Negging: So fallt ihr nicht auf den hinterlistigen Dating-Trick herein

Flirten ist gut für's Selbstbewusstsein...Oder? Nicht zwingend. Negging hat das Ziel, das Gegenüber durch beleidigende Komplimente zu verwirren und dazu zu bringen, sich noch mehr anzustrengen, um zu gefallen.

Typ flirtet mit Mädel

"Oha, du kannst ja doch lustig sein!“ - Äh…danke? Moment, war das jetzt ein Kompliment oder doch eher eine Beleidigung? Wenn ihr euch nicht sicher seid, dann war es wahrscheinlich ein sogenannter Neg – und ihr solltet so schnell es geht die Flucht ergreifen.

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Irgendwas zwischen Kompliment und Beleidigung

Negging? Was ist das jetzt scho wieder?, fragt ihr euch? Das Urban Dictionary beschreibt es so: "Negs sind unterschwellige Beleidigungen, die das Ziel verfolgen, das Selbstbewusstsein einer Frau zu schwächen, um sie empfänglicher für die Avancen des Gegenübers zu machen“. Beim Negging vermischen sich Kompliment und Beleidigung auf eine Art und Weise, dass man nicht genau weiß, woran man eigentlich ist. Diese Ungewissheit soll Spannung erzeugen und dafür sorgen, dass Frau* sich noch mehr Mühe gibt, dem Gegenüber zu gefallen (zum Beispiel, indem sie mit ihm*ihr schläft).

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Klassische Masche von Pick-Up-Artists

Negging ist eine typische Taktik, die Pick-Up-Artists anwenden, um Frauen rumzukriegen. Bei Pick-Up-Artists handelt es sich üblicherweise um heterosexuelle Männer, die versuchen, die "Kunst der Verführung" zu meistern. Klingt erst mal irgendwie lächerlich, aber nicht unbedingt dramatisch, ist bei genauerem Hinsehen allerdings schon: Wenn es Männern nur noch darum geht, ein möglichst hohe Zahl an "Lays"- also Personen, die sie mit schmierigen Tricks ins Bett kriegen, zu erreichen und Frauen gar nicht mehr als Menschen, sondern Spielfiguren für ihr Pick-Up/Ego-Pushing-Game sehen, ist das mehr als besorgniserregend.

Daran erkennt ihr Negging:

1. Man macht euch Komplimente, die keine sind

Wie anfangs schon erwähnt handelt es sich bei Negs um zweifelhafte Komplimente, die in Wahrheit einen beleidigenden Kern haben. Anstatt erfreut und geschmeichelt fühlt ihr euch verwirrt und gekränkt. Beispiele dafür wären "Du bist viel zu schoarf, um auf Tinder zu sei"“ oder "Normalerweise steh ich ja nicht auf *insert objectifying bullshit here*, aber bei dir find‘ ich das echt heiß!"

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2. Ihr seid ständiger Kritik ausgesetzt

In einer funktionierenden Beziehung unterstützt euch der*die Partner*in und akzeptiert euch wie ihr seid, anstatt eure Fehler herauszustreichen. Hat euer*eure Freund*in ständig etwas an euch auszusetzen, überspielt es aber mit Charme und Witz, handelt es sich wahrscheinlich auch um Negging.

3. Ihr bemüht euch, dem*r anderen zu gefallen

Das Hauptziel des Negging besteht darin, das Selbstwertgefühl einer Person zu untergraben, sodass die Person, die vernachlässigt wird, unbewusst zu allem die Zustimmung des*r Partners*in einholt. Es ist eine hinterlistige Methode, die Kontrolle über die Beziehung zu erlangen.

4. Wenn ihr den*die andere*n darauf ansprecht, war natürlich alles nur ein Witz

Sobald dem Gegenüber klar wird, dass ihr das falsche Spiel durchschaut, dann war meistens "alles nicht ernst gemeint". "Bleib mal locker!" und "Sei doch nicht so spießig" gehören ebenfalls zu den klassischen Reaktionen.

Negging kann in jeder Beziehung passieren

Negs gibt es übrigens nicht nur beim Dating: Negging kann in jeder Art von Beziehung auftauchen, also auch zwischen Kolleg*innen bei der Arbeit oder in der Familie. Oft ist das sogar noch problematischer, da ihr die Person nicht wie den Typen, der euch beim Fortgehen dumm angemacht hat, einfach abblitzen lassen könnt – Kolleg*innen oder Verwandte sind schließlich meist für längere Zeit in eurem Leben. Hier gilt es besonders aufzupassen: Wird Negging nämlich über einen längeren Zeitraum betrieben, kann es in emotionalen Missbrauch ausarten.

 

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