Museum verbietet Mutter das Stillen

Brüste sind nur als Kunstwerk okay, stillende Brüste haben im Museum nichts verloren.

Da kann sich Europa noch so seiner Fortschrittlichkeit und Offenheit preisen, Stillen in der Öffentlichkeit ist nach wie vor ein Tabuthema. Die nackte, weibliche Brust im öffentlichen Raum funktioniert tadellos, sofern sie als Kunstwerk stilisiert ist.

Eine Brust, die öffentlich ein Baby ernährt, ist aber pfui. Treffen beide Arten Brust aufeinander, kann das zu absurden Situationen führen.

So wie im Victoria & Albert Museum in London. Eine Frau besuchte mit ihrem Kleinkind das Kunst und Design Museum. Als das Kind Hunger bekommt, stillt sie es im Innenhof des Museums. Ein Angestellter des Museums fordert die Mutter auf, das Stillen zu unterlassen, während in den Ausstellungsräumen eine nackte Brust neben der anderen zu sehen ist.

In einer herrlich ironischen Fotoreihe hat die Frau den herrschenden Doppelstandard auf Twitter angeprangert und präsentiert eine Auswahl ausgestellter, nackter Steinbrüste.

"Mein Nippel war während des Stillens für eine Nanosekunde lang zu sehen und ich wurde gebeten, mich zu bedecken im Victoria & Albert Innenhof. Ich bin perplex..."

"Das Positive daran: Ich hatte einen wunderbaren Tag im V&A beim Entdecken von Darstellungen der Brust im Wandel der Zeit und wunderbare mammaries (medzinischer Fachbegriff für die Brust, Anm.)gesammelt. Ich meine memories."

Der Museumsdirektor hat sich via Twitter entschuldigt - der Mitarbeiter sei über die Richtlinien falsch informiert gewesen.

"Es tut mir sehr leid. Unsere Regeln sind klar: Frauen dürfen stillen, wo immer sie wollen und sich wohlfühlen und dürfen nicht gestört werden."

 

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