Mutter und Tochter – eine Beziehung zwischen Liebe und Wut

Wir sind uns so nah, so ähnlich, so vertraut. Und gerade deshalb ist es für Mütter und Töchter so schwierig, eine gesunde Distanz herzustellen. Doch Trennung muss sein – sonst beherrscht die Stimme der Mutter das ganze Leben.

Wie Sie mit Ihrer Mutter besser klarkommen.

Liebe Mutter!

Heute schreibe ich Dir, obwohl das eigentlich gar nicht nötig wäre. Denn Du bist ja immer da. Du bist die mächtigste Stimme in meinem Kopf. Du sprichst zu mir von früh bis spät. Lange, viel zu lange, habe ich geglaubt, dass diese Stimme meine eigene ist. Aber sie ist es nicht. Sie klingt der meinen nur so verdammt ähnlich, dass ich den Unterschied ewig nicht bemerkt habe.

Mutter, warum ich Dir schreibe: Bitte,

verschwinde aus meinem Kopf. Sonst gehe ich vor die Hunde. Versteh' mich nicht falsch, das heißt nicht, dass ich Dich nicht lieb habe. Oder dass ich die klugen und guten Dinge, die Du zu mir gesagt hast, wegwerfen will. Es bedeutet nur: Ich bin über 30. Und es wird Zeit, dass in meinem Kopf nur mehr eine Stimme spricht. Meine eigene.


Deine macht es, dass ich mich gelähmt und depressiv fühle. Weil sie mich permanent wie ein unartiges kleines Mädchen behandelt. Sie sagt zu mir, dass ich faul bin. Schlampig. Aufsässig. Sie sagt, dass ich mich nicht genug anstrenge, dass ich nichts richtig im Griff habe, dass ich nicht lieb genug bin, dass ich feig bin. Sie sagt, dass ich aus meinen Talenten noch viel zu wenig gemacht habe. Und dann sagt sie wieder: Werd' bloß nicht zu gut. Werd' bloß nicht erfolgreicher oder glücklicher als ich, das halte ich nicht aus.

Wenn ich mit meinem Mann schlafe, höre ich Deine Stimme auch. Sie mäkelt an ihm herum, probiert alle Tricks, damit ich bloß nicht die Kontrolle verliere. Denn Hingabe ist gefährlich. Sex ist gefährlich. Das hat schon Deine Mutter Dir immer eingebläut. Und sie musste es ja wissen. Sie ist ein uneheliches Kind, Du bist ein uneheliches Kind. Eine Katastrophe damals. Und immer noch. Für sie, für Dich, für mich.

Ja Mama, ich weiß, dass Du eine gute Mutter sein wolltest.

Die 1-A-Supermutter. Du warst immer zu Hause. Du hast Apfelmus gemacht und Weihnachtskekse und Wintermäntel. Du hast Dich bemüht, offene Gespräche mit uns zu führen und Nestwärme zu geben. Nestwärme - davon hast Du oft gesprochen. Die wolltest Du uns unbedingt geben, weil Du sie selbst so schmerzlich vermisst hast. Die halbe Kindheit im Hort, weil Oma arbeiten gehen musste. Und abends auch keine Liebe, weil Oma nach dem Job Kopfschmerzen hatte und "bloß ihre Ruhe" haben wollte. Ich frage mich, ob Du Deiner Mutter je verziehen hast. Ihre Gefühlskälte, ihre Selbstsucht, ihre Kritik.

Eines weiß ich jedenfalls: Oma hat ihrer eigenen Mutter noch immer nicht verziehen, dass sie sie als Baby im Waisenhaus abgegeben hat. Bald 90 Jahre ist das her. Und immer noch fühlt sie sich wertlos, ungeliebt und abgeschoben. Unlängst hat sie am Telefon mit brüchiger Stimme zu mir gesagt: "Was ist das bloß für eine Frau, die Kinder bekommt und dann wegwirft? Was ist das bloß für eine?"


Ich glaube: eine Frau ohne Halt. Eine Frau in Not. Aber sicher keine, die absichtlich böse oder gleichgültig war. Keine Mutter macht ihre Fehler mit voller Absicht. Nein, Du natürlich auch nicht. Das weiß ich heute, Gott sei Dank. Leider willst Du nicht wahrhaben, dass Du überhaupt welche gemacht hast. Wo Du Dich doch so angestrengt hast. Wo Du doch Deine eigenen Talente und Interessen jahrzehntelang der Familie geopfert hast, nur damit Deine Kinder nicht dasselbe erleiden müssen wie du: eine leere Wohnung, eine abgehetzte Mutter.

Vielleicht wäre es besser gewesen, wenn Du einen guten Job gehabt hättest.

Dann hättest Du da draußen Erfolg gehabt. Dann hättest Du Dein Selbstwertgefühl mit anderen Dingen aufpäppeln können. Und nicht durch uns. Deine Kinder. "Für dich muss man sich ja genieren", habe ich öfter gehört. Wenn ich in der Öffentlichkeit den Wildfang herausgelassen habe, wenn ich übermütig und vorlaut war. Dann hast Du Dich geschämt. Für mich. Und ich habe Dich angeschaut, in Dein vor Wut hartes Gesicht, und war - vernichtet. Bis in die Grundmauern zerstört. Du warst doch meine große, meine einzige Liebe, Dir wollte ich gefallen, Du solltest stolz auf mich sein. Was war ich ohne Dich? Nichts. Das Problem war nur: Du warst ohne uns auch nichts. Aber was passiert, wenn ein Nichts von einem anderen Nichts etwas haben will? Ein verzweifelter Kampf um Etwas. Ein ewiges Tauziehen um Anerkennung, Bestätigung, Verständnis.

Heute verstehe ich erst, wie bedürftig Du warst. Wie klein. Wie jung. Aber damals warst Du für mich allmächtig und allwissend. Wenn Du gesagt hast: "Warum hast du keinen Einser auf die Schularbeit geschrieben?", dann war mir mein Zweier, auf den ich vorher so stolz war, nichts mehr wert. Ich war nichts mehr wert. War ich wütend, weil Du mich nicht gelobt hast? Ich kann mich nicht erinnern. Wenn ja, dann habe ich dieses Gefühl sicherlich ganz schnell in den Keller gesperrt. Du kannst nicht die Hand beißen, die dich füttert. Als Tochter kannst du nicht auf deine Mutter wütend sein, sonst bist du mutterseelenallein auf der Welt. Und davor hatte ich Todesangst.


Ja, die Wut. Stell dir vor, ich habe sie so gut verdrängt, dass ich immer geglaubt habe, ich hätte keine. Und jedem, der mich gefragt hat, habe ich erzählt, dass ich das beste Verhältnis zu meiner Mutter hätte. Ich habe mich nur gewundert, als ich so Anfang 20 war, warum ich keine Gefühle habe. Warum sich in mir drinnen alles so taub anfühlt, so unecht. Und wenn mir irgendjemand weh getan hat, konnte ich nicht einmal weinen. Ich hab' die Sache im Kopf analysiert, seziert und - in den Keller gesperrt. Oder war auf mich selber wütend, weil ich nicht so bin, dass mich jemand wirklich lieben kann.

Erst vor kurzem bin ich draufgekommen,

auf was für einem Berg von Wut ich sitze. Mein Mann hat mich wegen einer Lappalie kritisiert, meine Anstrengungen so wie Du damals nicht anerkannt, und in mir ist so ein rasender, tobender, mörderischer Hass aufgestiegen, dass ich selbst erschrocken bin. Aber irgendwie war es auch gut. Denn wer auf andere wütend ist, ist wenigstens nicht mehr depressiv.


Ob ich auf Dich jetzt noch wütend bin? Nein, eigentlich nicht. Ich will mich nicht mehr als Opfer fühlen. Und Dich nicht nur als Täterin sehen. Du wolltest selbst so gerne studieren, aus Deinem Geist etwas machen, aber Du durftest nicht. Also hast Du Deinen Ehrgeiz auf Deine Kinder verlagert. Wir sollten der Welt zeigen, wie gut Du bist. Wir sollten für Dich Matura machen, studieren und brillieren. Und Du hast wahrscheinlich nur geglaubt, dass es ein Ansporn ist, wenn Du die Latte hoch legst und sagst: "Orientier' dich nie nach unten, nur nach oben." Leider, es war kein Ansporn. Es hat mir nur das Gefühl gegeben, nie gut genug zu sein. Was ich auch tue, wie ich mich auch bemühe.

Ich muss dieses Gefühl

loswerden. Ich muss dieses Gefühl loswerden. Es hat mich in meinem Leben so viel Kraft gekostet, und die geht mir langsam aus. Ich will keine Angst mehr haben, mich neuen Herausforderungen zu stellen. Ich will keine Selbstzweifel mehr in meinem Kopf haben. Ich will mich "gut genug" fühlen. In meinem Beruf, in meiner Beziehung, und auch als Mutter. Sonst beute ich mich selber aus, gebe und gebe und gebe, ohne je mit mir zufrieden zu sein.
Ja, und etwas anderes will ich auch noch: ein bisschen was von der Lebenslust und Begeisterungsfähigkeit und Sinnlichkeit meiner Kindheit wieder haben.

Du kannst nichts dafür, dass Dich mein Ungestüm erschreckt hat. Deine Mutter hat ja auch alles getan, um Gefühle in Schach zu halten, sie mit Ironie klein und lächerlich und beherrschbar zu machen. Und wenn ich dann Tage und Wochen von etwas geschwärmt habe, hast Du eben die Augen verdreht und geseufzt: "Mein Gott, musst Du immer alles 1000prozentig machen?" Tja, so habe ich es mir abgewöhnt, überschwänglich und leidenschaftlich zu sein. Und wenn ich als Teenager etwas von Verknallt- oder Todunglücklichsein in mein Tagebuch geschrieben habe, habe ich mich am nächsten Tag selbst als lächerliche, pathetische Kuh bezeichnet.

Hey, Du musst jetzt nicht traurig sein, Mutter. Ich verlasse Dich nicht. Ich komme Dich bald besuchen. Und dann können wir uns endlich in die Augen schauen – auf gleicher Höhe.
von Karen Müller


Nein, so will ich nicht mehr mit mir selber umgehen. So kann ich nicht mehr mit mir selber umgehen, sonst ist irgendwann nichts mehr von mir übrig. Und das geht nicht. Denn ich habe Kinder, und denen kann ich nicht als Nichts gegenübertreten. Die brauchen Etwas. Die brauchen mich. Die brauchen nicht eine Tochter, deren Kopf von der Stimme der Vergangenheit beherrscht wird. Sondern eine Mutter. Einen echten Menschen, der in sich ruht und dadurch Sicherheit geben kann.


Und deshalb, liebe Mutter, musst Du jetzt Platz machen in meinem Kopf. Deine Zeit ist abgelaufen. Meine Zeit ist gekommen. Nein, ich weiß noch nicht genau, wie meine eigene Stimme mit mir reden wird. Aber ich glaube, sie wird es lernen. Sie wird ihre eigenen Vokabeln finden, ihre eigenen Inhalte, Werte und ihren eigenen Tonfall. Hey, Du musst jetzt nicht traurig sein, Mutter. Ich verlasse Dich nicht. Ich komme Dich bald besuchen. Und dann können wir uns endlich in die Augen schauen – auf gleicher Höhe.

Daniela Reininger, 22 Stargate-Group Ilse Reininger, 44 Sekretärin
Wenn Ihre Beziehung einen Titel hätte, wie würde der lauten?
Tochter: "Durch dick und dünn".
Mutter: "Gänseblümchen trifft Kaktus". Daniela hat noch mehr Stacheln als ich.
Wie oft habt Ihr Kontakt?
Tochter: Wir telefonieren täglich und tauschen die Neuigkeiten vom Tag aus.
Willst Du so werden wie Deine Mutter, Daniela?Tochter: Ja, sie ist mein Vorbild. Ihre Einstellung, ihr ruhige Art, ihre Gelassenheit. Ich schmeiß' schneller alles hin, bin viel ungeduldiger als sie.
Mutter: Ich kann mir nicht vorstellen, dass Daniela mir in allen Punkten nacheifern will. Sie würde zum Beispiel in einer schlechten Beziehung nie so lange ausharren, wie ich das einmal getan habe.
Hattet Ihr schon einmal einen richtig schlimmen Krach?
Tochter: Einmal, da war ich 13 und habe sie angelogen, wo ich bin und bin viel zu spät nach Hause gekommen. Da war sie tagelang sauer, weil sie sich so Sorgen gemacht hat. Seitdem habe ich sie nie mehr angelogen und bin auch nie mehr zu spät gekommen.
Mutter: Ja, das mit der Lüge hat mich sehr betroffen gemacht. Weil ich ihr immer gesagt habe, dass sie mir alles erzählen kann, auch wenn ich dagegen bin. Man kann alles ausdiskutieren.
Seid Ihr also beste Freundinnen?
Tochter: Ja. Ich habe schon auch eine andere beste Freundin, aber auf meine Mami kann ich mich 1000-prozentig verlassen. Und: Sie hat eigentlich immer Recht, auch wenn ich es nicht wahrhaben will.
Mutter: Beste Freundinnen passt eigentlich nicht. Mit der redet man über Klamotten und den Freund, eine Mami fragt man andere Sachen - und bei ihr weint man sich eventuell auch über die beste Freundin aus.

Birgit Kraus, 29 Incentiv-Organiser, Brigitte Kraus, 58 Möbelhändlerin
Wenn Ihre Beziehung einen Titel hätte, wie würde der lauten?
Tochter: "Freedom".
Mutter: "Ent-Spannung pur".
Wie oft habt Ihr Kontakt?
Mutter: Wir telefonieren etwa zwei Mal die Woche und sehen uns alle 14 Tage - gerade richtig für die Beziehung.
Kommt die Tochter ganz nach Ihnen, Frau Kraus?
Mutter: Nein, Birgit ist völlig aus der Familie geschlagen. Eine Einzelpersönlichkeit. Kommunikativ, offen, lustig, kennt 100.000 Leute. Der Rest der Familie ist um einiges konservativer als sie.
Tochter: Ja, ich geb' Kontra und Gas. Manchmal wäre ich gern geduldiger, so wie meine Mutter. Ähnlich sind wir uns im Geschmack, was Wohnen anbelangt, da lass' ich mich von ihr beraten. Wir legen beide Wert auf Manieren, einen festen Händedruck, und wir lesen beide gerne.
Wo seid Ihr am unterschiedlichsten?
Tochter: Meine Mutter ist Gartenliebhaberin, bei mir geht jede Topfpflanze ein. Sie ist in puncto Humor eher passiv, ich bin gern ein Clown. Sie ist toleranter als ich, dafür bin ich spontaner, zum Beispiel beim Geld ausgeben und Blödheiten machen.
Ist Ihre Tochter schon immer ihren eigenen Weg gegangen?
Mutter: Ja, immer. Früher gab es Spannungen, sie war sehr aufmüpfig. Aber das hat sich im Laufe der Jahre zu einer unheimlichen Harmonie entwickelt.
Wie macht man das?
Mutter: Man muss das Individuelle berücksichtigen, jedes Kind auf seine eigene Weise behandeln. Und man muss permanent Vertrauen in seine Tochter haben, auch wenn sie in den Augen der Eltern einen schwierigen Weg gewählt hat.
Wofür bist Du Deiner Mutter dankbar, Birgit?
Tochter: Dass sie immer optimistisch war, wenn was passiert ist. Sie hat immer gesagt: Soll' nix Schlimmeres passieren. Sie hat uns immer gezeigt, es gibt nichts, was wir nicht meistern können. Sie hat mir immer das Gefühl gegeben, dass ich gut genug bin. Und ich kann ihr alles erzählen, weil ich mir sicher sein kann, dass sie mich nicht löchern wird oder ihre Meinung aufdrängen. Sie ist einfach meine Homebase.

Tanja Jiricek, 28 Tagungssekretärin, Christa Jiricek, 49 Krankenhaus-Angestellte
Wenn Ihre Beziehung einen Titel hätte, wie würde der lauten?
Mutter: "Kalt-warm." Nein, das ist kein Titel. Dann vielleicht: "Die zwei Hexen."
Tochter: Was sich liebt, das neckt sich.
Wie oft habt Ihr Kontakt?
Mutter: Wir telefonieren zwei Mal die Woche und sehen uns etwa alle zwei Wochen. Ich würde Tanja aber gern öfter treffen.
Worin seid Ihr einander am ähnlichsten?
Mutter: Wir haben beide eine künstlerische Ader. Und wir sind beide Hitzköpfe.
Tochter: Im Gfeanzt-Sein, im Sticheln. Und im Positiven in der Liebe zu Natur, Kindern, Tieren und Sport.
Und wo seid Ihr am unterschiedlichsten?
Tochter: Ich finde, ich bin femininer als meine Mutter, sie ist burschikoser. Ich mag meine Weiblichkeit und setze sie auch ein.
Mutter: Ich bin realistischer, sie ab gehobener, mehr in der spirituellen Welt.
Was ärgert Euch am meisten aneinander?
Tochter: Wenn sie etwas, was ich ihr im Vertrauen erzähl', in einer anderen Situation gegen mich verwendet.
Mutter: Unsere Probleme entwickeln sich aus unser beider Sturheit. Sie glaubt, ihr's ist das Richtige, und wenn sie zornig wird, kann sie richtig grob werden. Das kränkt mich. Ja, und wenn ich im Clinch etwas hervorhole, was sie mir erzählt hat, ist sie wiederum von mir enttäuscht. Eigentlich hat sie da ja Recht.
Wie löst Ihr solche Konflikte?
Tochter: Reden, reden, reden, bis es geklärt ist. Wir waren noch nie lang bös aufeinander.

Christine Umlauf, 39, Marketing & PR-Managerin; Gisela Umlauf, 76 Pensionistin
Wenn Ihre Beziehung einen Titel hätte, wie würde der lauten?
Mutter: "Freundinnen".
Tochter: "Friends".
Wie oft habt Ihr Kontakt?
Tochter: Wir telefonieren fast täglich und sehen uns auch häufig, weil wir nah beieinander wohnen. Und öfters nehme ich meine Mutter auch mit, wenn ich mit Freunden ausgehe. Das hat sich schon in meinen Teenagerzeiten ergeben, wo bei uns immer open house war und die Mama mittendrin.
Seid Ihr Euch sehr ähnlich?
Mutter: Na ja, wir sind schon ein bisserl verschieden. Aber keine drängt der anderen ihre Meinung auf, auch wenn ihr etwas nicht gefällt.
Tochter: Ähnlich sind wir uns darin, dass wir Dinge riskieren und uns dann durchbeißen. Unterschiedlich sind wir sicher im Geschmack: Ich mag klare Sachen und keine Rüschen und Schnörkseln. Auch nach außen hin ist sie die Emotionalere, sie geht eher wegen etwas auf die Barrikaden als ich.
Welche Rolle spielt Ihre Tochter in Ihrem Leben?
Mutter: Eine ganz große, ich könnte mir ein Leben ohne sie nicht vorstellen. Ich habe die Christine ja spät bekommen, erst mit 37, als absolutes Wunschkind, und dann alles für sie aufgegeben, um ihr eine gute Mutter sein zu können. Vielleicht habe ich sie sogar ein bisschen zu sehr behütet.
Was ist das Wichtigste, das Dir Deine Mutter mitgegeben hat?
Tochter: Sehr viel Glauben an mich selber und Mut. Ihr Motto war immer: Aufgeben tut man maximal einen Brief. Sie hat mir immer das Urvertrauen gegeben: "Ich schaff' das, ich kann das". Ich konnte bei ihr immer ich selbst sein, ich musste mich nie verstellen.
 

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