Model verliert erstes, und nun auch zweites Bein wegen Tampons

Vor fünf Jahren erlitt Lauren Wasser ein toxisches Schocksyndrom, ihr rechter Unterschenkel musste amputiert werden. Seitdem setzt sich die Aktivistin für Aufklärung über TSS ein.

Das Model Lauren Wasser benutzte, wie es Millionen Frauen weltweit tun, während ihrer Periode jahrelang Tampons. Sie wechselte sie regelmäßig, wusch sich vor und nach dem Einführen die Hände und hätte man sie nach potentiellen Gefahren ihres Hygieneprodukts gefragt, sie hätte, wie viele Andere, wohl ahnungslos mit den Schultern gezuckt - bis zu diesem einen Tag vor fünf Jahren.

Am 3. Oktober 2012 wird Wasser mit 42 Grad Fieber ins Krankenhaus eingeliefert. Sie hatte einen Herzinfarkt und war kurz vorm Organversagen. Die Diagnose: Toxisches Schocksyndrom (TSS), verursacht durch einen Tampon. Die junge Frau wurde ins Koma versetzt, ihre rechtes Bein musste wegen eines Wundbrands vom Knie abwärts amputiert werden. Seitdem sieht es Wasser als ihre Aufgabe, Mädchen und Frauen über das toxische Schocksyndrom und die Gefährdung durch Tampons aufzuklären.

TSS - eine lebensgefährliche Infektion

Das toxische Schocksyndrom ist eine lebensgefährliche Infektion, meist ausgelöst durch das Bakterium Staphylococcus aureus und die vom Bakterium produzierten Gifte. Die Symptome sind jene einer Blutvergiftung. Über die Scheide oder die Gebärmutter bei der Benutzung von Tampons, aber auch über Hautwunden, Verbrennungen, Insektenstiche oder chirurgische Wunden kann das Bakterium in den Körper gelangen. Mehr als die Hälfe der TSS-Fälle tritt aber bei Frauen während der Periode und bei gleichzeitigem Gebrauch von Tampons auf. Vor allem stark saugende Tampons oder eine Tamponbenutzung ohne Einführhilfe, sondern mit den Fingern, erhöhen das Risiko einer Erkrankung.

Wie Wasser in der Instyle berichtet, wird in ein paar Monaten auch ihr zweites Bein amputiert werden. Als Folge der schweren Erkrankung hat es weder eine Ferse noch Zehen. Ein offenes Geschwür und die Knochen, die wegen eines Kalziumüberschusses ständig weiterwachsen, bereiten ihr höllische Schmerzen. Wegen der offenen Wunden darf das Bein außerdem nicht nass werden. "Aber es ist Zeit für mich zu leben," schreibt Wasser. "Ich möchte den Ozean spüren. Ich habe seit über 5 Jahren kein Meerwasser mehr auf meiner Haut gespürt."

Die Aktivistin unterstützt außerdem den Robin Danielson Act, ein Gesetzesentwurf, der Hersteller von Damenhygieneprodukten dazu verpflichten soll, Auskunft über Inhaltsstoffe und langfristige Auswirkungen auf die Gesundheit der AnwenderInnen zu geben. Der Entwurf wurde bereits zehnmal zurückgewiesen.

Die wenigsten österreichischen Jugendlichen wissen, wie man Tampons entsorgt.

 

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