Mit zu vielen Männern zu arbeiten ist ungesund

Frauen in männerdominierten Berufen sind einem höheren Stressfaktor ausgesetzt. Sie produzieren das gesunde Stresshormon Cortisol zu unregelmäßig.

Frauen, die in männerdominierten Berufen arbeiten, sind gestresster. Das zeigt eine neue Studie der Indiana University Bloomington.

Die Forscherinnen untersuchten den Hormonhaushalt von 440 Frauen, die mit über 85 Prozent Männern zusammenarbeiten, und stellten fest, dass sie keine gesunde Cortisolproduktion besitzen. Eine regelmäßige Produktion dieses gesunden Stresshormons ist wichtig, sonst werden Depressionen und Schlaflosigkeit gefördert.

Cortisol ist ein Stresshormon, das natürlicherweise über den Tag fluktuiert. Doch Menschen, die viel Stress ausgesetzt sind, haben ein unregelmäßigeres Muster der Fluktuation als Menschen mit einem durchschnittlichen Stressniveau.

Männer sind weniger gestresst

Bereits frühere Studien zeigen, dass Frauen in männerdominierten Jobs oft von sozialer Isolation, sexueller Belästigung und mangelnder Unterstützung am Arbeitsplatz betroffen sind. Aus diesem Grund untersuchten die Autorinnen bewusst das Hormon Cortisol, das auf einen hohen Stresslevel verweist, wenn es unregelmäßig verläuft.

„Männer in Jobs mit 85 Prozent oder mehr Männeranteil zeigen nicht das gleiche unregelmäßige Cortisol-Profil“, sagt Studienautorin Cate Taylor. Cortisol reagiert außerdem stärker auf soziale Stressfaktoren und weniger auf physische – was die These unterstreicht, dass das negative Stresslevel auf ein schlechtes Arbeitsklima hinweist. Das habe auch weitere Konsequenzen, so Taylor: „Unsere Ergebnisse zeigen, dass ein schlechtes Arbeitsklima bei Frauen in männerdominierten Berufen auch mit späteren negativen Folgen für die Gesundheit zusammenhängen kann.“

 

Aktuell