren. Die so entstandenen Szenen wirken manchmal lose aneinandergereiht. Stimmen flirren über die Leinwand zu einer gigantischen Bilderflut. Alles klar, liebe Zuschauer? Nein, nicht ganz. Schön ist es aber trotzdem. Vielleicht verstehen wir’s ja beim nächsten Mal anschauen. *Bartlesville ist die Heimatstadt von Regisseur Terrence Malick.
 

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