Mythen über Pansexualität

Miley Cyrus ist „pansexuell“ – das gab sie letztes Jahr in einem Interview mit der ELLE UK bekannt. Doch was bedeutet das eigentlich? Die größten Mythen rund um Pansexualität auf einen Blick.

1: „Pansexualität ist das gleiche wie Bisexualität – es gibt nur zwei Geschlechter.“

Bisexuelle fühlen sich zum eigenen und zu anderen Geschlechtern hingezogen. Pansexualität bezeichnet eine sexuelle Orientierung, die bei der Wahl der Sexualpartner keine Vorauswahl nach dem biologischen oder sozialen Geschlecht trifft. Das Wort „pan“ kommt aus dem Griechischen und bedeutet „alles“. Geschlechtergrenzen werden überschritten – die Persönlichkeit steht im Mittelpunkt. Das heißt, etwa auch Transsexuelle (eine Person, die sich nicht mit dem bei der Geburt zugewiesenen Geschlecht identifiziert) und Intersexuelle (nicht einem Geschlecht zuordenbar) sind mögliche Partner von Pansexuellen. Nach einer weiten Definition bezeichnet Pansexualität auch eine progressive gesellschaftliche Grundposition, die die Akzeptanz für die verschiedensten geschlechtsbezogenen, geschlechtsübergreifenden und sexuellen Lebensweisen in den Mittelpunkt stellt.

2: „Pansexuelle Menschen sind polyamourös.“

Pansexuell zu sein macht einen polysexuell, aber nicht gleich polyamourös. So wie man monosexuell (nur zu einem Gender hingezogen) und polyamourös (mehrere Beziehungen oder Sexualpartner) sein kann, können Pansexuelle monogam leben. Nur weil sie sich zu allen möglichen Menschen hingezogen fühlen, stehen sie trotzdem nicht auf alle. Die sexuelle Identität und das sexuelle Verhalten sind unterschiedliche Dinge, die sich gegenseitig nicht beeinflussen.

3: „Pansexuelle Menschen sind verwirrt und nur in einer Phase.“

Entgegen der weitläufigen Meinung, muss Sexualität nicht nur eines von zwei Extremen sein. Vielmehr ist Sexualität ein Spektrum und es gibt viele verschiedene Sexualitäten zwischen hetero- und homosexuell. Pansexuell zu sein, bedeutet, sich nicht auf eine Form der Sexualität zu beschränken, sondern die Partnerwahl nicht vom biologischen oder sozialen Geschlecht abhängig zu machen. Vielmehr zählt der Charakter und die Persönlichkeit.

4. „Das ist ein neumodisches Wort – vor fünf Jahren hätte sich niemand so bezeichnet.“

Dass wir heute vermehrt über Pansexualität sprechen, ist sicherlich neuen Kommunikationsplattformen zu verdanken. Das mindert jedoch die Bedeutung des Wortes nicht herab. Pansexualität wurde in den 1990er-Jahren von Menschen in Umlauf gebracht, die die Fluidität von Gender betonen wollten. Viele Menschen bezeichneten sich vor einigen Jahren noch nicht so, da sie das Wort noch nicht kannten. Sexualität ist kein „Trend“ und es ist auch nichts „Modisches“ daran, sich der Öffentlichkeit und somit auch vielen Vorurteilen zu stellen, wenn man ausdrückt, wer man wirklich ist.

5: „Wieso war sie dann vorher nur in Männer verliebt?“

Pansexuelle Menschen müssen ihre Sexualität vor niemandem rechtfertigen, auch wenn sie zum Beispiel hauptsächlich oder nur mit Männern Beziehungen eingegangen sind. Genauso wenig müssen sie dem Rest der Welt beweisen, dass sie „wirklich“ pansexuell sind und sich deswegen demonstrativ mit trans- und intersexuellen Personen verabreden. Die Entscheidung beruht alleine auf der Persönlichkeit und mit wem sie eine Beziehung eingehen wollen oder nicht. Genauso wie die Sexualität von Heterosexuellen nicht hinterfragt wird, sollte sie es bei Pansexuellen auch nicht.

 

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