Mit Dildos gegen Waffen

Der kreative Widerstand einer amerikanischen Studentin gegen neue Waffengesetze macht im Netz die Runde.

Was in Europa nahezu undenkbar scheint, soll in den USA bald Realität sein:
Ab August nächsten Jahres erlaubt der texanische Bundesstaat die Mitnahme von Waffen in nahezu allen Campus- und Universitäts-Arealen.
Kaum zu glauben, wenn man bedenkt, dass allein in den letzten Monaten, mehrere Amokläufe in Arizona und Oregon (beide Texas) dutzenden Menschen das Leben gekostet haben.

Auch wenn sich Präsident Obama nach dem letzten Amoklauf Anfang Oktober, überraschend kritisch öffentlich gegen die laschen Waffengesetze äußerte, ist es selbst für ihn schwer, gegen die extrem einflussreiche Waffenlobby zu mobilisieren. Daher forderte er die amerikanische Gesellschaft in seiner letzten Rede auch zu Widerstand gegen die Waffenlobby auf:
"Wir können etwas tun, aber wir müssen unsere Gesetze ändern. Das kann ich nicht allein. Ich bitte das amerikanische Volk, darüber nachzudenken, wie sie unsere Regierung dazu bringen kann, diese Gesetze zu ändern und Leben zu retten und junge Menschen auswachsen zu lassen." Niemand könne im Ernst glauben, dass Waffen das Land sicherer machten.

Kreativer Protest

Viele Menschen, darunter auch Studenten, wehren sich nun gegen das neue texanische Campus-Waffengesetz und rufen zum Boykott auf.

So auch Absolventin Jessica Jin, die mit ihrer ungewöhnlichen Protestaktion nun im Internet die Runde macht. Auf dem von ihr ins Leben gerufenen Facebook-Event schreibt sie:

"Der Texanische Staat hat beschlossen, dass es keinerlei anstößig ist, Feuerwaffen in die Klassenräume unserer Universität mitzunehmen. Auf der anderen Seite aber, ist die Zurschaustellung sexueller Objekte verboten, um unsere Unschuld zu schützen.
Ihr würdet eine Vorladung erhalten, wenn ihr es wagt, mit einem Dildo in die Klasse zu kommen, bevor ihr jemals belangt werdet, wenn ihr eine Waffe bei euch tragt.
"


In den Augen von Frau Jin ist die schützende Wirkung einer Waffe vor möglichen Soziopathen mehr als fraglich. Weshalb sie nun sagt: "You're carrying a gun to class? Yeah well I'm carrying a HUGE DILDO."

Unterstützung in sozialen Medien

Ihr Facebook Event hat bereits jetzt knapp 4000 Zusagen und auch auf Twitter findet die außergewöhnliche Aktion regen Zuspruch bei den Nutzern:

Doch nicht nur auf den Universitäten regt sich Widerstand gegen das Gesetz. So berichtet der Sydney Morning Herald, dass sowohl bei Republikanern als auch den Demokraten, ein verstärkten Background Check für Waffenträger von 80% der Wählerschaft gewünscht wird. Dieser, so erhofft man sich, solle Menschen mit möglichen psychischen Störungen folglich davon zu hindern, sich Waffen in Zukunft aneignen zu können.
Problem: So ein Check würde wahrscheinlich zu großen Verlusten für die Waffeninfustrie führen, weswegen sich diese seit Jahren erfolgreich gegen strengere Gesetze wehrt.

Es scheint fast, als würde die USA in diesem Punkt also gegen ihre eigene Bevölkerung arbeiten.

 

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