Muss das sein? 65-Jährige mit Vierlingen schwanger

Annegret Raunigk erwartet Vierlinge. Diese Tatsache allein ist schon eine Sensation. Doch das ist noch lange nicht alles, denn die Berlinerin ist bereits 65 Jahre alt, 13-fache Mutter und7-fache Großmutter. Muss das sein, fragt sich nun die ganze Welt - und WIENERIN-Redakteurin Eva Jankl.

Sie ist in diesen Tagen bestimmt die Mutter, über die am meisten diskutiert wird. Denn Annegret Raunigk ist zum 14. Mal in ihrem Leben schwanger. Dieses Mal gleich mit Vierlingen. Und das im Alter von 65 Jahren. In der RTL-Sendung Extra mit Birgit Schrowange gibt sie sich gelassen: "Die anderen können es halten, wie sie wollen, und ich halte es, wie ich es für richtig halte" sagte die Volksschullehrerin in der Sendung und fragt auch gleich, warum sie denn nicht mit 65 Jahren schwanger werden sollte.

Angeblich sei es der Wunsch ihrer 9-jährigen Tochter Lelia nach einem jüngeren Geschwisterchen gewesen, der sie zu einer Ei- und Samenzellenspende - denn einen Mann an ihrer Seite gibt es nicht - sowie einem Einsetzen der befruchteten Eizellen im Ausland verleitet hat. Vier der befruchteten Eizellen haben sich eingenistet, mittlerweile ist Raunigk im 5. Monat schwanger.

Gedanken über die Zukunft der Kinder macht sie sich wenig, denn auf die Frage, ob sie glaubt, mit 70 noch fit zu sein, meinte sie nur, sie sei jetzt fit, warum sollte das in fünf Jahren anders sein.

Verantwortungslos? Selbstsüchtig? Dumm?

Wohl von allen ein bisschen, denn nicht nur die Vierfach-Schwangerschaft stellt wegen dem erhöhten Risiko von Bluthochdruck, Präeklampsie (Schwangerschaftsvergiftung), Plazenta-Problemen oder Schwangerschaftsdiabetes für die Mutter eine erhöhte Gefahr dar, sondern vor allemauch für die Kinder. Sie erblicken die Welt meist viel zu früh. Vierlinge sind schon bei einer jungen Mutter ein Problem, daher werden im Regelfall nie mehr als zwei befruchtete Eizellen bei einer künstlichen Befruchtung eingesetzt - zumindest nicht bei einem seriösen Arzt im Inland. Man weiß, dass schon Zwillinge meist zwischen der 36. und 37. Schwangerschafstwoche geboren werden, Drillinge zwischen der 32. und 34. Schwangerschaftswoche und Vierlinge zwischen der 29. und 31. Woche der Schwangerschaft. Zum Glück kommen Drillinge und Vierlinge nur selten vor: 2012 wurden in Österreich 19 Mal Drillinge und einmal Vierlinge auf die Welt gebracht.

Hinzu kommen die Risiken durch die späte Schwangerschaft wie erhöhte Chromosomenfehlbildungen wie z.B. Trisomie 21, aber auch Schwangerschaftskomplikationen. Wäre Raunigk überhaupt fähig sich um eine Kind, geschweige denn vier Kinder, mit mehr Bedürfnissen zu kümmern?

Last but not least: Wer weiß, wie lange die Kinder ihre Mutter überhaupt noch haben werden. Wie lange sie fit genug sein wird, um sich um sie zu kümmern. Und sollte etwas schief gehen, verlieren nicht nur diese vier die Mutter, sondernauch ihre derzeitige Jüngste. Die Spanierin María del Carmen Bousada, war die älteste Mutter der Welt als sie 2006 mit 66 Jahren als Folge einer künstlichen Befruchtung zwei Kinder gebar. Schon zweieinhalb Jahre später starb sie an Krebs, ihre beiden Söhne waren gerade erst 2,5 Jahre alt. Der Krebs war möglicherweise eine Folge der für die künstliche Befruchtung notwendige Hormonbehandlung.

Zurück zur Frage von Raunigk, warum sie nicht mit 65 Jahren noch einmal Mutter werden sollte. Wir würden sagen, die Gründe von Mutter Natur müssten ausreichen. Wäre eine so späte Schwangerschaft vorgesehen, dann hätte sie keine künstliche Befruchtung gebraucht. Außerdem müssten 13 liebe Kinder doch für ein frühes und spätes Mutterglück ausreichen.

 

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