Mutter lehnt Kindergarten ab, weil die Pädagoginnen "zu fett" sind

Dieser fragwürdige Text einer Mutter aus London über Übergewichtige regt derzeit auf.

"Die Kindergarten-Assistentin war eine liebenswürdige Frau: nett und großartig im Umgang mit den Kindern. Aber als ich sie mit meiner zweijährigen Tochter spielen sah, wuchs das Unbehagen in mir."

So fängt der Text der "Daily Mail"-Autorin Hilary Freeman an, in dem sie erklärt, warum sie sich gegen einen speziellen Kindergarten entschieden hat. Ihr "Grund" sorgt derzeit für Aufregung im Netz. Die Mitarbeiterinnen dort seien ihr "zu fett", und sie hat Angst, dass ihre Kinder mit schlechten Vorbildern aufwachsen.

"Sie war erst 20, aber sie war schon fettleibig"


Sie schreibt weiter über die Kindergarten-Mitarbeiterin: "Sie war erst 20, aber sie war schon fettleibig - krankhaft. Sie bewegte sich langsam und kurzatmig, ihr Gesicht war rot. Würde sie, fragte ich mich, die schnellen Reflexe haben, um ein abenteuerlustiges Kleinkind vor Gefahren zu retten? Was für ungesunde Angewohnheiten würde sie meiner Tochter beibringen, die jeden Tag ihr Mittagessen dort essen würde?"

Statt ihre Tochter also in diesen (gut bewerteten) Kindergarten zu schicken, schrieb sie sie in einen mit "normalgewichtigen Personen" ein, wie sie schreibt. Ihrer Meinung nach ist die "Fat Positivity" zu weit gegangen. Die Mutter sieht außerdem kein Problem darin, dicke Menschen als "eklig" zu bezeichnen, weil die Menschen ja "selbst schuld" dran wären.

"Niemand kann etwas dafür, wenn er groß oder klein ist, alt oder jung. Wir können keinen Einfluss nehmen auf unsere Hautfarbe oder unseren kulturellen Hintergrund. Deshalb sollten wir niemanden dafür kritisieren. Aber mit der Fettleibigkeit ist es anders: Menschen werden fett."

Übergewicht habe gleichen Passiveffekt wie Rauchen


Ihr letztes "Argument", warum sie nicht will, dass ihr Kind von einer dicken Pädagogin betreut wird: Starkes Übergewicht ist so ungesund wie Rauchen. Hätte sie nicht gewollt, dass ihr Kind von einer kettenrauchenden Erzieherin betreut wird, hätte jeder Verständnis dafür gehabt. Dabei habe Übergewicht ebenso wie Rauchen Passiveffekte.

Dass man seinen Kindern genau die gegenteilige Botschaft vermitteln sollte - nämlich dass Menschen nicht auf ihr Äußeres reduziert werden sollten und die Ursachen für Fettleibigkeit woanders liegen - ist dieser Mutter offenbar nicht bewusst.

Schließlich leiden vor allem Mädchen schon massiv unter den gesellschaftlichen Schönheitsidealen, die ihnen von Medien und Gesellschaft vorgelebt werde - sodass es fatal ist, diese auch noch von den eigenen Eltern mitzubekommen. Denn das ist - im Gegensatz zu einer übergewichtigen Kindergartenpädagogin - tatsächlich gesundheitsschädlich.

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