Moms in (E)Motions

Es bricht über uns herein wie ein Tsunami und überflutet unsere Welt in nie zuvor gekannten Dimensionen: Das Gefühl Mutter zu sein. Aber, können wir etwas dafür? Sobald wir "unser" Kleines zum ersten Mal in den Armen wiegen, verändert sich etwas Grundlegendes in uns. Hat uns die Evolution so programmiert?

Die Schmetterlinge in unserem Bauch haben Gestalt angenommen und nun beginnt unserere eigene Metamorphose. Ein Trick von Mutter Natur? Der Moment, in dem wir "Mütter werden" (egal ob selbst ausgetragen oder adoptiert), verändert uns nachhaltig.Manchmal sogar zu unserem Besten ..

Einige Verwandlungsgeschichten sind hier protokolliert. Ähnlichkeiten mit bekannten Moms natürlich rein zufällig.

1.) Wir werden vielseitiger ...


Von der überforderten Göre zur Göttin des Multi-Taskings.

Meiner kleinen Schwester habe ich alles beigebracht: Küssen, Autofahren, Eier kochen - einfach alles. Schon komisch sie als dreifache Mutter in ihrer Küche als kompetente Herrin der Lage zu erleben. Fast hat es den Anschien, dass SIE MIR heute etwas beibringen kann: Während sie ein Baby am Arm hält, einen Kuchen bäckt, den Hund füttert, mit der Großen Hausaufgabe macht und einen Fleck aus der Jeans ihres 5-Jährign wäscht, hat sie noch Zeit ihre beste Freundin am Telefon in Liebesfingen zu beraten. Vielseitigkeit gehörte bisher nicht unbedingt zu den Stärken meines Schwesterchen, aber ich muss zugeben, ich bin begeistert. Auch wenn sich das heute ungefähr so anhört:

Ach, so ein Idiot! NEIN, HÄNDE AUS DER KUCHENFORM! Tut mir echt leid für ... DIE FREUNDSCHAFTSZAHL VON 7? WEISST DU DOCH! JETZT NOCH DIE SCHREIBHAUSÜBUNG! Er weiß ja nicht, was er verpasst. Aber vielleicht ist es WEG VOM BACKROHR! Tschuldigung, wo waren wir? SICHER KRIEGST DU AUCH GLEICH EINE FRISCHE WINDEL ...

2.) Wir werden sozialer ...

Von der verbissenen Einzelkämpferin zur begeisterten Teamspielerin.

Karin hatte die besten Noten, die besten Kerle und die steilste Karriere. Abschreiben durfte man ihre Mitschriften auf der Uni nie, wer sie um einen beruflichen Gefallen bat, erhielt keine Antwort und blieb bewusst jeglicher Art von Gruppearbeit fern. Natürlich war ich wenig begeistert, sie Jahre später bei einer Kinderparty im Prater wiederzusehen. Dabei habe ich sie fast nicht wieder erkannt. Karin riss sich darum, einen bunt zusammengewürfelten Haufen Kinderparty-Gäste beim Wiesenfußball anzuführen. Verschwitzt teilte sie an die Erwachsenen selbst mitgebrachten Prosecco aus und warf sich sofort wieder in die Kinderschlacht. Dabei war Karin gar nicht die Veranstalterin dieses Treffens. Das Wunder, das diese Veränderung in Karin bewirkt hatte, hieß Henry und war 8 Jahre alt.

3.) Wir werden hilfsbereiter ...

Von der grimmigen Unbekannten zur Helferin in Not

Drei grölende Kinder, ein kleines Auto mit Sommerreifen. Die Eisplatte vor dem Kindergarten war mir in der Eile nicht aufgefallen. Während ich wie ein kleines armes Käferchen am Rücken mit meinem winzigen Toyota hilflos hin- und her rutschte und nicht von der Stelle kam, tauchte plötzlich eine korpulente Unbekannte hinter meinem Wagen auf gab meinem Toyota einen kräftigen Schubs. Die Fremde hieß Elsbet, hat ebenfalls drei prächtige Kinder und ist heute meine beste Freundin. Seit sie mir so geholfen hat, kann ich gar nicht mehr nachvollziehen, was mir jemals an dieser warmherzigen Person NICHT gefallen hat.

Sind wir die hässliche Raupe, die sich durch die „Meisterleistung“ der Geburt unserer Kinder in einen betörenden Schmetterling verwandelt? Nein.
Wir bleiben auch als Mütter, wer wir wirklich sind und immer schon waren. Dennoch gelingt es diesen wunderbaren Geschöpfen offenbar mühelos Seiten an uns hervorzukitzeln, die wir sonst selbst nie entdeckt hätten: Plötzlich können wir mehr, wir leben instinktiver, wir lassen uns gern berühren und geben auch gerne vielmehr zurück – ohne zu fordern. Der Wissenschaftler Robert Martone hat entdeckt, dass bereits der Fötus im Mutterleib Einfluss auf die Gehirnzellen der Mutter nimmt.


Jetzt ist es also amtlich: Unsere Kinder verändern uns - und das gilt natürlich auch für euch Adoptiv- und Pflegemütter!

Ein Prozess, der uns gleichzeitig bereichert, überrollt, fordert und formt. Jeder von uns geht damit auf eine andere Weise um, nur eins ist gleich: Wir werden alle durch diese kleinen Menschen ein großes Stück menschlicher.
 

Aktuell