Mode: Kasten-Check

Hier ihre besten Tipps.

Die Extravagante

Caroline van Kelst ist Chefin der PR-Agentur Primerose.

Kleiderschrank ausmisten

Gibt es in Ihrem Schrank ein bestimmtes Ordnungssystem?

In meinem Schrank herrscht eher eine Art „chaotisches System“. Ich ordne nur ganz grob nach der Kleidungsart. Wichtig ist mir, dass ich meine Sachen gut sehen kann, deshalb habe ich zusätzlich zu meinem Schrank eine offene Kleiderstange.

Wie oft misten Sie aus?

So gut wie nie. Ich kann mich nur ganz schwer trennen. Die meisten meiner Sachen leben mit mir und werden wirklich uralt. In meinem Kleiderschrank gibt es kaum Teile, die ich gar nicht oder nur selten trage.

Worauf legen Sie bei Ihren Outfits besonderen Wert?

Nachdem ich meine Sachen irrsinnig lange trage, sehe ich Kleidung als Investment. Ich bin nicht der Typ, der schnell und viel konsumiert. Ich kaufe lieber weniger und dafür Stücke, die wirklich gut gearbeitet und langlebig sind. Genauso wichtig ist mir, dass ich ausgefallene Stücke habe, die nicht alle tragen.

Ist Sale-Shopping ein Thema?

Ja! Gerade bei ausgefallenen Designer-Teilen hat man im Sale oft noch eine große Auswahl, weil sich da viele stilistisch nicht drübertrauen.

Ihr wichtigstes Accessoire?

Ich hatte immer schon ein Faible für toll gemachten Schmuck und bin, was das betrifft, entgegen meiner Kleider, die ich bedenkenlos auch mal verborge, sehr sorgsam. Echtschmuckstücke sind etwas Dauerhaftes; kleine Kunstwerke, die jedes Outfit aufwerten.

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Kleiderschrank ausmisten
Kleiderschrank ausmisten

Die Minimalistin

Schauspielerin und Fotografin Carola Pojer hat den
Fashionblog viennawedekind.com gegründet.

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Wie behalten Sie in Ihrem Schrank den Überblick?

Indem ich meine ­Garderobe ganz bewusst eher klein ­halte. Viele, die meinen Kleiderschrank sehen, sind überrascht darüber, dass ich verhältnismäßig wenig Kleidung habe. Von Fashionbloggern wird ja fast erwartet, dass sie möglichst viel von allem haben. Mich würde das eher belasten.

Gibt es ein Ausmist-Ritual?

Für jedes neue Stück in meinem Kasten, kommt ein altes weg. Zusätzlich miste ich ab und zu, meist am Anfang bzw. Ende einer Saison, noch einmal gezielt aus. Was ich nicht mehr brauche, verschenke ich oder verkaufe ich auf Flohmärkten oder bei Tictail.

Das klingt sehr organisiert ...

Mode ist für mich ein großer Spielplatz, auf dem man ganz viel ausprobieren kann. Trotzdem möchte ich nicht unnötig in Massen konsumieren. Deshalb zeige ich auch auf meinem Blog nicht ständig komplett neue Outfits, sondern eher neue Kombinationen aus Teilen, die ich schon habe.

Planen Sie Ihre Outfits?

Im Alltag ist der morgendliche Griff in den Kasten sehr intuitiv. Dass ich nicht unendlich viele Sachen habe, kommt mir da entgegen. Meistens baue ich meine Outfits um gute Basics herum.

Warum haben Sie ein Moodboard an Ihrer Schrankwand?

Ich gestalte für jede Jahreszeit eine kleine Bilder-Collage mit Teilen und Outfits, die mich inspirieren oder auf meiner Shopping-Wunschliste stehen.

Was wird auf Ihrem Moodboard für Frühling 2015 sein?

Was ich sehr mag und im Sommer wieder Thema sein wird, sind Asymmetrien. Ich mag das Unperfekte daran, wahrscheinlich weil ich selbst auch ein Mensch mit Ecken und Kanten bin.

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Die Sammlerin

Niki Osl entwirft für ihr Label Miss Lillys Hats Haarschmuck und Accessoires aus Vintage-Materialien.

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Wie wichtig ist Ihnen Ordnung in Ihrem Kleiderkasten?

Ich bin einerseits irrsinnig perfektionistisch, andererseits total chaotisch. Meine Kleider wachsen, nachdem ich sie getragen oder anprobiert habe, zu einem riesigen Berg im Badezimmer an. Irgendwann bekomme ich dann einen Rappel und schlichte alles ordentlich zurück.

Haben Sie sich mit Ihrem Schrankraum einen Mädchentraum erfüllt?

Ja, absolut. Wenn ich mir Zeit nehme und im Schrankraum zusammenräume, ist das ein bisschen wie früher beim „Kaufmannsladen-Spielen“. Da wird dann alles fein säuberlich aufgehängt, sortiert und geordnet ...

Worauf achtet man als Designerin selbst beim Shoppen?

Mode, zum Beispiel die Entwürfe meiner Freundin Lena Hoschek oder auch Vintage-Designertaschen, haben für mich einen gewissen Sammler-Wert. Ich shoppe aber eigentlich recht überlegt und rational. Früher war das anders, da hatte ich regelrechte Kaufräusche. Mittlerweile weiß ich durch meinen Beruf, unter welchen Bedingungen vieles hergestellt wird und achte darauf, hochwertige, wenn möglich sogar in Österreich produzierte Stücke zu kaufen.

Mode-Accessoires dienen bei Ihnen auch als Wohn-Deko ...

Mode ist für mich Kunst, traditionelles Handwerk ist ­meine große Leidenschaft. Ich habe beispielsweise eine Sammlung kleiner Gobelin-Handtäschchen, die ich nie tragen werde, die aber wunderschön anzuschauen sind. Kleidung und Accessoires gehören bei mir zur Einrichtung.

 

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