Mit Botox gegen Migräne

Schönheit und Gesundheit haben viele Berührungspunkte. Und die Grenzen sind fließend. Wir stellen Therapien vor, nach denen sich Patienten besser fühlen und besser aussehen.


1. Botox gegen Migräne

Gute Nachricht für die rund vierzehn Prozent aller Ö sterreicher, die an Migräne leiden: Seit rund drei Jahren ist der Faltenglätter Botox bei uns auch für die Migränetherapie zugelassen. Bis dato wurde der Wirkstoff vor allem bei Schönheitsbehandlungen geschätzt, da er die Mimik entspannt und dadurch Falten glättet. Genau diese Muskelentspannung soll auch bei Migräne lindernd wirken.
Der österreichische Dermatologe Markus Dawid klärt auf: „Botolinumtoxin wird punktgenau injiziert und blockiert so eine Zeitlang die Nervenübertragung auf den Muskel. Diese regenerieren sich nach ein paar Monaten allerdings wieder, was eine regelmäßige Wiederholung notwendig macht.“
Derzeit behandelt Dr. Dawid rund 30 Patienten mit dieser Methode gegen Kopfschmerzen. "Ganz wichtig ist eine genaue neurologische Abklärung vor Beginn der Behandlung", erklärt er. "Botox ist nur ein mögliches Rädchen in der Therapie.“ Auch wirke das Mittel nicht bei jeder Art von Migräne. Am besten sind die Erfolge bei Migräne, die sich genau lokalisieren lässt, z. B. als Band, das sich vom Ohr bis zu den Schläfen zieht. Deshalb hat es auch Sinn, das Botulinumtoxin während eines Schmerzanfalls zu spritzen, weil sich dann die Schmerzpunkte genauer orten und infiltrieren lassen.
Nebenwirkungen treten bei richtiger Anwendung keine auf. Dass auch beim medizinischen Einsatz Falten geglättet werden, wird von den Betroffenen zumeist begrüßt.
Und wie ist die Erfolgsrate? Keiner der Patienten hatte nie wieder Kopfschmerzen, aber die Schmerzen waren leichter auszuhalten und traten weniger häufig auf. Für chronische Migränepatienten bereits oft ein Meilenstein.

Kosten: zwischen 250 und 350 Euro.
INFO:rudolfinerhaus.at, markusdawid.at


2. Superkleber für Krampfadern

Krampfadern entstehen, wenn sich das Blut in den oberflächlichen Beinvenen staut, anstatt zum Herz gepumpt zu werden. Für viele Menschen sind diese bläulich erweiterten Adern erst mal ein rein ästhetischesProblem, das aber auch rasch medizinisch werden kann. Geschwollene, müde Beine, Schmerzen, Juckreiz und nächtliche Beinkrämpfe können Begleiterscheinungen
sein. Das bislang gängigste Verfahren der Krampfadernbeseitigung ist das sogenannte „Stripping“, bei dem die betroffene Vene operativ entfernt wird. Als Nebenwirkungen sind Schmerzen, Blutungen und Infekte möglich. Venenspezialist Prof. Dr. Thomas Pröbstle, deutscher Dermatologe und internationaler Spezialist für Phlebologie, der auch in Österreich tätig ist, favorisiert deswegen eine besonders schonende Methode namens Sapheon Venaseal Closure System, bei dem Krampfadern nicht gezogen, sondern einfach mittels Katheder und etwas Acrylat verklebt werden. „Bei dieser Behandlung kann man schon nach 30 Minuten die Klinik nur mit einem kleinen Pflaster auf dem Bein verlassen“, erklärt Pröbstle. „Die Vene ist sofort verklebt, es kann also kein Blut mehr nachlaufen, und aus diesem Grund ist auch das Tragen von Kompressionsstrümpfen nach der Behandlung nicht notwendig.

Einziger Wermutstropfen: der Preis. Denn mit 3.490 Euro für ein Bein bzw. 5.790 Euro für beide Beine ist diese Behandlung alles andere als günstig. Private Krankenkassen übernehmen eventuell einen Teil der
Kosten.
INFO:privatklinik-proebstle.de, kiprov.at

Frau liegt am Strand

Krampfadern lassen sich durch Verkleben beseitigen. Das Verfahren ist schmerzarm, aber teuer.


3. Narben übermalen

Aknenarben, Verbrennungen, Haut­erkrankungen, weiße Flecken: Qualifizierte Pigmentierer können mit Permanent-Make-up viel kaschieren und dadurch die Lebensqualität ihrer Kunden enorm steigern. Die Wiener Expertin Claudia Vanicek-Wixinger arbeitet als paramedizinische Pigmentiererin mit plastischen Chirurgen und Hautärzten in ganz Österreich zusammen. Wulstige Narben, z. B. nach Unfällen oder Operationen, werden erst mittels Radiofrequenz oder Blitzlicht geglättet. Dann tätowiert Vanicek-Wixinger die betroffenen Areale mit hautfarbenen Pigmenten nach, bis diese optisch fast nicht mehr wahrnehmbar sind. Mittels kleiner Nadeln werden dabei individuell gemischte Farbpigmente in die Haut appliziert, um einen ganz natürlichen Farbton zu erreichen.
„Ich hatte kürzlich eine Patientin mit einer operierten Kiefer-Gaumenspalte, die ihr ganzes Leben lang unter diesem Makel gelitten hatte. Nach der erfolgreichen Narbenbehandlung kam sie freudestrahlend zu mir und ­sagte: ,Zum ersten Mal konnte ich einen Raum betreten und niemand starrte zuallererst auf meinen Mund!‘“
Eine wichtige Rolle spielt Permanent-Make-up auch bei der Brustwarzenrekonstruktion, z. B. nach einer Brustkrebsbehandlung. „In nur zwei Sitzungen können Brustwarzenvorhöfe perfekt nachpigmentiert werden“, erklärt Vanicek-Wixinger. Zum Einsatz kommt diese Technik auch nach Bruststraffungen. Bedarfsweise wird die Form der Brustwarze perfektioniert und durch die OP entstandene Narben werden „retuschiert“.
Besonders gute Erfolge vermeldet die Expertin auch bei Brandnarben. Die meist rosa-violette Färbung einer Verbrennung lässt sich gut kaschieren, indem man Gelbtöne zum Hautton beimischt. Durch das Pigmentieren werden Narben auch weicher und spannen weniger. Narben am Kopf werden hingegen in der Farbe des Haares pigmentiert und fallen so gar nicht mehr auf.
Nebenwirkungen gibt es bei richtiger Anwendung kaum. Nur Diabetes-Patienten und Menschen mit Allergien, Hepatitis, HIV und der Bluterkrankheit wird vom Permanent-Make-up generell abgeraten.

Die Kosten beginnen je nach Größe des zu behandelnden Areals bei ca. 50 Euro.
INFO:firstbeautyspa.at

4. Hilfe bei Haarausfall

Immer mehr Frauen sind von Haarausfall betroffen. Die Ursachen können hormonell oder stressbedingt sein oder mit einer Erkrankung der Kopfhaut zusammenhängen. Der erste Weg sollte deshalb immer zum Arzt führen, der die Ursachen abklärt.
Optisch lässt sich dünnes, schütteres Haar z. B. mit der Microlines-Methode der Firma Hairdreams kaschieren. Dazu werden mikrofeine, quasi unsichtbare Spezial-Fäden, die sogenannten Micro­lines, in das vorhandene Eigenhaar eingearbeitet, an denen hochwertige Echthaare befestigt sind. Diese sind in Farbe, Struktur und Länge an das Eigenhaar angepasst und integrieren sich unauffällig in das Eigenhaar der Trägerin. Das Ergebnis ist eine natürlich aussehende Haarfülle. Die zusätzlichen Haare tragen sich wie eigenes Haar – auch beim Schwimmen, in der Sauna, beim Cabrio-Fahren usw. Anders als beispielsweise bei Haarteilen bestehen keinerlei Einschränkungen der normalen Lebensumstände. Die Haltbarkeit dieser speziellen Extensions liegt bei ca. 4–6 Monaten. Kosten ab 1.690 Euro.
Parallel dazu bietet Hairdreams Couture eine Therapie gegen Haarausfall an, die in 3 Monaten bis zu 23 % mehr Haare sprießen lassen soll – das entspricht bis zu 14.000 neuen, zusätzlichen Haaren, die für deutlich sichtbar mehr Fülle sorgen. Die Therapie besteht aus einer Kombination von regelmäßigen Intensiv-Salonbehandlungen und täglichen Heimanwendungen. Ein Wirkkomplex auf Basis von Phytohormonen und Taurin soll dabei schlafende Haarwurzeln aufwecken. Hairdreams Couture-Salonleiterin Sandra Schmidtbauer: „Wir wissen, dass sehr viele unserer Kunden psychisch unter ihrem Haarausfall leiden. Für sie gibt es nichts Schöneres, als ihr eigenes, natürliches Haar zurückzubekommen.“

INFO:hairdreamscouture.at


5. Beauty-Laser gegen Krebszellen

Frau am Strand

An sonnenexponierten Stellen wie Gesicht oder Dekolletée können Hautkrebsvorstufen entstehen. Der Laser eliminiert diese.

Der Fraxel Dual Laser gilt als „Rolls Royce“ unter den fraktionierten Lasersystemen und wird von Hautärzten gerne verwendet, um die Haut optisch zu verjüngen. Vereinfacht gesagt, stanzt dieser Laser Millionen mikroskopisch kleiner Löcher ins Gewebe. Nach diesen Mikroverletzungen wird die Haut angeregt, Kollagen zu bilden und sich quasi selbst zu erneuern. Durch diesen starken Regenerations­prozess werden Poren verkleinert, Fältchen geglättet und Narben aller Art verblassen.
Darüber hinaus hat der Laser aber auch einen weiteren Effekt, erklärt die Wiener Dermatologin Dr. Hajnal Kiprov: „Von der Sonne ­geschädigte Zellen, die sich in weiterer Folge zu Krebszellen entwickeln können, werden vom Laser erfasst und beseitigt.“ Eine Lösung für ein Problem, von dem besonders notorische Sonnenanbeter betroffen sind. Denn über Jahre übermäßige UV-Licht-Belastung kann weißen Hautkrebs verursachen, der vor allem an sonnenexponierten Körperstellen wie Gesicht, Ohrmuschel und Handrücken auftritt.

Der Fraxel Dual Laser sei optimal geeignet, um mögliche Hautkrebsvorstufen zu behandeln, ohne das gesunde, benachbarte Gewebe zu beeinträchtigen. Der natürliche Heilungsprozess und die Bildung neuer, gesunder körpereigener Hautzellen könnten so von innen her beschleunigt werden, so Kiprov.
Die Behandlung selbst ist mit einer anästhesierenden Creme schmerzarm. Die meisten Patienten spüren die Laserstrahlen als Prickeln, Stechen und Hitzegefühl. Danach ist die Haut für ein paar Tage deutlich gerötet. Die Kosten für das Lasern des gesamten Gesichtes betragen 795 Euro.
Wichtig: Direkte Sonneneinstrahlung ist für die nächsten vier Wochen zu vermeiden. Auch danach empfiehlt es sich, einen hohen Sonnenschutz zu verwenden. Tipp: Von La Roche-Posay gibt es in Apotheken ganz neu Anthelios Ka, eine schützende Pflege mit SPF 100.

INFO:kiprov.at

 

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