"Miu Miu" von Miu Miu im Test

WIENERIN-Beauty-Expertin Martina Parker nimmt die neuesten Parfums unter die Lupe. Diesmal mit der Erkenntnis: Innere und äußere Schönheit haben nicht immer was miteinander zu tun. In diesem Fall zum Glück doch.

Wären Düfte Debütantinnen, wäre Miu Miu in diesem Herbst die Ballkönigin. So hübsch ist keine andere. Auch wenn man zugeben muss, dass das Outfit aus Türkis und Kirschrot in den Achzigern schon mal eine andere Dame namens Lou Lou trug. Die roch jedoch - dem damaligen Zeit entsprechend - etwas aufdringlicher. Miu Miu schlägt hingegen leisere Töne an, beginnt mit einem wässrig floralen Auftakt und schafft dann das, was jedes neue Parfüm möchte, aber kaum eines schafft: Nämlich gleichzeit vertraut gefällig und spannend neu zu riechen. Der schwierige Balanceakt gelingt dank eines neuen chemischen Duftmoleküls, erfunden vom Riechstoffhersteller Givaudan.

Miu Miu Eau de Parfum

Das Zeug heißt Akigalawood und ist ein Duftfragment von Patchuliöl. Der Duftausdruck erinnert nur mehr bruchstückhaft an den Oma Hippieduft, ist moderner und extrem pfeffrig. Die richtige Würze für die Maiglöckchennote, die die Kopfnote dominieren und dabei keineswegs muffig, sondern extrem klar und strahlend daher kommen. Drei Tage nach dem Duftlaunch treffe ich Kolleginnen, die den Duft entweder schrecklich finden (Ich hasse Maiglöckchen) oder lieben (manche gestehen aber, dass sie sich möglicherweise von der wirklich tollen Optik haben blenden lassen.) Ich greife noch mal selbst zur Miu Miu Flasche und bin vor allem erleichtert. Nämlich erleichtert darüber, dass die Marke trotz ihrer jungen quirky Zielgruppe nicht noch einen dieser elendig fruchtig süßen banalen Orientalen herausgebracht hat, die man so gerne jungen Mädchen mit noch nicht gereiftem Stilempfinden antut.

 

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