Narzissmus

Selbstverliebt, egoistisch, selbstsüchtig - Diese Eigenschaften werden oft mit narzisstischen Menschen verbunden. Doch viele wissen gar nicht, dass Narzissmus verschiedene Ausprägungen hat und sogar als psychische Persönlichkeitsstörung gilt.

Der Narzissmus-Begriff wird im psychoanalytischen wie auch im alltäglichen Sprachgebrauch für Selbstliebe und Ich-Bezogenheit verwendet. Sie sind auf sich selbst bezogene Menschen, die andere vernachlässigen und egoistische und egozentrische Wesensmerkmale zeigen. Der Eigennutz geht ihnen vor Gemeinwohl und wenn sie lieben, dann nur, um selber geliebt zu werden.

Narzissmus bedeutet aber deutlich mehr als eine schlichte Selbstliebe, er ist vielmehr eine innere Bezogenheit auf das Selbst, um ein inneres Gleichgewicht, Wohlbehagen und Selbstsicherheit aufrechtzuerhalten. Narzissmus ist daher nicht zwangsläufig abnorm oder krankhaft.

Diese Persönlichkeitsstörung ensteht meist in der frühen Kindheit, wenn sich normalerweise das Selbstwertgefühl und die eigene Individualität entwickeln. Häufig werden später narzisstische Kinder wenig wahrgenommen und in ihren Bedürfnissen nicht unterstützt oder überfordert. Oft werden sie aber auch überhütet, so dass sie keine Gelegenheit haben, ein gesundes Selbstbewusstsein zu entwickeln.

Zwei Arten von Narzissmus

Im Grunde unterscheidet man zwei Arten von Narzissmus, den positiven und den negativen:

Positiver Narzissmus

Diese Art meint eine positive Einstellung zu sich selbst, die ein stabiles Selbstwertgefühl bewirkt und erhält. Er äußert sich durch eine positive Einstellung zu sich selbst und einem stabilen Selbstwertgefühl. Positiv narzisstische Menschen ruhen in sich selbst, strahlen Wärme aus und sind anderen zugewandt. Postiver Narzissmus ist gesunder Bestandteil einer harmonischen Persönlichkeit.

Negativer Narzissmus

Er basiert auf mangelndem Selbstwertgefühl, der auf einer Säugling-Elternteil-Beziehung beruht, die dem Kind nicht genügend Einfühlungsvermögen und Bestätigung entgegenbrachte. Ein negativer Narzissmus bedeutet, dass diese Menschen vorwiegend sich selbst zugewandt sind, ein eher passives Liebesbedürfnis haben und nur dann lieben, wenn sie selbst dafür geliebt werden wollen.

Narzissten sind kaum oder gar nicht zu Mitgefühl anderen gegenüber fähig. Sie haben (fast) kein Selbstwertgefühl und sind auf ständige Bestätigung von außen angewiesen. Bleibt diese allerdings aus, kommt es zu erheblichen Problemen. Oft neigen negativ narzisstische Menschen auch dazu, andere abzuwerten, um das eigene Ego aufzuwerten.

Therapie

Der narzisstische Klient sollte in der Psychotherapie lernen, seine eigenen Ansprüche zu reduzieren, sich zurückzunehmen, eine gewisse Anpassung an die Umgebung zu üben und die Probleme nicht nur bei anderen, sondern auch bei sich selber zu suchen.

Dazu eignen sich die derzeit wichtigsten bzw. anerkannten Therapieformen wie die kognitiv/verhaltenstherapeutischen und supportiven (unterstützenden) Techniken sowie tiefenpsychologische und/oder störungsorientierte Behandlungsverfahren, die gezielt auf die spezifischen Problembereiche einer gestörten Persönlichkeit eingehen.

Nárkissor (Narziss) war der alten griechischen Sage nach der schöne Sohn des Flussgottes Kephisos und der Leiriope. Da von der Damenwelt umworben und entsprechend hochmütig, wies er auch die Liebe der Nymphe Echo zurück. Deshalb bestrafte ihn Nemesis, die Göttin des gerechten Zorns (auch Aphrodite wird in der griechischen Mythologie als die Rächerin Echos angeführt). Narziss entwickelt darob eine unstillbare Liebe zu seinem Spiegelbild, das er im Wasser sieht.
 

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