Netflix-Doku über Auswirkungen von Vergewaltigungen

Netflix zeigt mit Audrie & Daisy welche fatalen Auswirkungen Social Media-Reaktionen auf Vergewaltigungsopfer haben.

Zwei Mädchen. Zwei Nächte. Zwei Städte. Derselbe Hass.

Die Dokumentation Audrie & Daisy verfolgt die Geschichte zweier Vergewaltigungsopfer, und wie mit ihnen umgegangen wurde, nachdem sie Anzeige erstattet haben. Der Film wurde im Jänner 2016 beim Sundance Filmfestival gezeigt und anschließend von Netflix gekauft. Am 23. September wird er auf dem Streaming-Dienst veröffentlicht.

Opfer-Verfolgung im Netz

Vor einem Jahr erregte der Film "The Hunting Ground" weltweites Aufsehen, weil er erstmalig thematisierte, wie weit sexualisierte Gewalt auf Universitätscampussen verbreitet ist, und wie sehr die Vergewaltigungskultur noch immer Täter schützt und Opfern nicht glaubt. Hoffentlich stachelt "Audrie & Daisy" die Debatte ebenfalls an, und rüttelt die Öffentlichkeit wach: Vergewaltigungsopfer werden gerade in Kleinstädten nachdem sie Anzeige erstattet haben oft erneut zu Opfer gemacht, verfolgt und beschimpft. Das Internet spielt dabei eine wesentliche Rolle.

Zwei Leben zerstört

Die 15-jährige Audrie Pott aus Saratonga, California ist betrunken auf einer Party eingeschlafen und wurde in ein Schlafzimmer gebracht. Dort hat eine Gruppe von Burschen ihr Obszönitäten auf den nackten Körper gemalt und sie missbraucht. Ein Video davon verbreitete sich im Netz und sie wurde in der Schule dafür fertig gemacht. Eine Woche später hat sie sich im Badezimmer ihres Elternhauses erhängt.

Die 14-jährige Daisy Coleman wurde in einem ähnlichen Szenario in ihrer Heimatstadt Maryville, Missoury vom 17-jährigen Matthey Barnett, Sohn eines ehemaligen Abgeordneten vergewaltigt. Aufgrund des Ansehens des Täters und seiner Familie wurde Daisy und ihre Familie von der ganzen Stadt belästigt, verfolgt und beschimpft, soweit bis ihr Haus abgebrannt wurde und sie die Stadt verlassen mussten.

In der Dokumentation kommen die Opfer, ihre Familien, Angehörige und die Polizei zu Wort und zeichnen ein schreckliches, sexistisches Bild der Täter-Opfer-Umkehr. Hoffentlich fördert der Film eine Debatte darüber, welche tragische Rolle Social Media in den Leben Überlebender sexueller Gewalt spielen kann und wie diese verfolgt werden.

 

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