"Na, passt Papa heute auf das Baby auf?"

Ein Vater ist kein Babysitter und keine Aushilfskraft, wenn Mama mal außer Haus ist. Ein Vater ist ein Elternteil. Also hört auf, diese blöde Frage zu stellen! Ein Userinnen-Kommentar.

Ich muss hier mal was loswerden, wir haben was zu klären. Und es ist eine ziemlich große Sache.

Es wäre schön, in einer Welt zu leben, in der Männer nicht auf ein Podest gestellt werden würden, wenn sie dabei "helfen", sich um ihre Kinder zu kümmern. Es wäre schön, in einer Welt zu leben, in der Männer auf ihre Kinder aufpassen, ohne dass das als Ausnahmefall gesehen wird.

Schon klar. Unsere Gesellschaft ist immer noch dabei, mit der ganzen Gleichberechtigungssache fertig zu werden. Wir kämpfen immer noch um Gleichberechtigung am Arbeitsplatz, denn ja, es gibt tatsächlich Frauen, die sich dazu entschließen, neben ihrer Familie auch noch arbeiten zu gehen. Wir alle sind immer noch dabei, damit umgehen zu lernen.
Traditionell sind Männer die Brötchenverdiener und Frauen die Kümmerer, was ganz einfach hieß: Männer tun sowas wie "sich um die Kinder kümmern" nicht. Also ist das alles neu für uns. Aber ich denke, wir sollten mittlerweile schon viel, viel weiter sein als das.

Mein Mann und ich sind glücklich verheiratet. An Wochentagen teilen wir unsere Tage 50/50 auf: Ich übernehme die ersten "Schicht" mit Frühstück machen, schauen, dass jeder angezogen und gewaschen ist, das große und das mittlere Kind in den Kindergarten bringen, das klein Kind schaukeln, bis ich die großen wieder abhole. Die zweite Sechs-Stunden-Schicht übernimmt mein Mann: Er spielt, liest vor, lädt Freunde der Kinder ein, hütet den Flohhaufen, kocht, kümmert sich ums Baby. Währenddessen arbeite ich. Den Abend verbringen wir alle gemeinsam, genauso wie die Wochenenden.
Natürlich ist es ein Vorteil, dass wir auf Grund unserer Jobs die Tage so ein- und aufteilen können. Das kann sicherlich nicht jede Familie. Aber Auch sogar wenn die Frau zu Hause bleibt und der Mann tatsächlich der ist, der das Geld verdient: Selbst dann ist er immer noch kein Babysitter, wenn er sich um seine Kinder kümmert.

Ich schätze alles, was mein Mann tut, aber es ist keine Ausnahme. Es ist das, was man Eltern Sein nennt.

Manche Leute sind geradezu schockiert ob diese "Arbeitsteilung": "Wow, das ist ja toll, muss super sein, einen Mann zu haben, der so mithilft."

Papa, der Superheld ohne Umhang?

Wenn Väter in Elternteilzeit gehen, sich einen Tag Pflegefreistellung nehmen oder einen Nachmittag mit den Kindern am Spielplatz verbringen, sind sie Helden, nein: sie sind die SUPERhelden der Nation. Zu Recht?

Gut, ich war ja nicht die einzige, die Kinder haben wollte. Und ich habe sie auch nicht alleine gemacht. Er hat in der Vergangenheit seinen Teil dazu beigetragen, er tut es jetzt auch.

Und er tut es auch, weil ich arbeiten gehe, weil ich eine Karriere verfolge, weil mich nicht nur meine Kinder, sondern auch mein Beruf erfüllt.

Wenn ich arbeiten gehe und er bei den Kindern ist, ist er kein Babysitter.
Wenn ich mal Ruhe und Zeit für mich haben möchte, ist er kein Babysitter.
Wenn ich abends ausgehe, ist er nicht der Babysitter.
Wenn er kocht oder Windeln wechselt oder einkaufen geht, hilft er mir nicht "im Haushalt".
Er ist ganz einfach ein Papa.

Freunde und Großeltern und Babysitter und Kindermädchen helfen aus. Väter sind Väter.

Gut, dass wir das jetzt geklärt haben.

"Passt der Papa heute auf?" Beim WIENERIN #aufstand diskutieren wir mit Papa-Blogger Michael Winischhofer, Karim Saad (Instagram-Aktivist @BaertigerFeminist) und einem Vertreter der Väterberatung, welchen Anteil der Kinderbetreuung Väter übernehmen - und was sie daran hindert, das mehr zu tun.

Zum Programm.

aufstand füße

WIENERIN #aufstand
Sonntag, 17. November 2019
opendoors 13 Uhr, Beginn 14 Uhr
RadioKulturhaus, 1040 Wien

Eintritt frei, Plätze limitiert - hier geht's zur Anmeldung!

 

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