Nach FPÖ-Lüge: Katholische Frauenbewegung empfiehlt Van der Bellen

Nach einer fälschlichen Behauptung hat FPÖ-Frauensprecherin Schimanek es geschafft, dass auch die Katholische Frauenbewegung Van der Bellen unterstützt.

"Ich bedanke mich bei der Katholischen Frauenbewegung für die Wahlempfehlung für Norbert Hofer", titelte der freiheitliche Parlamentsklub eine Aussendung vom 17. Mai in Namen von Frauensprecherin Carmen Schimanek. Die besagte Wahlempfehlung gab es laut Katholischer Frauenbewegung nie. Nachdem die FPÖ sich weigerte, die Aussage richtig zu stellen, empfiehlt die Katholische Frauenbewegung nun die Wahl Alexander Van der Bellens.

"Gewählte VertreterInnen sollen für Zusammenhalt stehen"

In einer Presseaussendung vom 12. Mai rief die Katholische Frauenbewegung zur Wahl auf, da wählen zu gehen nicht nur eine demokratiepolitische, sondern auch eine moralische Pflicht sei. Die Organisation gab dabei keine dezidierte Wahlempfehlung, meinte aber, dass die christliche Sozialethik eine Orientierung darstellen kann. „Unsere gewählten VertreterInnen sollten Menschen sein, die auf den Zusammenhalt in der Gesellschaft zielen“, wurde dabei die Vorsitzende der Katholischen Frauenbewegung, Veronika Pernsteiner, zitiert. "Populismus oder gar Hetze, das Schüren von Ängsten und das Spiel mit diesen Ängsten seien abzulehnen."

Diese Worte scheint die FPÖ-Frauensprecherin Carmen Schimanek gründlich falsch verstanden zu haben, und bedankte sich in der Folge für die Wahlempfehlung Norbert Hofers.

„Als praktizierender Christ ist Norbert Hofer für die KFB natürlich die viel logischere Wahl als sein agnostischer Mitbewerber. Dennoch freut es mich, dass sie das auch öffentlich kundtun", so Schimanek in der Aussendung. Laut Katholischer Frauenbewegung habe die FPÖ diese Aussage auch nicht widerrufen, nachdem sie auf die Unrichtigkeit dieser Behauptung hingewiesen haben.

Wahlempfehlung für Van der Bellen

In Anbetracht dieser Verdrehung des Sachverhalts ruft die Katholische Frauenbewegung nun zur Wahl Van der Bellens auf: „Ein Kandidat für das Amt des Bundespräsidenten, der einen Kommunikationsstil dieser Art goutiert und sich im laufenden Wahlkampf von einem derart agierenden Parlamentsklub unterstützen lässt, ist nicht wählbar“, so Veronika Pernsteiner, "die Katholische Frauenbewegung Österreichs ruft daher dazu auf, Norbert Hofer nicht zu wählen. Sie empfiehlt die Wahl von Alexander Van der Bellen.“

Veronika Pernsteiner, Vorsitzende der Katholischen Frauenbewegung Österreichs: "Ein Bundespräsident, der diesen Kommunikationsstil goutiert, ist nicht wählbar."

"Erwarten von Bundespräsident kein Glaubensbekennnis"

Auch in der Interpretation Hofer als logischeren Kandidaten hinzustellen, weil er praktizierender Christ ist, fühlt sich Pernsteiner falsch verstanden: „Wir erwarten von einem Bundespräsidenten kein Glaubensbekenntnis. Was wir von einem Bundespräsidenten und PolitikerInnen im Allgemeinen erwarten, sind Grundhaltungen, die mit einer christlichen Ethik vereinbar sind, mithin die Bereitschaft zum aufrichtigen, wertschätzenden Dialog.“

Teresa auf Twitter: @teresahavlicek

 

Aktuell