Nepal: Bidhya Devi Bhandari wird erste Präsidentin

Schweiz, Kosovo, Namibia – und jetzt auch Nepal. Was diese Länder gemeinsam haben: eine Frau an der politischen Spitze.

Bidhya Devi Bhandari ist die erste Frau, die in Nepal zur Präsidentin gewählt wurde.
Wieso das gerade in Nepal oder im Kosovo, nicht aber in Österreich möglich ist, lässt sich nicht sagen. Es ist auf jeden Fall bemerkenswert, denn Nepal ist erst seit cirka sieben Jahren eine Demokratie und von patriarchalischen Strukturen sehr stark geprägt.

Politikerinnen in Österreich


Bei uns haben sich in der jüngeren Vergangenheit Heide Schmidt (LIF), Benita Ferrero-Waldner (ÖVP) und Barbara Rosenkranz (FPÖ) bei Bundespräsidentenwahlen aufstellen lassen und für die Wahl 2016 ist die Juristin Irmgard Griss im Gespräch. Interessant an ihrer Aufstellung wäre, dass sie parteiunabhängig auftreten würde. Die Vorsitzende des Hypo-Untersuchungsausschusses und ehemalige (erste!) Präsidentin des österreichischen Hochgerichts will sich von der Zivilgesellschaft wählen lassen. Denn bei dieser stößt sie mit ihrer Systemkritik auf Sympathien.

Bidhya Devi Bhandari


Seit Ende Oktober darf sich die 54 – jährige Bidhya Devi Bhandari als Präsidentin Nepals bezeichnen. Sie ist seit ihrem 17. Lebensjahr politisch aktiv, war Umwelt- und Verteidigungsministerin und setzt sich für Minderheiten und Frauenrechte ein. 2006 beteiligte sie sich an den Aufständen die zum Sturz des Königs führten und das Ende der Monarchie einleiteten. Bhandari ist auch der Grund, wieso es in Nepal gesetzlich verankert ist, dass ein Drittel des Parlaments weiblich und entweder der Staatspräsident oder sein Stellvertreter eine Frau sein muss.

Auch wenn das Amt der Präsidentin in Nepal, wie auch in Österreich, eher zeremoniellen Zwecken dient, und Bhandari angeblich eher weniger aktiv am politischen Geschehen beteiligt sein wird, ist ihre Wahl zur Präsidentin ein entscheidendes und motivierendes Ereignis der Weltgeschichte – und wirft die Frage auf: wieso nicht auch bei uns?

 

Aktuell