Naveen Andrews

Obwohl Naveen Andrews schon eine Reihe erfolgreicher Filme abgedreht hat - darunter "Grindhouse", "Der englische Patient", "Liebe lieber indisch" und "Die Fremde in dir" - kann man nicht behaupten, dass er ein bekannter Filmschauspieler ist. Hauptsächlich kennen wir ihn von der Mysterieserie Lost, wo er den Iraker Sayid Jarrah spielt.

Wie ergeht es Sayid in der vierten Staffel von Lost?
Ach, eigentlich geht's ganz gut. Ich bin richtig froh, wie es mit ihm weitergeht. Am Ende der dritten Staffel wurde deutlich, dass einige der Charaktere die Insel verlassen werden, weil man sie in Einblendungen in der Zukunft sah. Und ich vermute, das könnte für ein paar wahr werden. Ich als Schauspieler war dafür sehr dankbar, denn wir suchen nach solchen Handlungsveränderungen - besonders bei einer Serie wie Lost. Du möchtest einfach die Möglichkeit haben, Dinge zu tun, die neu sind und sich vom Alltäglichen unterscheiden.

Was mögen Sie an der Rolle besonders?
Wenn wir Sayid in der ersten Staffel anschauen, sehen wir jemanden, der schwer einzuschätzen ist. Die Dinge waren nicht schwar und weiß. Da waren eine Menge Grauzonen. Die Tatsache, dass jemand sowohl brutal als auch romantisch sein kann - oder körperlich sehr stark und trotzdem in einer anderen Weise sehr verletzlich, war sehr interessant. Sayid war nicht festgelegt. "Oh, du bist böse, jetzt bist du gut..." In meiner Rolle war eine Abwechslung und Vielseitigkeit und das ist es auch, was ich trotz des Auf und Ab im Drehbuch versuche, beizubehalten.

Hatten Sie jemals Angst, dass die Serie zu viele Hauptdarsteller hat und die Zuschauer von ihrem Lieblingscharakter zu wenig zusehen bekommen?
Natürlich hatte ich das. Ich erinnere mich an die 2. Staffel, die wirklich zum Albtraum wurde mit den vielen neuen Charakteren. Klar, dass ich mir da meine Gedanken machte. Das hing natülich damit zusammen, dass ich von Beginn an dabei war. Ich konnte gar nicht anders als mir Sorgen zu machen. Das ist, wie wenn Tiere Gefahr wittern. Wenn ein Haufen Neue daherkommen, ist man gereizt. Man denkt, 'verdammt, wer seid ihr? Zieht Leine!' Du möchtest dein Ding beschützen, stehst aber auf wakligem Boden, weil die Autoren die Story immer herumdrehen. Und das musst du akzeptieren. Es wäre dumm, es nicht zu tun.

Haben Sie noch immer Spaß an der Sache?
Zeitweise schon. Ich meine, das ist es was ich beim Spielen meistens fühle- zeitweise ist es lustig, manchmal nicht. Wenn ich das sagen, meine ich, dass die Schauspielerei Spaß macht, aber das zur Arbeit gehen und Geschminktwerden – solche Sachen halt, sind nicht so lustig. Aber ich genieße die Arbeit zwischen „action“ und „cut“. Also ja – da gibt es noch schöne Momente. Und ich nehme an, dass ist es, was einen weitermachen lässt. Das und das Geld, wahrscheinlich.

Würden Sie das selbe wie Sayid tun, wenn Sie auf so einer Insel wären?
Sicher nicht. Um Gottes Willen. Ich würde es keine zwei Tage auf der Insel aushalten. Das Ende von Lost soll mit dem Finale in der sechsten Staffel sein.

Was sind Ihre Pläne nach Lost?
Ich komme ja eigentlich vom Film. Das war meine ersten Erfahrung mit einer so langen Serie. Es war eine lange Sache, also hoffe ich, dass es danach noch möglich ist gute Rollen zu bekommen. Wir hatten alle das Glück in den Drehpausen andere Sachen zu tun und Filme zu drehen. Ich zum Beispiel drehte Filme wie „Grindhouse“ und „Die Fremde in dir“. Also hoffe ich auf mehr solche Möglichkeiten.

Interessieren Sie sich für Musik? Auf welchem Konzert waren Sie zuletzt?
Ja, ich war letztes Jahr bei einem The Sex Pistols-Konzert. Das war toll. Wissen Sie, es ist sonderbar. Die haben noch immer so eine Kraft und Schneidigkeit, obwohl sie schon alt sind. Es ist sonderbar, irgendwie unpassend. Verstehen Sie was ich meine? Es war bizzar aber trotzdem sehr gut. Steven Jones (Sex Pistols Gitarrist) ist fantastisch.

2006 wurden Sie vom People Magazin zu einem der schönsten Menschen der Welt gewählt. Wie fühlt sich das an?
Die spinnen ja. Wissen Sie, mein Sohn findet immer noch, dass ich hässlich bin. Und wenn meine Mutter noch leben würde, würde sie das selbe finden. Und ich bin mit ihnen einverstanden.

 

Aktuell