Mit Zecken richtig umgehen

Pilzezeit heißt für viele auch Zeckenzeit: Wie man die Biester am besten loswird und worauf man dabei achten soll.

Die Hochsaion der Zecken naht wieder - von April bis Juni und noch einmal im Oktober sind die Parasiten am häufigsten unterwegs. Wer schon einmal das Vergnügen hatte, weiß: so einfach ist es nicht, die Dinger wieder loszuwerden. Umso gefährlicher ist es, wenn sie lange in der Haut bleiben, denn sie schlürfen nicht nur Blut aus dem Gewebe, sie übertragen auch gefährliche Krankheiten.

Am häufigsten geben sie Erreger der Lyme-Borreliose an den Wirten weiter. Diese zeichnet sich durch einen roten Ring rund um die Bissstelle aus. Wer früh genung einschreitet, kann mit Antibiotika Schlimmeres verhindern. Breitet sich der Erreger aber im Körper aus, können Gelenksbeschwerden, vorübergehende Lähmungen und Gehirnentzündungen die Folge sein.

Die drei Phasen der Borreliose

Borreliose wird je nach Erscheinungsbild in drei Stadien eingeteilt, wobei dies nicht für alle gelten muss, da atypische Verläufe häufig vorkommen.

Für Stadium I ist das "Erythema migrans" charakteristisch. Hierbei handelt es sich um einen hellroten, rundlichen Fleck rund um die Einstichstelle, der innerhalb weniger Tage bis zu drei Wochen nach dem Zeckenbiss auftritt. Häufig ist auch eine bläuliche Verfärbung in der Mitte zu erkennen. Hinzu kommen können auch grippeähnliche Symptome.

Im Stadium II kommt es zur Ausbreitung der Infektion im Körper entlang der Blut- und Lymphgefäße. Verschiedene Organe wie das Nervensystem, der Bewegungsapparat und das Herz können befallen werden.

Stadium III tritt erst Monate, manchmal auch Jahre, nach der Erstinfektion auf. Symptome sind Gelenkentzündungen (Arthritis) und chronische Hautschäden wie Verfärbungen und Gewebsverlust. Selten treten auch Schädigungen am Nervensystem auf. Betroffene leiden dann an unterschiedlicher Symptomatik wie Konzentrationsstörungen, Depressionen, Nervenausfällen und Lähmungen.

Zecken entfernen: So geht's

Grundsätzlich gilt: je schneller die Zecke weg ist, desto besser. Doch es ranken sich allerlei Mythen um die richtige Zeckentfernung. Sie reichen vom Abbrennen der Zecke bis zum Drauftröpfeln von Öl. Doch solche Verfahren schaden mehr als sie nützen. Es kann sein, dass die Zecke in ihrem "Todeskampf" erst recht Erreger in die Wunde abgibt. Auch das Quetschen der Zecke beim Entfernen kann schädlich sein.

Man sollte daher Zecken äußerst vorsichtig mit einer feinen Pinzette, einer spezieller Zeckenzange oder mit einem Skalpell entfernen. Dazu setzt man dicht über der Haut an und zieht bzw. hebelt die Zecke vorsichtig heraus. Wer sich nicht sicher ist, die Zecke richtig entfernen zu können, sollte dies von einem Arzt erledigen lassen. Drehen wird nicht empfohlen, egal in welche Richtung. Vorsichtiges Ruckeln ist erlaubt. Beim geraden Herausziehen behält die Zecke die Borreliose-Erreger mit größerer Wahrscheinlichkeit in sich und kommt vollständig aus der Haut. Ein guter Tipp ist auch die Desinfizierung der Einstichstelle nach dem Entfernen.

 

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