Mythos Multitasking

Telefonieren, dabei eine E-Mail abtippen und nebenbei das Mittagessen versuchen zu genießen - heutzutage ist Multitasking gefordert. Wieso dies aber gar nicht so funktioniert wie man sich das vorstellt, erfahren Sie hier.

Alles sollte schnell gemacht werden und am liebsten noch gleichzeitig. Überforderung steht auf dem Tagesprogramm, man muss mithalten und sich am liebsten nicht darüber aufregen. Der Mythos vom Multitasking ist heute ein größerer Begriff als je zuvor. Doch Forscher wollen jetzt herausgefunden haben: Multitasking funktioniert nicht, ist ungesund und ist vor allem nicht so effizient wie man bisher angenommen hatte. Zudem steigt die allgemeine Fehleranfälligkeit, worunter die Ergebnisse leiden.

Mehrere Studien bestätigen dieses Bild: Das Hirn kann nur eine Sache auf einmal erledigen und es arbeitet bei mehreren gleichzeitigen Aufgaben langsamer und unkonzentrierter. Deswegen sollte die Devise lauten: Alles schön nach der Reihe, statt gleichzeitig.

Zwar beharren viele Unternehmer auf der Ansicht, verschiedene Aufgaben zur gleichen Zeit zu erledigen, sei das Patentrezept gegen Dauerstress und gegen zu viel und zu langsam erledigte Arbeit. Multitasking wird dieses Rezept genannt. Doch Psychologen, Neurowissenschaftler und Ökonomen widersprechen mittlerweile einhellig: Der Mensch mache bei solchem Vorgehen haufenweise Fehler, sein Gehirn sei der Doppelbelastung nicht gewachsen. Er verplempere sogar Zeit, und zwar mehr als ein Viertel, weil er Fehler wieder ausbügeln und sich an die jeweils nächste Aufgabe erinnern müsse.

Multitasking ist ungesund

Multitasking ist gleichbedeutend Doppel- und Dreifachbelastung. Also ist es nicht ungewöhnlich, dass Multitasker unter ständigem Stress leiden, welcher im schlimmsten Fall zu körperlichen Symptomen und Burn Out führen kann. Als Folgen von Stress und Multitasking können Kopfschmerzen, Verspannung oder Erschöpfung auftreten. Fakt ist: Dauerstress macht krank.

Muss man ständig mehrere Sachen auf einmal erledigen, ist es nicht unüblich, dass es irgendwann zu viel wird. Der Körper reagiert mit Bluthochdruck, Kopfschmerzen und Schlafstörungen auf diesen ständig angespannten und überforderten Zustand.

Frauen, die Multitasking-Profis

Lange geht das Gerücht um, dass Frauen multitaskingfähiger sind als Männer. Staubsaugen mit Kind am Arm während man diesem fröhliche Lieder vorträllert. Forscher meinen aber: Frauen sind nicht bessere Multitasker, sie haben einfach mehr Übung. Dadurch kommen sie auch besser damit zurecht, wenn sie mehrere Aufgaben gleichzeitig erledigen müssen.

Der Begriff Multitasking kommt ursprünglich aus dem Computer-Bereich. Er beschreibt die Fähigkeit eines Betriebssystems, mehrere Aufgaben praktisch gleichzeitig auszuführen. Diese Anforderung an Maschinen wurde auf den Menschen übertragen.
 

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