Mit Glitter gegen Körperideale und Beleidigungen

In einem beeindruckenden Foto-Projekt zeigen Frauen, wie bösartig ihre Körper von anderen beurteilt werden und lassen all den Hass und die gesellschaftlichen Erwartungen unter goldenem Glitter verschwinden.

Dünn und schön, erfolgreich aber zurückhaltend: Die gesellschaftlichen Erwartungshaltungen an Frauen, wie sie auszusehen und ihr Leben zu gestalten haben, sind unrealistisch wie vielfältig. Frauen, die nicht dem gesellschaftlich erwünschten Standard entsprechen, werden gern an den Pranger gestellt - und das kann richtig feindselig werden. Zwei Fotografinnen haben sich diesen Stigmatisierungen in einem beeindruckenden Fotoprojekt gewidmet.

Sieben Frauen, auf ihren Körpern in großen, schwarzen Lettern die Beleidigungen und Charakterisierungen, die sie erfahren haben. "Nicht genug", "Fett" und "Schlampe" steht etwa auf den Körpern der Frauen. All diese Worte verdecken die Fotografinnen in den folgenden Bildern mit goldenem Glitter und Farbe und dem Aufruf und Titel des Projekts: "Don't Label Me" - zu deutsch etwa "Steckt mich nicht in eine Schublade".

Die Fotografinnen Abigail Spencer und Meg Bishop aus dem US-Bundesstaat Oregon wollen mit ihrem Projekt die unrealistischen Erwartungshaltungen an Frauen und die oft verletzenden Reaktionen, wenn sich Frauen abseits einer glorifizierten Norm bewegen, thematisieren. Die Geschichte jeder Frau haben sie in einem eigenen Solo-Shooting ausdrucksstark in Szene gesetzt.

"Wir haben noch keine Frau getroffen, die sich absolut wohl in ihrer Haut fühlt und absolut nichts an sich verändern will," schreiben die beiden auf Facebook. "Wir wurden beschimpft, uns wurde auf der Straße nachgerufen, wir wurden missbraucht, sexualisiert, auf uns wurde herabgesehen und wir wurden wegen unseres Aussehens verurteilt."

"Heute sagen wir 'Leck mich' zu [...] jedem schrecklichen, unbequemen, unrealistischen Standard, den wir glauben, erfüllen zu müssen. Wir sind Mütter, Töchter, Schwestern, Tanten und Freundinnen. Wir sind Frauen. Wir sind stark. Vereint. Verbunden. Ab jetzt sind wir selbstbewusst."

"Auf das echte, das verletzliche, das unbearbeitete und rohe. [...] Die "Fette". Die "Dünne". Die "Schwarze". Die "Weiße". Die "Dazwischen". Die "Schlampe". Die "Verkrüppelte". Die "Rabenmutter". Die "Andere". Auf uns, wie wir sind! Steckt uns nicht in Schubladen!"

 

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