Mythos Herzinfarkt

Muss man sich nach einem Herzinfarkt schonen? Haben Frauen und Männer die gleichen Symptome? Zu welcher Jahreszeit erleiden am meisten Menschen einen Infarkt? Schluss mit Mythen, wir erklären, was wirklich Sache ist!

Herzinfarkte betreffen hauptsächlich Männer!

Falsch. Etwa gleich viele Frauen erleiden einen Herzinfarkt wie Männer. Während die Herren der Schöpfung schon in jüngeren Jahren betroffen sind, sind Frauen in dieser Zeit durch die Hormone eher geschützt. Ab Einsetzen der Wechseljahre steigt die Anzahl der Herzinfarkte bei Frauen. Am höchsten ist bei diesen die Herzinfarktrate ab 60.

Wer einmal einen Herzinfarkt erlitten hat, muss sich schonen!

Falsch. Überanstrengungen sollten natürlich vermieden werden, aber moderate sportliche Betätigung ist sogar gut und kann helfen weiteren Infarkten vorzubeugen.

Herzinfarkte machen sich immer durch ein Stechen im Brustbereich bemerkbar, welches auch in andere Körperteile wie Arme, Rücken oder Oberbauch ausstrahlen kann!

Falsch. Gerade bei Frauen zeigen sich oft andere Symptome. Frauen berichten vielmehr von einem Engegefühl in der Brust. Ein Herzinfarkt kann sich bei Frauen aber auch durch Übelkeit, Oberbauchschmerzen oder Kurzatmigkeit bemerkbar machen. Vorsicht gilt vor allem, wenn man solche Beschwerden noch nie zuvor gehabt hat.

Hormontabletten können den Schutz nach den Wechseljahren aufrechterhalten!

Falsch. Es gibt einige Studien, die zeigen, dass das nicht der Fall ist.

Bei einem Herzinfarkt muss man sofort ins Krankenhaus!

Richtig. Bei einem Verschluss von Herzkranzgefäßen sind nach drei Stunden 60 Prozent des unterversorgten Gewebes abgestorben. Die verbleibende Narbe kann eine Herzschwäche zur Folge haben. Je früher man behandelt wird, desto besser stehen die Chancen zu überleben und weniger Folgen zu erleiden.

Weiter geht es auf Seite 2...

Übergewicht, Rauchen und Bewegungsmangel zählen zu den Hauptrisikofaktoren!

Richtig. Weitere Risikofaktoren sind zu fette und salzige Ernährung, Bluthochdruck, Alkoholkonsum und die Einnahme der Pille (vor allem in Kombination mit Rauchen).

Die Einnahme einer Aspirin täglich beugt Herzinfarkten vor.

Richtig. Studien zeigen, dass die Einnahme einer niedrig dosierten Aspirintablette täglich das Herzinfarktquote bei Hochrisikopatienten wie bei Bluthochdruck oder schlechten Blutfettwerten wegen der gerinnungshemmenden Wirkung um ein Viertel reduzieren kann.

Allerdings bleibt kein Medikament ohne Nebenwirkungen: Die regelmäßige Einnahme der Schmerztablette erhöht das Risiko von Magengeschwüren und Blutungen im Magen-Darm-Trakt. In jedem Fall bitte erst mit dem Arzt sprechen, ob eine solche vorbeugende Einnahme in Frage kommt! Es gibt aktuell auch Hinweise, dass hauptsächlich Männer von der Herzinfarktprophylaxe mittels Acetylsalicylsäure profitieren, während diese Frauen eher vor Schlaganfällen bewahrt.

Die Rettung darf man erst rufen, wenn man sich ganz sicher ist, dass es sich um einen Herzinfarkt handelt!

Falsch. Bei Verdacht auf Herzinfarkt bitte gleich die Rettung verständigen. Bei einer Behandlung innerhalb einer Stunde stehen die Chancen sehr gut, dass keine irreparablen Schäden bleiben. Rettung in Österreich: 144, Euronotruf 112.

Die meisten Menschen sterben nach einem Herzinfarkt.

Falsch. Die Sterblichkeitsrate hat sich seit den 1980er-Jahren halbiert. Nur noch jeder Fünfte überlebt einen Herzinfarkt nicht. Wie gut die Chancen stehen, hängt auch vom Alter ab. Jüngere haben bessere Aussichten als Ältere.

Im Winter gibt es häufiger Herzinfarkte als im Sommer!

Stimmt. Aufgrund der niedrigen Temperaturen muss das Herz im Winter mehr Arbeit leisten, um das Blut in die Gefäße zu pumpen. Risikogruppen sollten deswegen Spitzenbelastungen wie übereifriges Schneeschaufeln vermeiden. Auch starke Temperaturschwankungen oder schnelle Wechsel lassen die Gefäße sich gefährlich zusammen ziehen.

 

Aktuell