Natalie Portman: "Unsere Kultur schützt die Täter sexueller Gewalt, nicht die Opfer"

Die Schauspielerin und Aktivistin Natalie Portman hält eine eine flammende Rede über ein Jahr #MeToo und "schwierige Frauen".

#MeToo und insbesondere die Vorwürfe gegen Harvey Weinstein haben Hollywood verändert. Immer mehr Stars der Branche erheben ihre Stimme gegen sexuelle Gewalt und für Frauenrechte. Auch bei der Veranstaltung des "Variety Magazines" "Power of Women" zeigten sie, dass die Kultur der Gewalt ein Ende haben muss. Vor allem die Rede der Schauspielerin Natalie Portman sorgte für Aufsehen.

Die 37-Jährige kritisiert darin, dass Frauen, LGBTQI-Personen und Menschen mit Beeinträchtigungen unterrepräsentiert sind in der Branche. "Wenn in deiner Gruppe alle so aussehen wie du, dann ändere die Gruppe. Es ist eine lebensverändernde Erfahrung mit Frauen und Menschen aus unterschiedlichen Kontexten zu arbeiten", sagt sie. Sie zählt auf, was alle Anwesenden tun können, um Ungerechtigkeiten entgegenzuwirken. Spenden für die "Time's-Up"-Bewegung, der sie auch angehört, würden genauso helfen wie der Verzicht von darstellender Gewalt gegen Frauen in Filmen. "Schämt euch, wenn jeder an eurem Arbeitsplatz aussieht wie ihr", sagt Portman.

Sie prangert außerdem an, dass der Filmproduzent Harvey Weinstein noch immer in Freiheit lebt. Weil "unsere Kultur die Täter sexueller Gewalt und nicht die Opfer schützt". Sie erwähnt auch den Regisseur Brett Ratner, dem von der Schauspielerin Melanie Kohler Vergewaltigung vorgeworfen wird.

Portman hat auch einen Appell an die anwesenden Frauen: "Lästert richtig. Hört auf mit der Rhetorik, dass eine Frau verrückt oder schwierig ist. Wenn ein Mann dir sagt, dass eine Frau verrückt oder schwierig ist, dann frag ihn lieber: Was hast du ihr Schlimmes angetan?" Für ihre Rede erntete Portman tosenden Applaus und tausende positive Rückmeldungen im Netz.

 

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